documenta 14 in Athen documenta in Athen: Kunst, Krisen und Kommunikationsbarrieren

Zum ersten Mal ist die traditionsreiche Kunstausstellung in Athen zu Gast. Im Fokus stehen die Wirtschafts- und die Flüchtlingskrise. Das gibt Anlass zu Diskussionen. Unsere Beiträge zur documenta im Überblick.

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documenta 14

Die documenta 14 ist eine der bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie findet in Kassel (10.6 bis zum 17.9.17) und in Athen (8.4 bis zum 16.7.17) als weiterem konzeptuell gleichberechtigtem Standort statt.

Von Athen lernen?

Die Griechen sollten nun endlich «ihre Hausaufgaben machen», hiess es in der Folge der Schuldenkrise oft. Bei documenta-Kurator Adam Szymczyk regte sich dagegen Widerstand. Das Motto für seine Athener Ausgabe der traditionsreichen Kunstausstellung lautet darum: «Von Athen lernen».

Wie diese Geste in Athen ankommt, welche Kunst zu sehen ist und inwiefern sich die Rolle der Kunst in einer von der Krise gebeutelten Land ändert – darüber diskutieren in Kontext die Kunstkritikerinnen Belinda Grace Gardner und Ellinor Landmann sowie die griechische Journalistin Rodothea Seralidou.

Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender vor einem Kunstwerk. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zu Besuch an der documenta 14. Keystone

Die documenta übersetzt Krisen in Kunst

Im Vorfeld wurde befürchtet, dass sich die Kunst an der Krise bloss berauschen würde. Doch ein Besuch in Athen zeigt: Die Kunst hat wirklich etwas zu sagen.

Rote Wollfäden hängen von Decke, Frau in rotem Mantel geht daran vrobei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Installation der chilenischen Künstlerin Cecilia Vicuña an der documenta in Athen. Keystone

Die Krise macht erfindersch

Ein steinernes Zelt als Mahnmal für die Flüchtlingskrise, ein Bett ohne Dach über dem Kopf und ein kunstvoller Abfallhaufen – der «Kulturplatz» besucht Athen und stellt fest: Die Kunst lernt von Athen, dass die Krise erfinderisch macht.

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Von Athen lernen – die documenta sucht Antworten auf die Krise

7:31 min, aus Kulturplatz vom 12.4.2017

Die Weltkunstausstellung bleibt rätselhaft und distanziert

Die documenta durchzieht die ganze Stadt Athen. Dennoch gelang es den Kunstschaffenden nicht, die Kommunikationsbarrieren zwischen der documenta und der einheimischen Szene abzubauen. Und viele Athener haben nicht mitbekommen, dass ihre Stadt im Moment das Epizentrum der zeitgenössischen Kunst ist.

Frau in schwarz-weissem Klein steht vor schwarz-weissem Kunstwerk. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Athener warteten fast 20 Jahren auf die Eröffnung: das Athener Museum für zeitgenössische Kunst (EMST). Getty Images

Alexandra Bachzetsis erkundet ihre Wurzeln

Zurück zu den Wurzeln, die sie nicht kennt: Die Zürcherin Alexandra Bachzetsis beschäftigt sich an der documenta in ihrem Stück «Private Song» mit einem wunden Punkt der griechischen Geschichte: der sogenannten «Kleinasiatischen Katastrophe».

Alexandra Bachzetsis bei einer Performance am Mikrofon. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alexandra Bachzetsis hat ein Künstlerstudio aufgebaut, um Kunstschaffenden in Athen eine Plattform zu bieten. SRF

Griechische Künstler werfen ein kritisches Auge auf ihr Land

Künstler in Griechenland kämpfen gegen die Schwere der politischen Lage an – mit Non-Profit-Galerien, humorvoller Kunst und Verständnis für das Fremde.

Porträt Irini Bachlitzanaki Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wird Athen das neue Zuhause ihrer Kunst? Künstlerin Irini Bachlitzanaki will es versuchen. SRF

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