Eigentlich führen die Tigerente, der Tiger und der Bär ein glückliches Leben in ihrem gemütlichen Häuschen am Fluss. Aber eines Tages entdeckt der Bär beim Angeln eine Kiste, die mit «Panama» angeschrieben ist und so gut nach Bananen riecht. Sofort wird Panama zum Land der Träume für den kleinen Bären. Und so machen er und seine Freunde sich auf den Weg dorthin.
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Bild 1 von 3. Die Tigerente darf nie fehlen: Der Tiger und der Bär ziehen los, nach Panama. Bildquelle: Beltz & Gelberg in der Beltz Verlagsgruppe Weinheim Basel.
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Bild 2 von 3. Unterwegs erleben sie viele Abenteuer. Bildquelle: Beltz & Gelberg in der Beltz Verlagsgruppe Weinheim Basel.
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Bild 3 von 3. Und als sie Panama endlich gefunden haben, machen sie ein Freudetänzchen. Bildquelle: Beltz & Gelberg in der Beltz Verlagsgruppe Weinheim Basel.
Sie gehen im Kreis, merken es nicht – und landen nach einer aufregenden Reise wieder dort, wo sie zuhause waren. Aber ihr Häuschen ist mittlerweile so verfallen, dass sie es nicht erkennen.
Sie richten es wieder gemütlich her: «Das kleine Haus bei den Sträuchern kam ihnen jetzt so schön vor wie kein Platz auf der Welt. «O Tiger», sagte jeden Tag der kleine Bär, «wie gut es ist, dass wir Panama gefunden haben, nicht wahr?»
«Oh, wie schön ist Panama» ist eine liebevoll erzählte Geschichte, die allen Generationen grosses Identifikationspotenzial bietet: Sie erzählt von Fernweh und Abenteuern, von Freunden und Geborgenheit, Zusammenhalt und Zufriedenheit. Angereichert mit einer Prise Humor und viel Empathie für die kindlich gezeichneten Figuren, die man sofort ins Herz schliesst.
«Wie ein Rettungsring»
Diese heile Welt ist ein wesentlicher Faktor für die Zeitlosigkeit von Janoschs Geschichten. Man kann in sie eintauchen und sich darin verlieren. Eine Art Seelenpflaster. Nicht nur für die Leserschaft, sondern auch für den Autor selbst. In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger sagt Janosch 2016: «Ich suchte immer alles das, weil es in meiner Familie nicht vorkam, wie einen Rettungsring.»
Janosch bezieht sich auf seine Kindheit. Am 11. März 1931 kommt er in einem oberschlesischen Bergarbeiterort im heutigen Polen zur Welt, wächst auf mit alkoholsüchtigen, gewalttätigen Eltern. Seine ersten Lebensjahre sind geprägt von Armut, Bosheit und Dummheit. «Meine Eltern interessierten keine Farben», erzählt er 2010 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Auch als junger Mann geht es vorerst trostlos für ihn weiter. Er scheitert an der Aufnahmeprüfung der Kunstakademie in München. Und plant einen Racheakt: Er will ein – nach eigenen Worten – kitschiges Buch machen. Das tut er. Nun wendet sich das Blatt: Mit «Oh, wie schön ist Panama» schafft er 1978 den Durchbruch. Seine Leserschaft findet es gar nicht kitschig, sondern grossartig. Seither haben die Tigerente, der Tiger, der Bär und viele andere Figuren in vielen Kinderzimmern auf der ganzen Welt eine Heimat gefunden.
Für Kinder – und Erwachsene
Janoschs Geschichten sind wohl auch bis heute so beliebt, weil sie nicht predigen, sondern zeigen, dass der Autor die kindliche Perspektive nicht verloren hat. Er ist ein Verbündeter seiner Leserschaft. Das gilt auch für diejenigen Bücher, die er für die Erwachsenen geschrieben hat. Er erzählt darin unter anderem von seinen traumatischen Kindheitserinnerungen. Aber, zum Beispiel im Roman «Polski Blues», auch vom Wert der Freundschaft und der Kunst, das Leben zu meistern.
Unvergessen sind auch Janoschs Kolumnen im Magazin der Wochenzeitung «Die Zeit»: Wondrak, ein Mann mit Schnurrbart und gelb-schwarzer Garderobe, gibt darin Antworten auf kleine und grosse Lebensfragen.
So wie Janosch selbst. In einem Interview mit Schweizer Radio SRF sagte er 2017: «Je weniger man braucht, umso glücklicher ist man.»
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Bild 1 von 3. Herr Janosch, was brauchen wir, um all die Grenzen zu überwinden, die uns trennen? Antwort: «Vor allem Flügel.». Bildquelle: Janosch/Reclam.
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Bild 2 von 3. Herr Janosch, was schenkt Wondrak Ihnen zum Geburtstag? Antwort: «Eine wunderschöne Wachsblume. Sie hält sich jetzt schon seit fünf Geburtstagen und ist immer noch frisch.». Bildquelle: Janosch/Reclam.
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Bild 3 von 3. Janoschs Illustrationen, die in der Wochenzeitung «Die Zeit» erschienen sind, wurden gesammelt als Buch publiziert: «Wondrak für alle Lebenslagen» (2021). Bildquelle: Janosch/Reclam.