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Legende: Audio Der Vesuv in der Kunst: Ausstellung in Neapel abspielen. Laufzeit 04:23 Minuten.
Aus Kultur-Aktualität vom 08.07.2019.
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Der Vesuv in der Kunst Schönheit und Schrecken eines Schläfers

Eine Ausstellung in Neapel zeigt den Vesuv als Kunstobjekt. Der Vulkan inspiriert Künstler seit über 500 Jahren – auf unterschiedliche Weise.

Italien ist ein Land der Vulkane. In keinem anderen Land in Europa gibt es so viele von ihnen. Manchmal werde sie gefährlich und spucken Lava – wie kürzlich auf der Insel Stromboli.

Der Ätna auf Sizilien dampft ständig. Im Tyrrhenischen Meer zwischen Kalabrien und Sizilien existieren auch Unterwasservulkane, die Geologen als extrem gefährlich einschätzen und erst seit wenigen Jahren erforschen.

Schönheit und Zerstörung

Aber nur der Vesuv schaffte es in die Kunstgeschichte. Das liegt wohl daran, dass er im Jahr 79 n.Chr. ausbrach und die wohlhabende Kleinstadt Pompeji nebst der Nachbargemeinde Herculaneum unter Lava und Asche begrub.

Ein Berg und seine Ausbrüche

Der rund 1300 Meter hohe Vesuv gilt geologisch gesehen als einer der gefährlichsten Vulkane weltweit. Bekannt ist, dass er 79 n.Chr. ausbrach und mehrere Städte zerstörte.

Doch auch 1631, 1906 und zuletzt 1944 sorgte er mit Erdbeben und Lava für Angst und Schrecken. Vulkanologen schliessen nicht aus, dass es in den kommenden 50 Jahren zu einer Katastrophe wie in der Antike kommen könnte – mit unabsehbaren Folgen für Millionen von Menschen.

Die Idee der Symbiose von zerstörerischer Naturgewalt und von Menschen geschaffener Schönheit wurde bereits im 15. Jahrhundert zum Sujet in der Malerei.

Italiener und Nicht-Italiener

Die Ausstellung im ehemaligen Barockkloster Certosa präsentiert die einzelnen Werke nicht chronologisch.

Da hängt ein Vesuv-Bild von Andy Warhol im Popart-Stil neben einem barocken Gemälde oder ein romantisches Gemälde aus dem frühen 19. Jahrhundert neben einem düster-kryptisch anmutenden Bild von Anselm Kiefer.

Vulkanausbruch
Legende: Farbig und furchteinflössend: Auch Pop Art-Ikone Andy Warhol erlag der Faszination Vesuv. Certosa Museo di San Marino

So wird deutlich: Die italienischen Maler stellten den Vesuv eher realistisch dar, ästhetisch wie furchteinflössend – während die nicht-italienischen Maler ihn als Sinnbild für die zerstörerischen Kräfte der Natur verstehen.

Zeitgeist-Thermometer

Moderne und vor allem zeitgenössische Künstler, nehmen den Vesuv nicht mehr als bukolisches Sujet war. Sie begreifen ihn eher als eine Urgewalt, die den Menschen konkret in Gefahr bringt und gegen die er nicht viel tun kann.

Sie sehen – wie etwa die belgische Künstlerin Caragh Thuring – im Vesuv aber auch ein Synonym für das rohe und zerstörerische Unterbewusste, das in jedem Menschen schlummert.

Eine tödliche Gefahr

Mit dieser Sichtweise des Vesuvs liegen zeitgenössische Künstler richtig. Obwohl es auf dem Papier Evakuierungspläne für den Notfall gibt befürchten Experten, sollte der Vesuv ausbrechen, Zehntausende von Toten.

Auch wenn es verboten ist, wurden in den vergangenen Jahrzehnten Tausende von Gebäuden an seinem Kegel errichtet.

Ausstellungshinweis

Die Ausstellung «Vesuvio quotidiano – Vesuvio universale» im Museum Certosa di San Martino in Neapel läuft noch bis zum 29. September 2019.

So wundert es nicht, dass der Vesuv einer der wenigen Vulkane weltweit ist, der immer noch von Künstlern als Sujet genutzt wird. Denn er erhebt sich mitten in einem Ballungsraum mit mehreren Millionen Menschen, deren Leben angesichts der konkreten Gefahr ein Tanz auf dem Vulkan ist.

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