Mit Witz gegen machtgierige Potentaten

Der tägliche Überlebenskampf in den Grossstädten, die zunehmende Vereinzelung, der Kampf gegen die Korruption: Das ist Stoff für die junge und urbane Literatur Schwarzafrikas.

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Bildlegende: Macht sich lustig über die politischen Zustände seines Landes: Der französisch-kongolesische Autor Alain Mabanckou. Imago

«Hühnerscheisse, so nennt man uns Dichter und Schriftsteller» sagt der kenianische Autor Tony Mochama: «Man findet uns nutzlos und nimmt uns nicht ernst.» Die Akzeptanz der Schriftsteller in der Bevölkerung mag gering sein und vom Schreiben kann kaum einer leben. Doch Stoff für Geschichten gibt es zuhauf.

Afrika hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Die Urbanisierung hat massiv zugenommen mit all ihren Vor- und Nachteilen. Diese veränderten Lebensverhältnisse spiegeln sich in der Literatur Schwarzafrikas.

Mit Witz und Schärfe

Junge Autorinnen und Autoren schreiben vor allem über den täglichen Überlebenskampf in den Grossstädten, die zunehmende Vereinzelung, den Kampf gegen die Korruption. In Gedichten, Liedern und Romanen äussern sie sich über den Wahnsinn des grossstädtischen Alltags in ihrem Land.

Die Politik als literarisches Thema ist nicht mehr so zentral wie bei älteren Autoren. Doch wenn jüngere Autoren über politische Themen schreiben, tun sie es mit viel Witz und Schärfe. Sie machen sich dabei auch lustig über machtgierige Potentaten und die politischen Zustände ihres Landes, wie etwa Alain Mabanckou in seinem Roman «Zerbrochenes Glas».

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