In den 1970er Jahren wuchs seine Bekanntheit auch über die deutschen Grenzen hinaus. In einem markanten, expressiven Stil malte Baselitz sich die innere Unruhe eines Menschen vom Leib, der in den Kriegs- und Nachkriegsjahren aufgewachsen war. Er sei in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden, in eine zerstörte Landschaft, in ein zerstörtes Volk, in eine zerstörte Gesellschaft, sagte er einmal. Ein Thema, das ihn zeitlebens prägte.
Geboren wurde der Künstler als Hans-Georg Kern 1938 im sächsischen Deutschbaselitz. Als junger Mann ging er nach Berlin, wo er erste Erfolge erlebte. Sesshaft wurde er nicht in Berlin – und auch an anderen Orten in Norddeutschland, Bayern und Österreich nicht.
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Bild 1 von 5. Alles steht Kopf: Ein Besucher betrachtet ein Baselitz-Werk im Albertinum in Dresden. (2010). Bildquelle: apn Photo/Matthias Rietschel.
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Bild 2 von 5. Georg-Baselitz-Gemälde im Museum des Palazzo Grimani in Venedig. (2021). Bildquelle: IMAGO / Andrea Merola.
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Bild 3 von 5. Georg Baselitz während der Vernissage zu seiner Ausstellung «Georg Baselitz. Dresdner Frauen» in Dresden. Bildquelle: IMAGO / momentphoto/Killig.
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Bild 4 von 5. Eröffnung der Ausstellung «Baselitz – Vedova» im Museum Küppersmühle in Duisburg. (31.12.2017). Bildquelle: IMAGO / Funke Foto Services.
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Bild 5 von 5. Ausstellung «Baselitz. Bilder, die den Kopf verdrehen – eine Retrospektive» in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. (1.4.2004). Bildquelle: IMAGO / teutopress.
Eine Unruhe trieb ihn an. In seinem Leben, wie auch in seiner Kunst. Mit seinen meist grossformatigen Gemälden stellte er Normen und Gewissheiten infrage. Er stellte die Welt auf den Kopf – und das war buchstäblich zu verstehen: 1969 malte er «Der Wald auf dem Kopf» – das erste Bild, bei dem er das Motiv auf den Kopf stellte. Eine Methode, die über Jahrzehnte prägend wurde für seine Kunst.
In seiner Malerei blieb Baselitz immer dem Figürlichen treu. Abstraktion interessierte ihn nicht. Dem Publikum gefiel’s: In den 1980er Jahren galt Baselitz als einer der bestbezahlten deutschen Künstler.
Seine künstlerische Energie bewahrte sich Baselitz bis ins hohe Alter. Vor acht Jahren, zu seinem 80. Geburtstag, richtete die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel eine Retrospektive ein. Baselitz wollte lieber neue Werke zeigen. Nur zurückzublicken fand er langweilig.