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Swiss Institute New York Ein Zuckerwürfel für Schweizer Kunst – mitten in Manhattan

32 Jahre nach seiner Gründung eröffnet das Swiss Institute sein erstes langfristiges Heim – und hat grosse Ambitionen.

Das New Yorker East Village ist eine menschenfreundliche Mischung aus Wohn- und Ausgehviertel: Schulen liegen neben Tattoo-Geschäften und vegetarischen Sushi-Restaurants, Schuhmacher neben Bars und Gemeinschaftsgärten. Mittendrin eröffnet das Swiss Institute, Link öffnet in einem neuen Fenster (SI) nun sein neues Zuhause.

Hereinkommen erwüscht

Das ehemalige Bankgebäude an der Ecke St. Marks und Second Avenue gleicht einem Zuckerwürfel. Allerdings einem mit viel Glas: Die renommierte Architekturfirma Selldorf hat die helle Backsteinfassade mit Fenstern durchsetzt.

Das ist ganz im Sinn des SI-Direktors Simon Castets. Diese Transparenz soll Passanten zum Hereinkommen ermuntern: «Unser Ziel ist es, möglichst vielen unterschiedlichen Leuten möglichst viel und Unterschiedliches zu bieten.»

Ein hellgraues kubistisches Gebäude mit vielen Fenstern.
Legende: Viel Glas: Das neue Heim des Swiss Institute soll mit Transparenz die Passanten zum Hereinkommen ermuntern. SELLDORF ARCHITECTS

Bücher, Kunst und gute Aussichten

Konkret heisst das: Eine Kunstbuchhandlung, eine Bibliothek, Veranstaltungsräume und eine Dachterrasse, von der aus man eine prächtige Aussicht bis hin zum Empire State Building geniesst.

Und Kunst natürlich: Kunst mit Bezug zur Schweiz, wie schon vor 32 Jahren, als das SI in New York von Schweizer Kunstschaffenden gegründet wurde.

Freizeitangebot für Jung und Alt

Der neue Standort ist sorgfältig gewählt: Das East Village hat eine Tradition als Nabel der New Yorker Kulturszene. Mit den Theatern, Avantgardekinos und Performancebühnen der unmittelbaren Nachbarschaft will man beim Swiss Institute zusammenzuarbeiten.

Neu ist auch das Freizeitangebot für Kinder, Familien und Senioren, das von Künstlerinnen und Künstlern kuratiert wird. Simon Castets: «Wir wollen Brücken schlagen und Leuten Zugang zu Kunst verschaffen, die sonst nicht in Museen gehen.»

Ob alt oder jung, kunstfremd oder nicht: Auf jeden Fall hofft man, die Zahl der bisher 20'000 Besucher pro Jahr zu erhöhen.

Erstmals langfristige Planung möglich

Der Eintritt ist gratis – Umzug und Umbau waren es nicht. Die fünf Millionen Dollar dafür haben ausschliesslich private Gönner und Stiftungen berappt. Schweizer Firmen spendierten einen Teil der Infrastruktur.

Schindler zum Beispiel lieferte den Aufzug, den die Künstlerin Pamela Rosenkranz rosarot gestaltet hat. Vitrocsa die Fenster, die jetzt Vorhänge von Jill Mulleady zieren.

«Nach Jahren als Kurz- und Kürzestmieter an verschiedenen Orten haben wir hier zum ersten Mal die Möglichkeit, langfristig zu planen», sagt Simon Castets. «Das ist ein radikaler Schritt und eine grosse Chance.»

Die globale Perspektive

Die Eröffungsausstellung haben Fredi Fischli und Niels Olsen konzipiert, die Leiter des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur an der Zürcher ETH. Unter dem Titel «Readymades Belong to Everyone, Link öffnet in einem neuen Fenster» zeigen sie Werke von über 50 Künstlerinnen und Künstlern aus 17 Ländern. Das Thema: Kunst drinnen und draussen, Zufallsobjekte und das urbane Universum, das alles zusammenhält.

Diese Multi-Kulti-Schau soll die internationale Ausrichtung des Swiss Institute unterstreichen. «Wir sind stolz auf unsere Schweizer Wurzeln», so Simon Castets. «Aber unsere Mission war immer mit einer globalen Perspektive, mit einem globalen Dialog über Kunst verbunden.»

Ein umfunktionierter Geldbunker

Castets prophezeit dem Swiss Institute eine Zukunft als pulsierendes Kulturzentrum. Und wer zwischen künstlerischer Erbauung und Cocktails auf dem Dach doch nach dem «Swiss» im Institute fragt, dem wir ein Hinweis auf den Ursprung dieses Hauses auf die assoziativen Sprünge helfen – es war einst ein Geldbunker.

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