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Literatur Friedenspreis für Journalistin Carolin Emcke

Sie hat Kriegsgebiete bereist und darüber geschrieben: Carolin Emckes Arbeit sei ein Vorbild in einer Zeit voller Konflikte, meint der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – und verleiht ihr den diesjährigen Friedenspreis.

Carolin Emcke lacht.
Legende: Schreiben als Engagement: Carolin Emcke. Imago

Carolin Emcke setzt sich schwierigen Lebensbedingungen aus und beschreibt auf sehr persönliche und ungeschützte Weise, wie Gewalt, Hass und Sprachlosigkeit Menschen verändern können. Für ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden erhält die deutsche Journalistin Carolin Emcke vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels deshalb den Friedenspreis.

Emcke, die in Mülheim an der Ruhr geboren wurde und in Berlin lebt, hat unter anderem als Redaktorin beim deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und als freie Autorin für die Wochenzeitung «Die Zeit» gearbeitet. Für die «Süddeutsche Zeitung» schreibt sie eine wöchentliche Kolumne.

Ein Essay über das Begehren

In Artikeln und Essays berichtet sie aus Krisen- und Kriegsgebieten, etwa aus Afghanistan, Pakistan, Irak und dem Gaza-Streifen. Aus Briefen entstand 2004 ihr erstes Buch «Von den Kriegen – Briefe an meine Freunde». Für einen Essay über die Rote Armee Fraktion, der auch als Vorlage für ihr Buch «Stumme Gewalt. Nachdenken über die RAF» (2008) diente, erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis. Viel Aufmerksamkeit erhielt auch ihr Essay «Wie wir begehren» (2012), in dem sie sich mit der Entdeckung ihrer eigenen Homosexualität befasste.

Den Dialog zulassen

Mit analytischer Empathie appelliere Emcke an das Vermögen aller Beteiligten, zu Verständigung und Austausch zurückzufinden, teilte der Börsenverein mit. Ihr Werk werde somit Vorbild für gesellschaftliches Handeln in einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte den Dialog oft nicht mehr zulassen. «Ihr Werk mahnt, dass wir uns dieser Aufgabe stellen müssen», heisst es in der Würdigung.

Der mit 25'000 Euro dotierte Preis wird am 23. Oktober zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche in Frankfurt verliehen. Mit dem Preis werden seit 1950 deutsche und internationale Schriftsteller, Philosophinnen und Wissenschaftler geehrt, die «zur Verwirklichung des Friedensgedankens» beigetragen haben. Letztes Jahr hatte der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani den Preis erhalten.

Sendung: Nachrichten, SRF 4 News, 24.06.2016, 11:00 Uhr.

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