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Spektakulärer Gehry-Turm in Arles eröffnet
Aus Kultur Webvideos vom 28.06.2021.
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Kulturzentrum der Superlative Traum einer Basler Milliardärin: LUMA Arles eröffnet

Roche-Erbin Maja Hoffmann hat der südfranzösischen Stadt Arles ein Kulturzentrum geschenkt. Das Highlight: ein Turm von Stararchitekt Frank Gehry. Am Samstag war Eröffnung.

Rund 11'000 Aluminiumkästen zieren die Fassade des 56 Meter hohen Turms des US-amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry, der über die Dächer der südfranzösischen Stadt Arles ragt. Der spektakuläre Bau ist Teil des LUMA-Ausstellungskomplexes der Schweizer Milliardärin Maja Hoffmann, der seit Samstag für die Öffentlichkeit zugänglich ist. 

Was Maja Hoffmann zu Beginn von LUMA – der Name ist ein Kunstwort aus den Vornamen ihrer beiden Kinder Lukas und Marina – noch eine «Utopie für eine Kulturinstitution des 21. Jahrhunderts nannte, ist damit Wirklichkeit geworden. In mehr als zehn Jahren hat Maja Hoffmann auf dem Parc des Ateliers mitten in Arles einen riesigen Komplex mit mehreren Ausstellungshallen, einer Künstlerresidenz, einem Park, einem Café und Restaurant geschaffen. Der unübersehbare Blickfang: der Turm von Gehry. 

Legende: Will in Arles hoch hinaus: Mäzenin Maja Hoffmann an der Seite von Stararchitekt Frank Gehry . Getty Images / Luc Castel

Suche nach Symbiose

Die für Frank Gehry typische auffällige skulpturale Architektur sorgte anfänglich für Polemik. Mittlerweile ist der schräge neunstöckige Schachtelturm zu einem Fotospot geworden. Seine Aussenfassade spielt das Licht der Provence. Im Innern eröffnen elegante Wendeltreppen und Galerien beeindruckende Perspektiven.

Frank Gehrys Konstruktionen sind keine Bauten, sondern Sehenswürdigkeiten. Für Maja Hoffmann sind sie Kunst. Sie habe einen Architekten gesucht, der ein Künstler sei, erklärte die Mäzenin. Die Kosten für den Gehry-Turm werden auf bis zu 150 Millionen Euro geschätzt.

Architektur und Kunst seien zwei Gestaltungsweisen, die sich gegenseitig verstärken, wenn die Symbiose zum richtigen Zeitpunkt und unter den richtigen Bedingungen stattfände, erklärte Hoffmann. So gehören Kunstwerke zum festen Bestandteil des Gehry-Turms – «Isometric Slides» von Carsten Höller im Eingangsbereich, eine lange Metallrutsche, und der monumentale, sich drehende Deckenspiegel von Olafur Eliasson.

Legende: Früher Eisenbahngelände, heute Kulturzentrum, Forschungslabor und Kunstgalerie: das LUMA in Arles. Getty Images / Luc Castel

Ideenschmiede, Forschungslabor und Hommage

Maja Hoffmann hatte das rund elf Hektar grosse Gelände 2010 für rund zehn Millionen Euro erworben. Die fünf Gebäude und Hallen auf dem Gelände eines früheren Reparaturwerks der französischen Eisenbahn wurden sukzessive umgebaut und errichtet. Einige wurden teilweise früher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, zum Beispiel für das Rencontres d’Arles, weltweit eines der bedeutendsten Fotofestivals, das Hoffmann mitfinanziert. 

LUMA Arles versteht sich als Ideenschmiede für Kultur und Ökologie. Architektur, Kunst, Forschung und Umweltschutz greifen hier ineinander. In einem der Gebäude befindet sich das LUMA-Atelier, eine Art Design- und Forschungslabor. Über zehn Mitarbeitende suchen nach lokalen Ressourcen, um neue, weniger umweltbelastende Materialien zu entwickeln. Einige kamen im Gehry-Turm zum Einsatz, wie die Paneelen aus dem Salz der Camargue, dem Naturschutzgebiet südlich von Arles.

Das riesige interdisziplinäre Kunst-und Kulturprojekt ist gewissermassen eine Hommage an ihren Vater. Lukas Hoffmann baute als studierter Zoologe in der Camargue die biologische Forschungsstation La Tour du Valat zum Schutz der mediterranen Feuchtgebiete auf.

Sendung: SRF 1, Tagesschau, 26.6.2021, 19:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Den Turm finde ich witzig.
    Aber bitte nicht mit unserem Geld.

    Das Geld wäre deutlich besser in Schulen in der 3. Welt angelegt gewesen.

    Das vollmundige "Kunst"-gehabe der Superreichen kann ich schon längst nicht mehr hören.

    Abgehobenes für Abgehobene.

    Dafür sollten wir wahrlich nicht mehr unsere Krankenkassenprämien bezahlen.
    Denn von den überteuerten Medikamentenpreisen in der Schweiz - also von uns allen - stammt das Geld der Basler Pharma-Abzocker.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Dieses Sponsoring mutet etwas dekadent an.
  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    Über Kunst kann man Streiten, aber schön dass sich Frau Hoffmann ein gemeinnütziges Projekt unterstützt. Bravo Frau Hoffmann!

    Warum wurde das Projekt nicht in der Schweiz realisiert? Vermutlich weil es hier zuviele kleingeistigen Nörgeler gibt die solche Initiativen nicht zu schätzen wissen.