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Legende: Audio Schweizer Medienkunst im Haus der elektronischen Künste abspielen. Laufzeit 03:18 Minuten.
03:18 min, aus Kultur-Aktualität vom 05.03.2019.
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Schweizer Medienkunst Wer bin ich, und wenn ja, wie viele Daten?

Geräte und Grenzen, Angst und Alltag: Eine Ausstellung im Haus der elektronischen Künste zeigt aktuelle Schweizer Medienkunst.

Laut hier! Ein akustisches Chaos füllt den Ausstellungsraum im Haus der elektronischen Künste in Basel. Verantwortlich dafür ist die Installation der Schweizer !Mediengruppe Bitnik.

Boxen auf Beton

Aus zwei Lautsprechern erklingt elektronische Musik. Eine Frauenstimme ruft nach «Alexa», «Siri» oder «OK-Google» – nach jenen digitalen Assistentinnen also, die gerade Teil unseres Alltags werden und ständig auf Anweisungen warten.

Sie stehen in Form von kleinen Boxen auf dem Betonboden und reagieren auf die Stimmen aus den Lautsprechern oder der Besucher.

Zwei grosse Boxen stehen neben einem Bildschirm. Davor stehen fünf weisse kleinere trinkflaschengrosse Boxen, die alle von einer Steckleiste mit Strom versorgt werden.
Legende: «Alexiety» von Bitnik: Die Boxen reagieren auf die Stimmen im Raum – und aufeinander. zvg / Tim Marti

Kurator Boris Magrini hat eine Medienkunst-Ausstellung zusammengestellt, die Wissen über Technik, Digitalisierung und Datenpolitik vermitteln will.

Die Künstlerin Lauren Huret sowie die Künstlergruppen Fragment.in und Bitnik zeigen in ihren neuen und älteren Werken aber auch, was der jungen Schweizer Medienkunst gemein ist.

Da ist viel Konzeptkunst, die mit allerhand technischen Geräten oder Algorithmen die Auswirkungen der Digitalisierung hinterfragt und kritisiert.

Angst und Amazon

Fragen aufwerfen und Kritik anbringen will auch die Installation der !Mediengruppe Bitnik. Die Arbeit «Alexiety» thematisiert unser Verhältnis zu unseren Geräten.

Der Name der Installation deuten die Stossrichtung an: «Alexa», die digitale Assistentin von Amazon, verschmilzt mit «Anxiety», dem englischen Wort für «Besorgnis».

Doch wo soll die Sorge beim Publikum einsetzen? Dass unsere Smartphones oder Computer uns ständig zuhören oder Daten sammeln und weitergeben, scheint im Alltag keine Angst zu machen.

Ein Smartphone und zwei Wärmelampen sind in einem Glaskasten.
Legende: «Your Phone needs to cool down.» Die Installation von Fragment.in zeigt: Technik schadet nicht nur dem Klima, sie wird auch unter der steigenden Hitze leiden. zvg / Franz Wamhof

Das weiss auch Bitnik und versucht mit ihrer Form von Medienkunst, die Zuschauerinnen mögliche Auswirkungen von technischen Entwicklungen spüren zu lassen.

Die einzelnen Assistentinnen beginnen mit der Zeit aufeinander zu reagieren und die Menschen im Raum auszuschliessen. Besucherinnen werden zu blossen Zuschauerinnen der digitalen Systeme.

Schwer verdaulich

Etwas mehr Geduld fordert die Entschlüsselung von Lauren Hurets Werken. Die Video-Installationen der Genferin zeigen Bilder, die bearbeitet und mit digitalen Kritzeleien übersäht sind.

Vier hochformatige Bildschirme auf einem schwarzen Hintergrund. In jedem Bildschirm sieht man eine Frau von hinten, als ob sie auf einer Glasscheibe liegen würde.
Legende: An der Grenze zwischen Körper und Bildschirm: «Deep Blue Dream IV» von Lauren Huret. zvg / Tim Marti

Ihr Thema ist schwer verdaulich: Die Genferin porträtiert die Arbeit der sogenannten Content-Moderatoren. Das sind Menschen, die gegen schlechte Bezahlung pornografische Inhalte oder heftige Gewalt-Darstellungen aus den sozialen Netzwerken entfernen.

Diese Content-Moderatoren – würde Lauren Huret sagen – opfern sich emotional für alle User von sozialen Netzwerken.

Ausstellungshinweis

Die Ausstellung «Schweizer Medienkunst: !Mediengruppe Bitnik, Fragment.in, Lauren Huret» ist noch bis zum 21. April 2019 im Haus der elektronischen Künste, Link öffnet in einem neuen Fenster in Basel zu sehen.

Was braucht es, damit Medienkunst zugänglich ist, ohne banal zu wirken? Diese Frage beantwortet die Ausstellung im Haus der elektronischen Künste mehrheitlich gelungen.

Alle ausgestellten Kunstwerke schlagen die Brücke von der eigenen Lebenswelt zu den komplexen digitalen und technischen Prozessen. Gleichzeitig heben die Werke keinen moralischen Zeigefinger – und lassen Raum für eigene Interpretationen und Meinungen.

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