Von Calypso bis Sevdalinka Das klingende Lexikon der Weltmusik

Kleine Hörgeschichten, die Grosses erzählen: Wo liegen die Wurzeln eines Musikstils? Und wie hat er sich über die Jahrzehnte verändert? Ein klingendes Lexikon der Weltmusik.

Was ist eigentlich Weltmusik? Eine Ansammlung vieler Musikstile – von Klezmer über Cumbia bis Bollywoodmusik – Musikstile, die längst global geworden sind und sich ständig verändern.

Die Stile auseinander zu halten und zu erkennen ist manchmal nicht so einfach. Deshalb soll dieses Weltmusik-Lexikon für etwas Ordnung sorgen.

    • 1.
      Joik

      Joik, das ist der Jodel der Samen, der indigenen Bevölkerung Lapplands. Traditionelle Musik, die lange unterdrückt wurde – im Zuge der samischen Unabhängigkeitsbewegung aber neues Leben bekam und heute dank Eurovision Song Contest und Disney weltbekannt ist.

    • 2.
      Klezmer

      Klezmer – das ist der Inbegriff der jüdischen Musik – wilde Tanzmusik, die in die Beine fährt. Und Klezmer ist seit langem auch globale Musik: Von Lateinamerika bis Australien werden alte Melodien gespielt und neu erfunden. Ursprünglich war Klezmer aber die Hochzeitsmusik der Jüdinnen und Juden aus Osteuropa.

    • 3.
      Sevdalinka

      Sevdalinka ist die Volksmusik aus Bosnien-Herzegowina. Wie der portugiesische Fado oder der Blues besingen die meist melancholischen Lieder die Liebe in allen ihren Erscheinungsformen. Eine neue Generation verpasst ihnen derzeit ein Revival.

    • 4.
      Rembetiko

      Der Rembetiko entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, als Flüchtlinge aus Anatolien in den griechischen Hafenstädten begannen über ihre alltäglichen Sorgen zu singen. Eine rebellische Musik, die immer wieder verboten war und in ihrer 100-jährigen Geschichte hin- und herpendelt: zwischen Orient und Okzident, zwischen Untergrund und Mainstream.

    • 5.
      Mambo

      Der Mambo hat sich in den 1930er-Jahren in Kuba entwickelt und vereint Elemente des nordamerikanischen Jazz mit afro-karibischen Einflüssen. Immer wieder wird der Mambo zum Chartstürmer – von Dirty Dancing bis Lou Bega.

    • 6.
      Tango

      Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts im musikalischen Schmelztiegel Buenos Aires. Aber ohne den Tango-Revolutionär Astor Piazzolla wäre der Tango nicht zu dem geworden, was er ist: zu einer Musik, die von Finnland über die Türkei bis Argentinien in Tanzclubs und Konzertsälen begeistert.

    • 7.
      Cumbia

      Cumbia ist eine Musik, die klingt wie ein kühler Drink am Strand. Eine Tanzmusik, die sich von Kolumbien aus auf dem gesamten lateinamerikanischen Kontinent verbreitete, immer zwischen der Unterschicht und der Oberschicht hin- und her wanderte und sich in dutzende Untergenres aufsplitterte.

    • 8.
      Calypso

      1956 hat Harry Belafonte den Calypso mit seinem «Banana Boat Song» berühmt gemacht – über eine Millionen Platten verkaufte er und löste damals einen regelrechten Calypso-Boom aus. Das Calypso-Genre ist aber schon viel älter.

    • 9.
      Enka

      Enka aus Japan ist ein Musikgenre, das heute das Image von Musikantenstadl-Schlagern hat. Seine Entstehungsgeschichte zeigt aber: Enka hat viel mehr zu bieten als Schmalz und Kitsch. Enka ist Ende des 19. Jahrhunderts in Tokyo entstanden, als politische Strassenmusik.

    • 10.
      Bollywood-Musik

      Bollywood ist bunt und schwülstig, Bollywood ist die produktivste Filmindustrie der Welt, Bollywood ist ein Stück indisches Leben und Bollywood ist auch: ganz viel Tanz und Musik. An der Entwicklung der Bollywood-Musik lässt sich auch die globale Popmusikgeschichte ablesen.

Sendung: Musikalische Weltreise zum Jahresende, Radio SRF 2 Kultur,
31.12.2016, 17-19 Uhr

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