Kurator und Museumsdirektor Jean-Christophe Ammann ist gestorben

Ammann war einer der bedeutendsten europäischen Museumsleiter und Kuratoren seiner Generation. Der Schweizer starb bereits vergangenen Sonntag, am 13. September, im Alter von 76 Jahren in Frankfurt nach langer Krankheit.

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Jean-Christophe Ammann: der Kunstimpresario

53 min, aus Sternstunde Kunst vom 15.1.2009

«Mit Jean-Christophe Ammann ist einer der grossen, wegweisenden Ausstellungs- und Museumsmacher der Gegenwart verstorben. Er hat den geistigen Grundstein des MMK gelegt und es zu einem bis heute in der ganzen Welt hoch respektierten Museum gemacht», sagte Susanne Gaensheimer, die Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK) .

Sie würdigte Ammann als einen der bedeutendsten europäischen Museumsleiter und Kuratoren seiner Generation. Der Schweizer Kunsthistoriker war Gründungsdirektor des MMK und leitete das 1991 eröffnete Haus von der Planungsphase 1989 bis 2001. Ammann baute dessen Sammlung massgeblich mit aus. «Er schuf das Fundament für ein einzigartiges Museum, das bis heute seinen Geist atmet, und führte es zu internationalem Renommee», teilte das Museum mit.

 Jean-Christophe Ammann hinter einem Stapel Zeitschriften. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Er galt als bedeutender Ausstellungsmacher und Kunsttheoretiker: Jean-Christophe Ammann. Ringier

Von Bern über Basel nach Kassel

Von 1967 bis 1968 war Ammann Mitarbeiter von Harald Szeemann an der Kunsthalle Bern und von 1968 bis 1977 Direktor des Kunstmuseums Luzern, wechselte dann 1978 nach Basel, wo er bis 1988 die Kunsthalle leitete. 1972 half er bei der Konzeption der «documenta 5» in Kassel, 1995 war er für den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig verantwortlich.

Nach seinem Ausscheiden 2001 überliess Ammann dem MMK seine gesammelte Korrespondenz sowie Werke aus seiner Privatsammlung. Er arbeitete bis zuletzt als Kurator, Autor und Kunsttheoretiker.

Sendebezug: Radio SRF2 Kultur, Kulturnachricht, 18. September 2015, 16.30 Uhr