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«Jeans for Jesus» – innovativer Schweizer Pop
Aus Kulturplatz vom 05.02.2020.
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Jeans for Jesus Moderner Mundart-Pop für Millennials

OK Boomer, Flüchtlingskrise, verbaute Zukunft: Wie die Berner Band Jeans for Jesus die Schweizer Musikszene aufmischt – auch mit ihrem dritten Album.

«Du hesch hundertuusig Träum, Boy. U jede Tag isch eine neu», singt Leadsänger Michael Egger zu den Klängen von Synthesizer und E-Drum mit Fistelstimme ins Mikrofon.

Laser zeichnen Schriftzüge auf die vier Musiker. Die u-förmige Leinwand lässt die Bühne als grellen Fluchtpunkt in der Dunkelheit erstrahlen.

Eine Berner Erfolgsgeschichte

Jeans for Jesus sind nach zweijähriger Pause wieder auf Tour. 2013 gründeten die vier Berner ihre Band und landeten bereits ein Jahr später mit «Estavayeah» einen Sommerhit. Philippe Gertsch und Marcel Kägi komponieren und produzieren die Songs, Demian Jakob und Michael Egger schreiben die Texte. Ihrem Debütalbum «Jeans for Jesus» (2014) folgte «Pro» (2017), Ende Januar erschien das neue Album «19Xx_2Xxx_».

Jeans for Jesus ignoriert die Tradition des Mundart-Pop, die Gemächlichkeit und Zurückhaltung verlangt – und mischt damit die Schweizer Musikszene auf wie keine andere Band.

War früher alles besser?

Der Club Südpol in Luzern ist an diesem Abend rappelvoll, ausverkauft. Es ist das erste Konzert, das Jeans for Jesus mit ihrem neuen Album «19Xx_2Xxx_» gibt. Mit dem Track «2000&irgendwo» will die Schweizer Band Nostalgie wecken. «Es setzt sich mit dem Thema Erinnerungen auseinander», sagt Michael Egger «und reflektiert den Glaubenssatz ‹Früher war alles besser›».

Sein Bandkollege Demian Jakob ergänzt: «So, wie sich die Leute ihre Vergangenheit zurechtlegen, so könnten sie sich ihre Zukunft bauen», sagt Jakob. «Aber das haben wir verlernt.» Die Songtexte haben die beiden zusammen geschrieben.

Mundart und politisch

Jeans for Jesus singen «Bärndütsch», die Worte für ihre Songs wählen sie mit Sorgfalt. Es sind politische Debatten, die Egger und Jakob beschäftigen, ihre Gedanken über die heutige Gesellschaft.

In «Babyboomsuperstar» singen sie über den Generationenkonflikt zwischen den Babyboomern – der Nachkriegsgeneration – und der heutigen Jugend, den Millennials. In einem älteren Song «Wosch no chli blibä» geht es um die Flüchtlingskrise.

Aktuelle Themen, doch es gehe nicht darum über gut und schlecht, richtig oder falsch zu urteilen, sagt Egger: «In meinen Augen ist das nicht so einfach.»

Mehr als nur Pop

Das neue Album klingt experimentell, verspielte Klänge, ein harter Beat. Das ist kein Pop – es ist mehr, es tönt anders.

Ihre Musik soll direkt und ehrlich sein. Die Texte und auch der Auftritt folgen diesem Konzept: Auf der hell ausgeleuchteten Bühne können sich die Musiker nicht verstecken.

Die Kombination von Witz und Ernsthaftigkeit, Kunst und Politik findet Anklang. Jeans for Jesus trifft den Zeitgeist und macht Schweizer Pop modern.

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