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Der andere Blick Mit dem Fotoapparat das Afrika der Zukunft gestalten

Flurina Rothenberger verbrachte zehn Jahre ihrer Kindheit an der Elfenbeinküste. Als Jugendliche kam sie zurück in die Schweiz – ein Kulturschock. Heute arbeitet sie als Fotografin meist in Afrika und dokumentiert die Veränderungen zwischen Globalisierung und kulturellem Erbe.

Geteiltes Bild: Rechts ein armes Wohnquartier von oben, links drei Jungen posieren am Strand.
Legende: Lomé, Togo / Accra, Ghana. Flurina Rothenberger

Flurina Rothenberger ist als Fotografin zwischen zwei Welten unterwegs. Sie mag das Pulver der Baobabfrucht, welches man hierzulande nur in Afro-Shops kaufen kann, und der Duft von Sheabutter ruft in ihr das Gefühl von Heimat wach.

Heimat ist Afrika, nicht die Schweiz

Ihren allerersten «pagne» – ein buntbedruckter Stoff, den ihre Mutter ihr geschenkt hatte, hat Flurina Rothenberger sorgsam aufbewahrt.

Die gebürtige Zürcherin ist seit Kindsbeinen geprägt vom vielfältigen Alltag in Ländern Afrikas und bewegt sich als Fotografin hauptsächlich dort.

Doch Fotografie studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste, um neue Bilder von Afrika zu schaffen. Die tradierten Vorstellungen des Kontinents hält sie für historisch konstruiert und unbegründet.

Ein anderes Bild von Afrika erschaffen

Deshalb fokussiert sie in ihrer Arbeit hauptsächlich auf die junge Generation, die von den schnellen Entwicklungen durch die Globalisierung, von Mobilität und Migration stark geprägt ist.

Flurina Rothenberger möchte das Bild des afrikanischen Kontinents mitschreiben. Gemeinsam mit den von ihr porträtierten Menschen arbeitet sie am Bild der Gegenwart, aber auch der Zukunft.

So schreibt Flurina Rothenberger mit am Bild Afrikas

  • 1. Prägung in der Kindheit

    «Meine Faszination für Bilder wuchs aus der Kultur heraus, in der ich meine Kindheit verbrachte. Wie jedes Kind prägte und lehrte mich meine Umgebung den Sachbezug zu den Dingen, die ich sah und erlebte.»

    Zweigeteiltes Bild. Rechts ist ein Mann der einen Turban bindet, links eine mit zwei Köpfen bemalte Häuserwand.
    Legende: Accra, Ghana / Ouagadougou, Burkina Faso Flurina Rothenberger
  • 2. Die Kraft des Porträts

    «Ein Porträt sagt viel über die Wünsche und Bestrebungen eines Menschen aus. Und ein Porträt tut immer beides: es legt sowohl den Kontext frei, in dem sich der oder die Porträtierte bewegt und den, in welchem sich die Fotografin bewegt.»

    Geteiltes Bild: Rechts steht eine Frau, links ist ein Strand mit Palmen - ein Mann liegt im Sand.
    Legende: Lomé, Togo / Accra, Ghana. Flurina Rothenberger
  • 3. Junge Generation zwischen Stadt und Land

    «Gegenwärtig beschäftige ich mich mit dem Thema, wie Mobilität und Migration die junge Generation zwischen ländlicher Verwurzelung und urbaner Orientierung beeinflussen.»

    Geteiltes Bild: Rechts ein Haus, darauf ein Schriftzug. Links mehrere junge Männer in Pose.
    Legende: Lomé, Togo / Luanda, Angola. Lomé, Togo / Luanda, Angola
  • 4. Stereotypen als Orientierungshilfe

    «Stereotypen sind eine menschliche Haltung. Die Welt ist kompliziert und wir alle brauchen Stereotypen, um uns darin zurecht zu finden. Ausschlaggebend ist für mich die Frage, wann Stereotypen zur Abwertung des Gegenübers führen.»

    Geteiltes Bild: Rechts ein Paar posiert, links eine Ledersofagarnitur.
    Legende: Luanda, Angola / Luanda, Angola. Flurina Rothenberger
  • 5. Spiel mit der Selbstdarstellung

    «Wenn es ums Spielen mit Stereotypen geht, sind Afrikanerinnen und Afrikaner Weltmeister. Da werden permanent Klischees herbeigezogen, überhöht und veräppelt. Es gibt keine Trennung zwischen Wahrheit und Fake.»

    Geteiltes Bild: Rechts ein armes Wohnquartier von oben, links drei Jungen posieren am Strand.
    Legende: Lomé, Togo / Accra, Ghana. Flurina Rothenberger
  • 6. Weisse Frau mit Kamera

    «Ich als weisse Frau in Afrika mit einer Kamera – das ist eines der grössten Klischees überhaupt. Meine weisse Haut erinnert mich immer daran, dass ich eine Verantwortung habe. Denn jedes Bild, das gemacht wird, fliesst ins kollektive Gedächtnis ein.»

    Geteiltes Bild: Rechts ein Schneider vermisst ein buntes Tuch, links ein Mädchen steht in einer Gasse.
    Legende: Lomé, Togo /Abidjan, Côte d'Ivoire. Flurina Rothenberger
  • 7. Neue Stereotypen schaffen

    «Um neue Bilder von Afrika zu schaffen, muss man die vergangenen und verzerrten Ideen benennen und deren Folgen für die Gegenwart akzeptieren. Es ist leicht, Stereotypen herauszufordern. Man tut es, indem man neue schafft.»

    Geteiltes Bild: Rechts stehen zwei Mädchen nah beieinander und halten die Hände. Links ein Wohnblock – davor ein Haufen Orangen.
    Legende: Marrakech, Maroc / Abidjan, Côte d’ Ivoire. Flurina Rothenberger

Sendung: SRF 2 Kultur, Kontext, 18.11.16. 9.05 Uhr

Flurina Rothenberger

Die Fotografin und Mitinitiantin der Publikation «Edition Nice», einem Jugendprojekt aus Mozambique, ist auch Mitbegründerin von CLAIM editions – einem Verein zur Förderung von jungen Fotografen und Gestalterinnen aus Afrika mit einer eigenen Publikationsreihe.

Webseite von Flurina Rothenberger

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