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Kunst Nationen und ihre Pavillons: 5 gelungene Beispiele der Biennale

Die Sache ist weder einfach noch zeitgemäss. Trotzdem sind auch dieses Jahr an der Kunstbiennale in Venedig fast 90 Nationen mit Länderpavillons vertreten – in den Gardini, im Arsenale und in zahlreichen Palazzi in der ganzen Stadt. Diese fünf sind besonders bemerkenswert.

Menschen in Liegestühlen vor einer Leinwand, auf der ein golden wirkender Mann mit Sonnenbrille inmitten grösserer Tropfen zu sehen ist.
Legende: Wirkt harmlos wie ein Videogame, aber der Eindruck täuscht: «Factory of the Sun» von Hito Steyerl im deutschen Pavillon. Manuel Reinartz

Länderpavillons an der Biennale

  • Menschen in Plastikstühlen vor einer Leinwand.
    Legende: Bild Manuel Reinartz

    Deutschland: Mal wieder alles richtig gemacht

    Der deutsche Pavillon in den Gardini zeigt nicht nur eine, sondern gleich vier Positionen. Das ist anspruchsvoll, aber Florian Ebners Auswahl überzeugt. Neben Arbeiten von Olaf Nicolai und dem Duo Jasmina Metwaly/Philip Rizk sind Tobias Zielonys Fotos von Flüchtlingen zu sehen: keine Opfer, sondern Aktivistinnen und Aktivisten gegen das deutsche Asylrecht. Nicht zu verpassen: Hito Steyerls Film «Factoy of the Sun». Er tarnt sich als Videogame, verlässt aber schon im ersten Level das harmlose Spiel und landet in einer Realität, in der die Deutsche Bank wie eine Verbrecherbande handelt.

  • Aquarellbild von Haider Jabbar.
    Legende: Aquarellbild von Haider Jabbar. Ruya Foundation

    Irak: Kunst im Zeichen des Terrors

    Auch der Irak ist in Venedig mit einem Pavillon vertreten, finanziert durch eine Stiftung von Exilirakern. Die Kunst, die unter dem Titel «Invisible Beauty» zu sehen ist, zeugt vom Terror des IS, unter dem das Land leidet. Kurator Philippe van Cauteren zeigt fünf beeindruckende Positionen. Neben Arbeiten von Akam Shex Hadi, Rabab Ghazoul und Salam Atta Sabri sind Aquarelle von Haider Jabbar (Bild) zu sehen: Er malt die Köpfe enthaupteter Menschen. Das ist die Gegenwart. Die Vergangenheit des Irak zeigen Latif Al Nanis Fotos aus den 60er-Jahren: Sie halten den Aufbruch in die Moderne fest.

  • Das kanadisch Kollektiv BGL mit ihrer Murmelbahn für Münzen.
    Legende: Listicle-Bild Keystone

    Kanada: Ein bisschen Spass muss sein

    Schwergewichtig und schwer verdaulich ist dieses Jahr die allgemeine Ausstellung «All the World‘s Futures» von Okwui Enwezor für die 56. Kunstbiennale von Venedig. Und viele Länderpavillons tun es ihm gleich. Bloss Kanada schert aus. Das Künstlerkollektiv BGL versetzt für «Canadassimo» einen verstaubten Tante-Emma-Laden aus Quebec nach Venedig, samt Chipspackungen und Tütensuppen. Und auf dem Dach kann mit Euro-Münzen Murmeln gespielt werden.

  • Besucher der Biennale auf dem Gebetsteppich einer alten Kirche, die zu einer Moschee umfunktioniert wurde.
    Legende: Bild Keystone

    Island: Die erste Moschee

    Der Schweizer Christoph Büchel hat den isländischen Pavillon ausgerichtet und zeigt keine Kunst im engeren Sinne: Der Künstler machte aus einer aufgehobenen Kirche die erste Moschee in der historischen Altstadt Venedigs. Zur Eröffnung liessen sich Gläubige und Kunstvolk einträchtig und barfuss auf dem Gebetsteppich nieder. Gegen viele Widerstände hat Büchel das Projekt auf Zeit durchgebracht und rührt damit an ein Tabu.

  • Leerer Raum mit schwarzer Decke und schwarzem Boden, darin eine weisse Bank.
    Legende: Bild Keystone

    Österreich: Rückzugsort

    Minimalistisch und äusserst wirkungsvoll präsentiert sich der österreichische Pavillon dieses Jahr. Auf den ersten Blick ist gar keine Kunst zu sehen. Wer aber genauer hinsieht, entdeckt Heimo Zobernigs architektonische Intervention: Eine pechschwarze Decke wurde in die Räume eingezogen, die über den Köpfen der Besucher zu schweben scheint, und auch der Fussboden ist schwarz. Ein Kunst-Spa für hundemüde Biennale-Besucher.

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