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Stellenabbau bei BBC
Aus Kultur-Aktualität vom 04.02.2020.
abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
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Stellenabbau bei BBC «Bis jetzt bekam das digitale Publikum wenig Service public»

Der öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender BBC wird nicht nur im Vereinigten Königreich gehört und gesehen, sondern auf der ganzen Welt. Nun sollen 450 Arbeitsplätze gestrichen werden. Damit möchte der britische Sender, der rund 80 Millionen Pfund (101 Millionen Schweizer Franken) einsparen muss, auf die veränderten Nutzergewohnheiten reagieren.

Alexandra Stark, Studienleiterin Online am Medien-Ausbildungszentrum MAZ, erklärt, was dieser Stellenabbau zu bedeuten hat.

Alexandra Stark

Alexandra Stark

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Alexandra Stark ist Studienleiterin Online am Medien-Ausbildungszentrum MAZ in Luzern.

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SRF: Alexandra Stark, bei der BBC News werden 450 Stellen abgebaut. Was heisst das für mich als Medienkonsumentin – muss mich das erschrecken?

Alexandra Stark: Das kommt darauf an, wie alt Sie sind. Wenn Sie es gewohnt sind, wie bisher Radio und Fernsehen zu schauen oder zu hören, werden sie mit Einbussen rechnen müssen.

Aber die Idee dieses Umbaus bei BBC News ist ja, dass man die digitalen Kanäle für jüngere Nutzerinnen und Nutzer besser bedienen kann. Insofern finde ich das begrüssenswert.

Wenn weniger produziert wird, ist das aber möglicherweise eine Gefahr für die Themenvielfalt.

Das kann sein, muss aber nicht. Wenn man schon früh darüber diskutiert, was man warum und für welches Publikum macht, muss es nicht zu einem Einheitsbrei kommen.

Ich finde allerdings, dass man bei dieser Diskussion noch einen weiteren Punkt beachten muss: Bis jetzt hat das digitale Publikum wenig Service public bekommen, obwohl es auch dafür bezahlt. Jetzt bekommt ein doch erheblicher Teil des Publikums bessere Informationen.

Vielleicht werden die Informationen teilweise nicht mehr so vielfältig sein, aber im Ganzen finde ich es eine richtige Entwicklung, dass jetzt auch Ressourcen von Radio und Fernsehen zu Online umgeschichtet werden.

Andere, jüngere Konsumenten und Konsumentinnen sollen also angesprochen werden. Hilft das, die Glaubwürdigkeit von Institutionen wie BBC – oder auch die SRG – zu stärken?

Wenn sie es schaffen, Jüngere mit öffentlich-rechtlichen Inhalten zu erreichen, kann das dazu führen, dass die Glaubwürdigkeit sogar steigt. Bis jetzt haben viele Junge die öffentlich-rechtlichen Angebote gar nicht mitgekriegt, weil sie nicht Radio hören oder Fernsehen schauen.

Vielleicht sinkt die Glaubwürdigkeit bei den etwas Älteren ein bisschen, weil sie nicht mehr alles kriegen, was sie gewohnt sind. Aber übers Ganze gesehen, kann ich mir vorstellen, dass die Glaubwürdigkeit über alle Generationen zumindest gleich bleibt.

Das Gespräch führte Monika Schärer.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 04.02.20, 6.50 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    "dass jetzt auch Ressourcen von Radio und Fernsehen zu Online umgeschichtet werden" - Ist es jetzt ein Abbau oder ein Umbau? Der Artikel bzw. das Interview ist da nicht klar genug.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Die Vorstellung wird bedient, dass öffentliche Institutionen kosten. Wie ein Rosenkranz wird dieses Credo runtergebetet. Solche Institutionen schaffen einen unbezahlbaren, langlebigen Mehrwert. Oft letzte Ressorts, wo Menschen, die Kultur-Schaffen anständig bezahlt gute und vertiefende Sendungen machen können. Orte, wo Menschen das Handwerk lernen können. Sie gehen mit der Zeit. Stellen Inhalte gratis und erst noch werbearm zur Verfügung. Das ist DER Dorn im Fleisch kapitaler Verwertungslogik.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Es geht nicht um die Inhalte sondern darum wie und an wen die Inhalte gesendet werden. Lineares TV und Radio sind Kanäle ohne grosse Zukunft, das ist ein Fakt. Sollen die Medienanstalten eine Relevanz behalten, müssen Sie die Menschen auch erreichen. Selbst das Guetnachtgschichtli hat im Schnitt ein 40-Jähriges Publikum, im Gesamtschnitt über 60 Jährig. Also werden entweder andere Kanäle gefunden oder das Publikum stirbt langsam weg.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Sie tun so als wären eine BBC, RadioFrance oder unsere SRF technisch hinter dem Mond. Sind sie nicht. Nach all dem seichten, von Korporations verseuchten Mist den sich Jungs&Mädels und alle anderen reinziehen, werden so manche froh sein, endlich mal wieder substanzielle Seelen-und Mindnahrung zu kriegen. Diesen Institutionen sollten im Gegenteil gutes Geld und Mittel zufliessen, dass sie nicht ständig sich in absurder Austerity todsparen müssen. Sie schaffen Mehrwert noch und noch.
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    3. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      @Kunz: Das hat doch nichts mit Technik zu tun. Inhalte werden primär fürs Lineare TV/Radio produziert. Allenfalls landet mal ein Video auf Youtube oder es gibt ein Podcast davon. Mutig wäre es, auf kosten einer eigenen Streamingseite zb. SRF2 einzustellen. Und bezüglich den bevorzugten Inhalten können die Konsumenten ja zum Glück selber Entscheiden was diese Konsumieren wollen und was nicht.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Genau das ist der Punkt. Dank Doris Leuthart bezahlen jetzt alle für das analoge Radio und TV obwohl viele es gar nicht (mehr) nutzen und brauchen. Das aktuelle System ist nicht fair und benachteiligt Singles und Junge. Denn wer ab 1980 geboren wurde konsumiert so gut wie keine analogen Meiden mehr. Die Haushaltsabgabe trifft aber gerade junge Singles mit tiefen einkommen ungleich stärker.
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    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      @Andy Gasser Vielleicht dürfen wir an der Stelle ein bisschen Eigenwerbung machen für Inhalte, die jungen Menschen gefallen könnten: Einstein-WG auf YouTube https://www.youtube.com/playlist?list=PL2iYzyNbKTEwsLNlcG6qgWgr7WvagjjwY. Wissenschaftspodcast Kopf voran auf Spotify: https://open.spotify.com/show/2q8lDF8J4t1XKS3A5xzRFF, Steiner & Tingler auf YouTube https://www.youtube.com/playlist?list=PL1NXgjXDUNJlH5wa2lkAd3gGJcvpcHQm7, Pipifax, der Podcast für junge Eltern (nicht für Singles, zugegeben) auf Deezer, https://www.deezer.com/de/show/375782. Und jetzt fertig Eigenwerbung.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Hören wir einfach mal auf mit diesen 'Benachteiligungsgeschichten'. Hören wir einfach mal auf damit, dieses Teile-und-Herrsche-Spiel mitzumachen. Öffentliche Institutionen bilden den inmateriellen Humus einer Gesellschaft, des Alltags, der Geschichten, der Nachrichten, sind kollektives Gedächtnis, sind das Salz der Erde, Herr Gasser. Es ist wie mit der Erde, sie ist da und fast niemanad merkt's, weil es so selbstverständlich wie Atmen ist.
      Hören wir auf mit der Rappenspalterei am falschen Ort.
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