Shia LaBeouf: Ein Augenschein auf seine seltsame «Kunst»

Eigentlich ist Shia LaBeouf Schauspieler. Doch seine Schauspielkunst sorgt in letzter Zeit für weniger Aufsehen als seine Kunstaktionen. Bei seinem aktuellem Projekt fährt er per Anhalter durch die USA. Ist das Kunst oder kann das weg? Sechs absurde und aussergewöhnliche Auftritte des Shia LaBeouf.

Shia LaBeouf trägt eine Sonnenbrille. In der Sonnenbrille sieht man Menschen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Ende seines Künstlerlebens ist nicht in Sicht: Shia LaBeouf. Getty Images

«Mein Leben ist Performance-Kunst», sagte Shia LaBeouf einst. Mit einer bildenden Künstlerin und Tänzerin zur Mutter, bekam der US-amerikanische Schauspieler die Kunst bereits in die Wiege gelegt. Seine ersten Schritte machte LaBeouf als Kinderschauspieler in der Disney Channel-Serie «Even Stevens». Mit Rollen in «Disturbia» und dem Blockbuster «Transformers» wurde der kleine Star später ein grosser – und spielte auch in weniger massentauglichen Filmen wie Lars von Triers «Nymphomaniac» mit.

Doch seit «Nymphomaniac» stellt sich LaBeouf vor allem als Künstler zu Schau. Getrieben von einem «animalischen Bedürfnis, Liebe auszudrücken, das er im Film nicht ausleben könne», ist Performance-Kunst seine neue Ausdrucksform geworden. Die schrägsten und skurrilsten Momente aus dem Leben des Künstlers Shia LaBeouf.

    • 1.
      Shia, der Stöppler

      Wenn Shia LaBeouf auf der Strasse steht, geht er kunstvolle Wege: Zusammen mit zwei Künstlern reist er seit Montag per Anhalter durch die USA. Unter dem Hashtag #TakeMeAnywhere gibt LaBeouf auf Twitter seine Koordinaten durch. Wer will, kann ihn am Strassenrand auflesen. Und mit LaBeouf nach dem «Sinn» – so sein deklariertes Ziel des Projekts – suchen.

    • 2.
      Kunst im Käfig
      Shia LaBeouf liegt neben Maddie ZIegler. Sie tragen hautfarbene Kleider. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Mit vollem Körpereinsatz: Shia LaBeouf und Maddie Zieglers Duo sorgte für Aufruhr. Screenshot / Youtube

      Wenn sie tanzt, bleibt kein Mund zu: Die mittlerweile 14-jährige Maddie Ziegler hatte im Musikvideo von «Chandelier» der Sängerin Sia in einer Soloperformance gefühlt jeden an die Wand getanzt. Im Käfig gebändigt, aber nicht mit weniger Wucht gibt sie zum Sia-Song «Elastic Heart» an der Seite von Shia LaBeouf einen weiteren, wilden Tanz zum Besten. Zu tierisch, zu anrüchig? Pädophilie-Vorwürfe wurden wegen des Videos laut. Ein kunstvoller Wurf ist das Video – nicht nur Zieglers wegen – trotzdem.

    • 3.
      Bingewatchen mit LaBeouf
      Shia LaBeouf isst Popcorn und sitz in einem Kinosessel. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Genug Zeit, um Popcorn zu essen: Shia LaBeouf schaut sich selbst zu. Screenshot / Youtube

      72 Stunden: So lange harrte der Schauspieler in einem Kinosessel aus. Auf dem Programm: All seine 29 Filme. LaBeouf konnte man dabei live Bingewatchen zusehen. Seine Reaktionen: gelangweilt bei «Nymphomaniac», gerührt bei «Man Down» und sehr schläfrig bei «Transformers». Kunst im Kino? Naja, aber unterhaltsam.

    • 4.
      Renn, Shia, renn!
      Shia LaBeouf in einem farbigen Trainingsanzug. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Bereit, um seine Runden zu drehen. Screenshot Youtube

      Violette Leggings, neongrünes Muskelshirt, türkis-pinke Treter: Wenn LaBeouf für eine Kunstaktion rennt, dann mit Stil. Für das Projekt #Metamarathon rannte er sportliche 144 Mal um das Amsterdamer Museum Stedelijk, während drinnen Menschen eine Marathon-Konferenz absassen. Kunst? Immerhin ist Ausdauer am Werk.

    • 5.
      Nicht von Pappe
      ShiaLaBeouf trägt einen Anzug und einen Karton auf dem Kopf mit der Aufschrift: «I am not famous anymore». Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Schick in Karton: ShiaLaBeouf an der Berlinale 2014. Keystone

      Wer berühmt ist, dem kann es schon mal zu Kopfe steigen. Um sein Haupt zu schützen, zog sich Shia LaBeouf an der Berlinale 2014 eine Kartontüte über den Kopf – mit der Aufschrift: «I’m not famous anymore». Kurz zuvor hatte er sich von einer Pressekonferenz zu «Nymphomniac» mit den Worten «Wenn die Möwen dem Fischkutter folgen, tun sie das, weil sie denken, dass Sardinen ins Meer geworfen würden» vorzeitig verabschiedet. Grund für sein seltsames Abtauchen: Er soll bei einem Kurzfilm von einem Comic abkupfert haben.

    • 6.
      Shia sitzt seine Schuld ab
      Shia LaBeouf sitzt an einem Tisch mit einem Anzug. Er trägt wieder einen Kartonhut. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Er sitzt seine Schuld ab: Shia LaBeouf bei seiner Performance #Iamsorry. Luke Turner

      Ein paar Tage nach seinem Auftritt an der Berlinale tritt LaBeouf in die Fussstapfen der Marina Abramovic: Unter dem Ausstellungstitel #Iamsorry – immer noch wegen dem Plagiatsvorwurf – hielt er an sechs Tagen in einer Gallerie in Los Angeles mit bewährter Kartontüte auf dem Kopf an einem Tisch sitzend mit Besuchern Blickkontakt. Abramovic, die in einer berühmten Kunstperformance mehr als 700 Stunden Menschen in die Augen schaute, zeigte sich von LaBeouf sitzender Sühne wenig beeindruckt. Ihre Reaktion: «Seine Aktion hat mit meiner Kunst nichts zu tun.»