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Interview mit Magdalena Rusan über ökologisches Feuerwerk
Aus Kultur-Aktualität vom 31.12.2019.
abspielen. Laufzeit 03:40 Minuten.
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Umweltfreundliches Feuerwerk «Ökologisches Feuerwerk soll auch schön sein»

Auch wenn es Spass macht: Für die Umwelt und auch für die Gesundheit ist Feuerwerk schädlich. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verursacht in der Schweiz jedes Jahr 320 Tonnen Feinstaub. Das sind immerhin zwei Prozent der jährlichen Emissionen.

Gibt es kein umweltfreundliches Feuerwerk? Daran arbeitet die Chemikerin Magdalena Rusan von der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Magdalena Rusan

Magdalena Rusan

Chemikerin

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Madgalena Rusan ist Chemikerin und arbeitet an der Ludwig-Maximilians-Universität München an der Entwicklung von ökologischerem Feuerwerk.

SRF: Immer öfter wird Kritik am konventionellen Feuerwerk laut. Weshalb ist es so schwierig, eine Alternative zu finden?

Magdalena Rusan: Das Feuerwerk soll die gleiche Leistung haben, es soll genauso schön und leistungsstark abbrennen. Und dann sind da die Kosten: Wenn etwas neu ist, muss es hergestellt und untersucht werden. Das alles kostet Geld.

Sie forschen zu umweltfreundlicheren Formen und Pyrotechnik. Was machen Sie da anders, um die Umweltbelastung zu reduzieren?

In den konventionellen Pyrotechniken sind viele Verbindungen drin, die viel Kohlenstoff enthalten. Wenn kohlenstoffhaltige Verbindungen verbrennen, entstehen CO2 und andere feine Kohlenstoffverbindungen. Das macht eben diesen Feinstaub aus.

Wir forschen daran, dass wir die kohlenstoffhaltigen Verbindungen durch stickstoffreiche Verbindungen ersetzen. Wenn die dann verbrennen, entsteht hauptsächlich Stickstoff. Stickstoff ist ja auch in der Luft enthalten und völlig unbedenklich.

Das Feuerwerk soll ja nicht gleich in der Hand losgehen.

Wie ist es denn mit den Farben? Sieht umweltfreundliches Feuerwerk genauso gut aus wie das, das wir kennen?

Das ist eben die Frage. In grün gefärbten Pyrotechnika ist Barium drin. Barium ist ein Schwermetall und natürlich giftig. Wir forschen an Alternativen – zum Beispiel mit Kupfer- oder Borverbindungen, die etwas umweltfreundlicher sind.

Aber auch die müssen dieselbe Leistung haben. Sie müssen genauso gut abbrennen, genauso schön sein. Genau das ist der Gegenstand der Forschung.

Sobald es um den Kostenfaktor geht, ist auch die Politik gefragt.

Wir haben schon erreicht, dass sie auch schöne grüne Farben haben. Allerdings machen wir das nur im Labormassstab. Der nächste Schritt wäre, das Feuerwerk auszuprobieren und zu schauen, ob sie auch da einevgenau so gute Leistung erzielen.

Der andere Punkt ist die Sicherheit und die Empfindlichkeit. Das darf auch nicht ausser Acht gelassen werden. Das Feuerwerk soll ja nicht gleich in der Hand losgehen.

Wie lange dauert es, bis Öko-Feuerwerk in den Läden liegt?
Sobald es um den Kostenfaktor geht, ist auch die Politik gefragt. Wenn sie bestimmte Grenzwerte setzt, die man einhalten muss, müssen natürlich auch die Pyrotechnik-Verkäufer die Kosten auch eingehen.

Aber solange der Gesetzgeber nicht vorschreibt, dass man umweltfreundlichere Pyrotechnik nehmen muss, entscheidet immer der Preis.

Wenn ich im Laden Bio-Böller habe, die ein bis zwei Euro teurer sind als die konventionellen, dann wird 90 Prozent der Kundschaft den billigeren nehmen.

Wie feiern Sie denn selbst heute Abend – mit oder ohne Böller?

Ohne Böller. In Deutschland darf ja jeder Feuerwerkskörper kaufen. Ich halte das für gefährlich. Die Böller können gefährlich werden, wenn man damit nicht richtig umgeht. Deshalb werde ich mir heute ein professionelles Feuerwerk anschauen.

Das Gespräch führte Irene Grüter.

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