Maler, Tüftler und Sparfuchs: So arbeitete Paul Klee

Zur Sommerferienzeit präsentiert das Zentrum Paul Klee alljährlich eine Sammlungsausstellung. Dabei muss das Haus den Künstler immer wieder neu erfinden. Dieses Jahr stehen die Maltechniken im Mittelpunkt. Die Ausstellung lädt zum Nachmachen ein.

Paul Klee malt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paul Klee in seinem Atelier am Kistlerweg 6 in Bern (Sommer 1939). Felix Klee/Klee-Nachlassverwaltung, Bern

Paul Klee war nicht nur ein Philosoph der Farben und Formen. Er war auch ein haushälterischer Mensch. «Paul Klee hat nichts weggeworfen», sagt Michael Baumgartner, Kurator am Zentrum Paul Klee, der die aktuelle Ausstellung eingerichtet hat.

Bunte Flächen mit zwei Strichfiguren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paul Klee, «St. Georg» (1936) Ölfarbe, Aquarell und Ritzzeichnung auf Grundierung auf Karton. Zentrum Paul Klee, Bern

Leinwandreste oder verworfene Bilder – alles wurde aufgehoben und noch einmal verwendet. So bemalte Klee gelegentlich Rückseiten von Bildern, mit denen er unzufrieden war. Oder er zerschnitt Gemälde und verwendete die Teile einzeln oder ordnete sie neu an.

Die Vielfältigkeit des Handwerks

Die Ausstellung «Paul Klee. Ich bin Maler» zeigt einige dieser zerschnittenen oder beidseitig bemalten Bilder. Die diesjährige Sommerschau des Zentrums Paul Klee rückt einmal nicht die Ideen Klees in den Mittelpunkt, sondern sein Handwerk.

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Ausstellungshinweis

Die Ausstellung «Paul Klee. Ich bin Maler» ist noch bis 30. Oktober 2016 im Zentrum Paul Klee in Bern zu sehen.

Die Ausstellung dokumentiert, wie vielfältig Klee als Maler war. Sie zeigt Bilder in Aquarell, Tempera oder Kleisterfarbe auf unterschiedlichsten Malgründen von Baumwolle und Jute bis zu Hinterglasmalereien.

Wie hat Klee das gemacht?

Dabei stützt sich die Schau nicht nur auf Werke aus der Sammlung des Hauses sowie Schweizer Privatsammlungen. Bildschirmpräsentationen veranschaulichen zudem, wie Klee Farbverläufe in seinen Aquarellen oder mit Kleisterfarbe in die Grundierung eingeritzte Muster auf Gemälden hergestellt hat.

Gesicht mit einem Auge Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paul Klee, «das Auge» (1938), Pastell auf Jute. Privatbesitz CH, Depositum Zentrum Paul Klee, Bern

Reproduktionen seiner beiden Ateliers in München und Bern fördern zusätzlich das Gefühl, dass man dem Meister über die Schulter schauen kann. Am Ende des Saals ist ein Atelier in die Ausstellung integriert.

In den Ateliers kann man selber mit Papier und Farben aktiv werden und den Klee in sich entdecken. Paul Klee, der seiner Mitwelt in seinen Selbstzeugnissen immer eher ironisch-distanziert gegenübertrat, wirkt so sehr publikumsnah.

Zukunft für Sommerausstellungen

«Paul Klee. Ich bin Maler» ist eine typische Sommerausstellung, die zeigt, was vor allem Touristen erwarten, wenn sie nach Bern kommen: viel Paul Klee.

Abstrakte Figur in dicken, schwarzen Stricken auf rotem Grund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paul Klee, «Pomona, über-reif» (1938), Ölfarbe auf Papier auf Jute. Zentrum Paul Klee, Bern

Dazu gehören natürlich auch beliebte Highlights wie «Pomona, über-reif» und «das Auge».

Die kunstaffinen Touristen sind eine wichtige Besuchergruppe für das Zentrum Paul Klee. Ein Blockbuster aber ist die Ausstellung vermutlich nicht. Die ganz grosse Klee-Schau, die findet in diesem Sommer im Centre Pompidou in Paris statt.

Die sommerlichen Sammlungsausstellungen werde es voraussichtlich auch weiterhin geben, wenn Nina Zimmer ab August als «Superdirektorin» die Leitung des Zentrum Paul Klee und des Kunstmuseums Bern übernimmt.

Die neue Direktorin möchte, so teilt das Zentrum Paul Klee mit, den Einfluss Klees auf die internationale Kunst stärker ins Blickfeld rücken.

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