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In-Game-Fotografie Schöne neue virtuelle Foto-Welt

Grossartige Landschaften, spannungsgeladene Momente: Fotos aus Videospielen sind ein Hinklicker – und sowas wie Kunst.

Der Spiderman von Rookiemlg.
Legende: Spiderman aus der Sicht von Gamer Rookiemlg. Rookiemlg

Eine Glasfassade, in der sich ein Sonnenuntergang spiegelt, das Meer im Hintergrund. Kein ungewöhnliches Foto-Motiv – würde sich in der Bildmitte nicht Spiderman durch die Häuserschlucht schwingen.

Spielen und knipsen

Geschossen hat das Bild Rookiemlg aus Glasgow. Dort gibt es keine Hochhäuser am Meer und Spiderman soll man in der Stadt auch noch nie gesehen haben.

Der 18-jährige Schotte hat das Bild in einem Videospiel aufgenommen, es ist eine sogenannte In-Game-Fotografie.

In den Fotomodus wechseln

«Meistens entdecke ich meine Sujets beim Spielen», sagt Rookiemlg. Wenn er einen Ort besonders interessant finde, wechsle er in den Fotomodus seiner Playstation und halte den Moment fest. Es komme aber auch vor, dass er im Spiel bewusst an einen Ort gehe, um dort ein Foto zu machen.

Rookiemlg investiert nicht viel Zeit in die Nachbearbeitung: Er legt Vignetten-Filter über seine Bilder, um die Ränder abzudunkeln, verändert den Bildausschnitt und sorgt dafür, dass die Linien im Bild dem Blick seiner Betrachter lenken. Mehr Arbeit stecken auch herkömmliche Amateurfotografen selten in ihre Werke.

«Ich sehe mir auch gerne die Game-Bilder von anderen Menschen an», sagt Rookiemlg. «Es ist cool zu sehen, wie kreativ die Menschen in solchen Superheldenwelten sein können.»

Damit ist er nicht alleine. In die Sozialen Medien finden sich unter Hashtags wie #gamephotography, Link öffnet in einem neuen Fenster oder #ps4share, Link öffnet in einem neuen Fenster Hunderttausende Aufnahmen aus Spielen.

Fotos sind Teil des Konzepts

Eines dieser Games, ist Red Dead Redemption 2 – neben Marvel's Spider-Man eines der wichtigsten Spiele des letzten Jahres.

Dieses Game hat den Fotomodus auf mehreren Ebenen ins Konzept aufgenommen: Spieler können Screenshots von ihren Figuren machen, die Figuren können aber auch selbst Fotos schiessen.

«Fotomodi in Games haben in letzter Zeit stark zugenommen», sagt Cory Barlog vom Playstation-Hersteller Sony zur «Washington Post». Es ist schon fünf Jahre her, dass das Unternehmen erstmals einen speziellen Foto-Knopf auf seinen Controllern eingeführt hat.

Das Phänomen habe sich aber erst nach einiger Zeit richtig etabliert. Inzwischen gehöre es zu den Anforderungen, die Spieler an ein neues Game stellen.

Das Bild zeigt einen Cowboy auf einem Pferd vor einer hügeligen Landschaft.
Legende: Täuschend echt: Die Landschaften im Wild-West-Epos «Red Dead Redemption 2» Rockstar

Virtuelle Welten in Videospielen sind heute beeindruckend kunstvoll gestaltet – Fotos aus den Games entsprechend eindrucks- und kunstvoll.

Ist das Kunst?

Jedoch kann man darüber streiten, ob In-Game-Fotografie eine eigene Kunstform ist. Denn die Bilder werden von Spiele-Designern gestaltet, In-Game-Fotos sind also Abbildungen von Abbildungen.

Die meisten In-Game-Fotografen haben allerdings dieselbe Motivation wie Fotografen in der «echten» Welt: Sie wollen die Schönheit des Moments festhalten.

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