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«Light Ragaz» – Lichtspektakel in brachialer Schweizer Natur
Aus Kulturplatz vom 19.06.2019.
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Faszination Lichtkunst Im Banne des Lichts

Licht hat eine immense Anziehungskraft. In Museen, aber auch im öffentlichen Raum ist Lichtkunst deshalb im Trend. Lichtkunst ist aber mehr als ein Hingucker. Sie kann poetisch, provokant, ja politisch sein.

Die Geschichte der Lichtkunst ist kurz. In den 1920er-Jahren entwickelte der Ungar Lázló Moholy-Nagy einen Licht-Raum-Modulator, den er anfangs 1930 in Paris ausstellte. Ein sich bewegender Kubus projizierte Schatten und Farbprojektionen auf die Wände.

Missbraucht von den Nationalsozialisten

Prompt benutzten die Nationalsozialisten ein paar Jahre später seine Technologie, um bei der Abschlussfeier der Olympiade 1936 einen Dom aus Licht aufscheinen zu lassen. Künstliches Licht wurde zum Propagandainstrument.

Zentrum für Lichtkunst Unna

Im westfälischen Unna gibt es das einzige Museum Europas, dass sich ausschliesslich mit Lichtkunst befasst., Link öffnet in einem neuen Fenster Der Besuch in der ehemaligen Linden-Brauerei lohnt sich. In den Kellergewölben haben international renommierte Künstler wie James Turrell, Mischa Kuball, Olafur Eliasson und François Morrelet ganze Räume, dem Kontext entsprechend installiert. Man taucht dort ein wie in eine Wunderwelt.

Richtig los ging es mit der Lichtkunst aber erst in der 1960er-Jahren, als amerikanische Künstler, allen voran Dan Flavin und Bruce Nauman, Neonröhren als Werkstoff für ihre Kunstinstallationen entdeckten.

Während Flavin eher minimalistisch arbeitete, waren Naumans Arbeiten provokativ. Einige seiner Werke thematisierten zum Beispiel Homosexualität, damals ein Tabu.

Besuchen schauen sich eine Lichtinstallation von Bruce Nauman an. Sie ist rot und zeigt ein Paar beim Sex.
Legende: War damals provokant: «Sex and Death by Murder and Suicide» (1985) von Bruce Nauman. Keystone / Jorge Zapata

Heute hat fast jedes moderne Museum Lichtkunst in seiner Sammlung. Und viele namhafte Künstler und Künstlerinnen benutzen die Form für ihre Werke.

Die Werke der folgenden drei Künstler zeigen, dass ein Geheimnis für die Anziehungskraft der Lichtkunst wohl darin liegt, dass sie uns oft am Werk teilhaben lässt. Und sie uns staunen lässt.

James Turrell bannt die Menschen

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James Turrell: Wenn aus Licht und Farbe neue Welten entstehen
Aus Kulturplatz vom 29.08.2018.
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Wer einmal im Bahnhof Zug stand, wird sich erinnern an das magische Lichtspiel dort. Kreiert hat es der amerikanische Künstler James Turrell. Der heute 76-Jährige gilt als bekanntester «Lichtkünstler».

Eine Frau schaut sich eine pinke Lichtinstallation von James Turrell an.
Legende: Flasht! Eine Lichtinstallation von James Turrell im Jüdischen Museum Berlin (2018). Keystone / Felipe Trueba

In den 1970er-Jahren begann er damit, sogenannte Ganzfeld-Räume zu erschaffen. Die Idee kam ihm, als er als Militär-Pilot durch Wolken geflogen war und dabei komplett die Orientierung verloren hatte. Diesen Effekt wollte er mit seinen Installationen nachbauen.

James Turrell geht es mit seinem Werk darum, die reine Wahrnehmung des Menschen zu schärfen. In einem Turrell-Werk kann man sich Licht- und Farbspiel kaum entziehen.

Jenny Holzer – leuchtende Politik

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Jenny Holzer in der Fondation Beyeler (2010)
Aus 10vor10 vom 14.01.2010.
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Die US-amerikanische Künstlerin Jenny Holzer benutzt häufig Texte, die sie auf Leuchtbändern erscheinen lässt, als Mittel für ihre Kunst. Holzer setzt sich in ihren Werken mit Aids, Politik und patriarchalen Machtstrukturen auseinander.

Leuchtschriften in Museum von Jenny Holzer.
Legende: «The true sound tells him that»: Was Jenny Holzer uns damit sagen will? Aufnahme aus der aktuellen Tate-Ausstellung. 2018 Jenny Holzer, member Artists Rights Society (ARS), NY Photo: Jack Hems

Gegenwärtig sind Licht-Installationen von Holzer in der Londoner Tate Modern zu sehen. Hier läuft beispielsweise ein Text quer durch den Ausstellungsraum. Als hätte jemand Worte in die Luft geschrieben.

Ólafur Elíasson – Licht fürs Wohl

Die «Sonne» von Ólafur Elíasson in der Tate Modern.
Legende: Strahlend schön: Ólafur Elíasson erleuchtete mit seiner Sonne die Tate Modern. Keystone / Alastair Grant

Auch der Mega-Star der zeitgenössischen Kunst arbeitet mit Licht. Ólafur Elíasson, der Däne mit isländischen Wurzeln, installierte 2003 für sein «The Weather Project» eine künstliche Sonne in der Turbinenhalle der Tate Modern und lockte damit rund zwei Millionen Menschen an. Das Publikum konnte zum Teil der Installation werden und sich auch auf die Rückseite der Sonne zu begeben.

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Mehr Licht! Der Künstler Olafur Eliasson will Afrika erhellen
Aus Kulturplatz vom 07.01.2015.
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Elíasson schafft es immer wieder, einen populären Zugang zur Kunst zu finden. Auf Ästhetik und Inhalt verzichtet er dabei nicht. Seit 2013 vertreibt er mit seinem Projekt «Little Sun» eine kleine, solarbetriebene Lampe.

Ein Wohltätigkeitsprojekt, das es Menschen in armen Regionen, die keinen Zugang zur Elektrizität haben, ermöglicht, auch nach Sonnenuntergang eine Lichtquelle zu haben.

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