Literaturclub Plus: Schweizer Literatur?

Alain Bersets flammende Rede in Leipzig begeisterte viele – und stellte eine wichtige Frage in den Raum: Gibt es eine Schweizer Literatur? Oder vielmehr Schweizer Literaturen? Die Frage löste rege Diskussionen aus – auch im «Literaturclub Plus».

Video «Literaturclub Plus: Was ist Schweizer Literatur?» abspielen

Literaturclub Plus: Was ist Schweizer Literatur?

8:28 min, vom 18.3.2014

«Gibt es eigentlich eine Schweizer Literatur?», fragt Elke Heidenreich und löst damit eine rege Diskussion aus. Stefan Zweifel erklärt, dass die Schweiz bereits im 19. Jahrhundert ein Umschlagplatz der Dichter und Denker war. Ivan Farron, Schriftsteller und Kritiker aus Lausanne, zückt ein Buch von Philippe Jaccottet, den er als typisch schweizerisch charakterisiert. Jaccottet kann Deutsch und hat Hölderlin und Musil ins Französische übersetzt. Und Fabio Pusterla – ein Dichter aus dem Tessin – hat Jaccottet wiederum auf Italienisch übersetzt.

Das sei eben auch typisch schweizerisch, sagt Paola Gilardi, Germanistin aus Mendrisio. Man habe diese grossen Kulturräume als Background, von denen man sich aber gleichzeitig abgrenzen müsse. Und bedingt durch die Vielsprachigkeit gebe es eine grosse Offenheit für formale Experimente, wahrscheinlich auch, weil der Markt sowieso sehr klein ist.

Bloss: «Die Schweizer schreiben nicht mehr über die Schweiz», sagt Ivan Farron. Die einzigen, die das heute noch tun, seien jene Literaten mit Migrationshintergrund. Das beste Beispiel sei Lukas Bärfuss‘ neuer Roman «Koala». Dass dieser in Thun angesiedelt sei, spiele im Roman keine Rolle.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 18.03.2014 22:20

    Literaturclub
    Bärfuss, Elmiger, Chirbes, Burger und Schätzing

    18.03.2014 22:20

    Stefan Zweifel, Elke Heidenreich, Paola Gilardi und Ivan Farron diskutieren im März über Lukas Bärfuss: «Koala», Dorothee Elmiger: «Schlafgänger», Rafael Chirbes: «Am Ufer», Hermann Burger: «Die künstliche Mutter», und über Frank Schätzing: «Breaking News».