Blumenarrangements im Dialog mit der Kunst

Museen machen nicht nur Ausstellungen, sie beherbergen oft hochkarätige Sammlungen. Nur: Diese Sammlungen fristen häufig ein stiefmütterliches Dasein. Das Aargauer Kunstmuseum will die Scheinwerfer auf die Sammlung richten und versucht es mit der Sonderausstellung «Blumen für die Kunst».

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«Blumen für die Kunst» aus: 10vor10 vom 17.3.2014

2:06 min, aus 10vor10 vom 17.3.2014

Der Frühling ist da – auch im Aargauer Kunsthaus. Zwölf Meisterfloristinnen und -floristen bespielen die hochkarätige Sammlung, die berühmt ist für ihre Schweizer Kunst. Das Spektrum der ausgewählten Werke reicht von Ankers «Kinderbegräbnis» aus dem Jahr 1863 über Amiets «Die violette Japanerin» bis zu einer zeitgenössischen Arbeit von Albrecht Schnider.

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Infos zur Ausstellung

Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung «Blumen für die Kunst» im Aargauer Kunsthaus dauert noch bis zum 23.3.2014.

Die Floristen treten mit dem Bild in einen Dialog. Sie dekorieren es nicht, sie interpretieren es mit einem Blumenarrangement, das auf einem eigenen Sockel steht.

Blumenarrangements im Dialog mit der Kunst

Entstanden ist die Ausstellung «Blumen für die Kunst», weil der junge Verein Flowers to Arts auf das Aargauer Kunstmuseum zugegangen ist mit der Idee, dass Floristen sich mit der Sammlung auseinandersetzen. Zum ersten Mal in der Schweiz arbeitet jetzt ein Kunsthaus mit Floristen zusammen. Vorbild ist ein ähnliches Projekt, das seit dreissig Jahren im Young Fine Arts Museum in San Francisco durchgeführt wird.

Im Zeichen der Vermittlung

Madeleine Schuppli, Direktorin des Aargauer Kunsthauses, spricht von einem «Experiment». Es geht ihr vor allem darum, die Sammlung in ein neues Licht zu setzen. «Vermittlung ist bei uns ganz gross geschrieben.» Ein Grundpfeiler ist die klassische Führung. Daneben hat das Haus auch schon Schriftsteller und Musiker in die Sammlung eingeladen, jetzt sind die Meisterfloristinnen und -floristen am Zug.

Doch bevor die Floristen mit ihrer Arbeit haben beginnen können, musste Restaurator Willi Stebler die Pflanzen inspizieren. «Strenge Auflagen sind nötig, denn Pestizide, Holzwürmer oder Blütenstaub könnten die Kunstwerke beschädigen», sagt Stebler.

Blumenbinderin und -künstlerin

Frühlingsblumen in Schale zwischen zwei Wänden vor Tallandschaft Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Arrangement von Regina Guhl David Aebi / Aargauer Kunsthaus

Regula Guhl aus Zürich ist eine der zwölf Floristen, die sich im Aargauer Kunsthaus ein Bild ausgewählt haben. Sie hat sich das Ölgemälde «Sprengi-Brücke oberhalb Göschenen» des grossen Alpenmalers Caspar Wolf ausgesucht.

Regula Guhl ist Blumenbinderin und Blumenkünstlerin – den Unterschied erklärt sie so: «Die Blumenbinderin arbeitet im Auftrag eines Kunden. Die Blumenkünstlerin interpretiert ein Kunstwerk mit floralen Mitteln.»

Die Kunstgeschichte muss wegen der Blumenarrangements nicht neu geschrieben werden. Die Interpretationen aber sind mehr als blosse Dekoration und ermöglichen einen neuen Zugang zu den Kunstwerken.

Die Lebensdauer der floralen Kunst bestimmt die Dauer der Ausstellung. Sie dauert bis zum kommenden Sonntag.

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