The Rolling Stones schleifen sich selbst

Covern bedeutet, einen Edelstein neu zu schleifen. Meistens tun das nicht die, die ihn gefunden haben. Covern ist das Geschäft der anderen. Was aber, wenn eine Band sich selbst schleift?

Mick Jagger trägt ein goldenes Jackett und sing in sein Mikrophon. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mick Jagger und Co.: nach mehr als 50 Jahren noch immer im Showgeschäft. Keystone

November 2006. «Sympathy for the devil». Im New Yorker Beacon Theatre spielt, wer von den Rolling Stones übrig geblieben ist. 1968 hatten Jagger und Richards das extatisch-sehnige Lied komponiert. 38 Jahre später machen sie das Original zur Coverversion.

Radiobeitrag

6:15 min, aus Kultur kompakt vom 18.07.2013

Das Konzert im Beacon Theatre wird von Meisterregisseur Martin Scorsese gefilmt, unzählige Oscarpreisträger an den Kameras, Bill Clinton mit Familie im Publikum. Breitwand-Rock'n'Roll für die Nachgeborenen.

5.1-Dolby-Surround mit Tod und Teufel. Der Klang, glitzernd und hallend. Wie aus dem Inneren von Jaggers morschen Knochen, wo sich der Kalk noch einmal in Sternenstaub verwandelt.

Ein Fan unter Fans

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Über die Serie

Cover-Versionen werden in der Musik oft belächelt. Aber manchmal überragt die Kopie das Original sogar. SRF Kultur präsentiert in der Serie «Covermania» einige besonders gelungene Covers.

«Ooo-whoo!»: Nach wenigen Sekunden intonieren die Fans jenen markanten Schrei, der das Ausrufezeichen des Liedes bildet. Im Original lässt dieses «Ooo-whoo» auf sich warten, kommt erst nach knapp zwei Minuten. Aber Fans lassen sofort raus, was sie hören wollen. Dann stimmt Mick Jagger ein. Auch er mit jenem «Ooo-whoo», das aus der Hölle nach den Seelen der Verlorenen greift. Er bringt es gleich zu Beginn.

Jagger hat die Seiten gewechselt. Ein Fan unter Fans. Ein 63-Jähriger, der sein eigenes Lied covert. «Grandpa was a Rolling Stone.» Was folgt, ist ein ordentliches Bumm im Edelsteinbruch der Rockgeschichte.