Zum Inhalt springen
Inhalt

«Safety Travelling» Künstlerin schiesst Burka-Selfies auf Flughäfen

Was passiert, wenn man sich für ein Kunstprojekt verhüllt und unter die Menschen begibt? Nural Moser hat es ausprobiert.

Legende: Video Nural Mosers Projekt «Safety Travelling» abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus SRF Kultur vom 14.11.2018.

Bevor Nural Moser mit dem Flugzeug fliegt, zieht sie sich um. Sie schlüpft nicht in eine bequeme Jogginghose. Sondern streift sich eine Burka über – und postet davon ein Selfie auf Instagram.

Angefangen hat Nural Mosers Performance vor zwei Jahren. Damals fing die österreichische Künstlerin mit syrischen und türkischen Wurzeln an, einen Turban gegen die Kälte tragen.

Veränderter Blick

«Dann habe ich gemerkt, wie sich das Verhalten der Menschen mir gegenüber verändert hat», erzählt sie im Gespräch mit dem Monopol Magazin, Link öffnet in einem neuen Fenster. Moser beginnt, ihren Körper ganz zu verhüllen.

Frauen mit Hidschab sprechen sie an, Männer schauen ihr nach. Andere Männer nicht mehr. Die Sicherheits-Checks sind ausführlicher als sonst.

Ausstellunshinweis

Der Kunstraum «Bikini Space, Link öffnet in einem neuen Fenster» in Basel stellt noch bis zum 23. November 2018 Nural Mosers Serie «Safety Travelling» aus.

Und sie erlebt die einengende Wirkung, die verhüllende Kleidung haben kann: «Es macht mir keinen Spass, unter einer Burka zu sein. Alle Sinnesorgane sind blockiert, man kann sich nicht richtig bewegen oder mit dem Umfeld interagieren.» Wie ein menschengemachtes, tragbares Gefängnis sei das.

Wie reist man sicher?

Die teilweise muslimisch geprägte Familie Mosers störe sich nicht an ihrer Performance, sagt sie im Monopol-Interview. Hauptsache, sie werde nicht verhaftet.

Nural Moser nennt ihre Serie «Safety Travelling». Einerseits spielt sie damit auf die Sicherheits-Checks am Flughafen an.

Gleichzeitig geht es auch um unsere Unsicherheit, wenn wir verhüllten Personen gegenüberstehen. Und um ihre eigene, vermeintliche Sicherheit, die ihr die Verhüllung geben soll.

Weibliche Unterdrückung

Mosers Ansatz ist kritisch: «Die Burka ist eines der stärksten visuellen Zeichen der weiblichen Unterdrückung», sagt sie. Trotzdem geht sie lust- und humorvoll mit ihrer Bekleidung um.

Das kann sie auch. Denn eines unterscheidet Nural Moser von den anderen Burka-Trägerinnen: Sie kann ihre Verhüllung abstreifen wann immer sie will.

«Künstlerin Nural Moser: Burka-Influencerin oder Staatsfeind Nummer Eins»: Zum Interview, Link öffnet in einem neuen Fenster im Monopol Magazin.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.