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Musik Südkoreanische Popmusik – im Auftrag der Regierung

Die südkoreanische Popmusik ist ein Exportschlager. Mit perfekt getrimmten Boybands und Girlgroups hat das Land ganz Asien erobert. Dahinter steckt eine gezielte Strategie der südkoreanischen Regierung. Der Rapper Psy schaffte es, diesen Erfolg auf die westliche Welt auszuweiten.

Im Jahr 1997 steckte Südkorea in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der Internationale Währungsfond musste das Land mit Geld stützen; die südkoreanische Währung, der Won, war am Boden. Da hatte die südkoreanische Regierung eine Idee. «Sie wollte Fernsehserien, Musik und Videospiele nutzen, um Südkorea in Asien beliebt zu machen», sagt Samuel Guex, der an der Universität Genf koreanische Geschichte lehrt.

Rapper Psy.
Legende: Nicht ganz so bieder, aber weltweit erfolgreich: Rapper Psy. Keystone

Vorbild für die Pop-Offensive war Japan, das damals schon eine ausgewachsene Pop-Industrie hatte. Diese kopierte Südkorea und produzierte bald eigenen Pop – den «K-Pop».

Die Produkte waren billig, denn der Wechselkurs des Won war tief. So brach eine regelrechte Schwemme von koreanischen Pop-Produkten über Asien herein. Die Konsumenten in Taiwan und China nannten sie «Hallyu» – die koreanische Welle. Und das war nicht nett gemeint.

Die koreanische Erfolgswelle

Doch die koreanischen Produkte wurden immer beliebter, vor allem bei der jüngeren Generation. «Hallyu» wurde zum Markenzeichen: Es war nun in China und Japan cool, südkoreanisch zu tanzen und zu essen. Sogar der Tourismus profitierte, denn die Fans wollten die Drehorte bestimmter Fernsehserien in Südkorea besuchen.

«Die koreanische Pop-Strategie war sehr erfolgreich und ist es immer noch», sagt Guex. Wer heute durch Asien reist, hört überall koreanische Popmusik: im Einkaufszentrum, im Taxi, beim Coiffeur. Die Stars heissen Infinite, Shinee oder Girls' Generation. Es sind Girlgroups und Boybands, die alle ähnlich aussehen – gedrillt auf perfekte Performances, schlank, hübsch und auch ein bisschen bieder.

Unangepasst erfolgreich

Legende: Video «Gangnam Style» in der UNO abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.10.2012.

Und dann taucht 2012 der Rapper Psy auf, ein im Vergleich unangepasster, untersetzter Ex-Häftling (er sass 2002 wegen Marihuana-Besitzes im Gefängnis).

«Viele Südkoreaner fanden ihn am Anfang ziemlich seltsam», sagt Sangweon Je von der koreanischen Tourismusbehörde. Doch Psy sei ein wahrer Segen für den Tourismus in Südkorea gewesen. «Dank ihm kennen heute alle unser Land.»

Das versucht die südkoreanische Tourismusbehörde nun auszunutzen. Sie vermarktet Psy unter dem Label «Hallyu». Dabei stehe Psy eigentlich für «Anti-Hallyu», meint Samuel Guex. Weil er sich eben traut, aus der Reihe zu tanzen. Der Rapper symbolisiert eine neue Art koreanischer Popkultur. In einem Land, in dem man lieber in der Masse verschwindet, hat er gezeigt: Auffallen kann sich lohnen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von bekennender K-Pop Fan, Baden Baden
    Es ist definitiv nicht so, dass K-Pop Bands "bieder" sind. Es wird zwar Wert auf gutes Aussehen und Performance gelegt, dennoch kommt mir der Begriff angesichts vieler Musikvideos etwas unpassend vor. Und Jede Band hat ihre Eigenschaften und eigenen Stil, sind also durchaus nicht "geklont".Übrigens: Die Girl Group heißt nicht "Sista", sondern "Sistar", und auf Bild 10 ist nicht die Band Beast (die nur aus 6 Membern besteht), sondern die Band BTOB zu sehen. Bitte wenigstens richtig recherchieren!
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    1. Antwort von Auch Kpop Fan, Zürich
      Da gebe ich dir völlig recht! ^^Meiner Meinung nach haben viele auch viel mehr Talent als einige nicht koreanische Boy/Girlgroups;) Hier wird K-Pop irgendwie schlecht dargestellt, obwohl es etwas richtig tolles ist.(Wen man sich mehr mit KPop beschäftigt) K-Pop jjang!
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