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Aus Kultur-Aktualität vom 25.02.2021.
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Digitale Kunst Die Krypto-Kunst erobert den Kunstmarkt

NFTs heisst der neuste Trend. Die Krypto-Kunst macht der analogen Kunst Konkurrenz. Alles nur ein Hype – oder ist das die Zukunft des Kunstmarktes?

Sie lassen jedes Krypto-Herz höherschlagen: NFTs – Non-Fungible Tokens (nicht austauschbare Tokens) – erobern gerade den Kunstmarkt. NFT-Kunst wird mittlerweile in Millionenhöhe gehandelt.

Sogar das traditionsreiche Auktionshaus Christie’s in London handelt mit den digitalen Bildern. Diese Woche ging die allererste Versteigerung eines rein digitalen NFT-Kunstwerks über die Bühne.

Was hat es mit dem neuen Phänomen auf sich? Wie wird es den Kunstmarkt verändern? Ein Gespräch mit Kunstwissenschaftlerin Anika Meier.

Anika Meier

Anika Meier

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Die Kunstwissenschaftlerin Anika Meier schreibt eine Online-Kolumne für das Kunst-Magazin Monopol und setzt sich seit langem mit digitaler Kunst auseinander.

SRF: Was versteht man überhaupt unter digitaler Kunst?

Anika Meier: Digitale Kunst ist alles, was im Digitalen passiert. Darunter fällt Netzkunst - also Kunst, die mit Webseiten arbeitet. Man könnte darunter sogar fassen, was auf Instagram passiert.

In den Medien taucht immer wieder das Kürzel NFT im Zusammenhang mit digitaler Kunst. Was sind NFTs?

Wenn man so ein NFT kauft, kauft man einen Token. Also ein Objekt, das damit verknüpft ist. Das sind beispielsweise digitale Kunstwerke, Sammelkarten, Musik, virtuelles Land in Games.

NFTs sind Echtzeit-Nachweise für jede digitale Datei – aber nicht nur für Kunst, beispielsweise auch für Musik.

Wo kann man denn diese digitalen Kunstwerke kaufen?

Die kann man auf sogenannten Marketplaces im Internet kaufen. Da gibt es grosse Plattformen wie zum Beispiel Nifty Gateway.

Und es gibt eine Plattform, die speziell für Media Art ist, also junge Künstler und Künstlerinnen, die im Digitalen zu Hause sind. Dieses heisst Foundation.

Durch die NTFs bekommt digitale Kunst den Wert, den vorher nur Malerei oder Skulptur hatte.
Autor: Anika Meier Kunstwissenschaftlerin

Wie verändern solche NFTs den Kunstmarkt?

Bisher hatte digitale Kunst nicht denselben Wert wie Malerei und Skulptur. Durch die NFTs gibt es eben einen Echtheits-Nachweis und damit auch einen Besitzanspruch.

So dass man sagen kann: Das ist jetzt meine Datei, die gehört sonst niemandem. So bekommt digitale Kunst den Wert, den vorher nur Malerei oder Skulptur hatte. Deswegen werden plötzlich diese hohen Preise in Millionenhöhe erzielt.

Wer tummelt sich auf diesen Plattformen und kauft digitale Kunst?

Das sind die Fans von den Leuten, die auf Instagram ihre Kunst teilen. Da gucken eben die grossen Plattformen, dass sie diese Künstler und Künstlerin akquirieren, und dort deren Arbeiten zu «droppen».

Man kennt das ja von Sneakers oder Hoodies. Und so wird das jetzt plötzlich auch mit der Kunst gemacht.

Dann heisst es: «In 15 Minuten gibt den neuesten Drop!» Man geht auf die Plattform, bietet mit und kauft.

Manche sagen, dass digitale Kunst nur ein Hype sei. Andere sagen, es wird den Kunstmarkt revolutionieren. Was denken Sie?

Die Frage ist: Wie lange hält der Hype, wann platzt die Blase? Und was passiert, wenn Kryptowährungen einbrechen? Aber jetzt haben wir ja erst mal die Auktion von Beeple bei Christie's. Das wird den Hype erst einmal befeuern.

Man muss schauen, wie Galerien reagieren. Was machen Künstler und Künstlerinnen, die nicht im Digitalen zu Hause sind? Fangen Museen jetzt auch an, NFTs zu sammeln? Wie reagiert der klassische Kunstbetrieb?

Das Gespräch führte Igor Basic.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 08:15 Uhr.;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Digitale Kunst gibt es spätestens seit den 70ern. Anfang der 2000er Jahre fiel erstmals auf, dass die Kunstwerke, die Software, mit der sie programmiert waren und selbst die Hardware einem rasenden Verfall unterliegt. Einiges konnte noch gerettet werden, vieles nicht. Was glauben die Eigentümer der jetzt gehypten "digitalen Kunstwerke" mit Token eigentlich, wie lange es die Computer samt Software noch gibt, ohne die diese Werke nur ein Haufen unlesbarer Bits sind? 100 Jahre? 50? … eher nur 20!