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Warum Musiker ihre Rechte abgeben
Aus Kultur-Aktualität vom 22.07.2022.
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Verkaufte Songrechte Elektropionier Jean-Michel Jarre verkauft seinen Songkatalog

Immer mehr Musikerinnen und Musiker veräussern die Rechte an ihrem gesamten Musikschaffen. Es geht um Millionen – und das eigene Denkmal.

Der französische Musiker Jean-Michel Jarre kann auf eine lange Karriere zurückblicken: 1976 gelang ihm mit dem Song «Oxygène (Part IV)» und dem gleichnamigen Album «Oxygène» der Durchbruch.

Mit über 18 Millionen verkauften Kopien ist es bis heute sein erfolgreichstes Album. Allein in Frankreich verkaufte es sich über zwei Millionen Mal.

Dylan und Shakira machten es vor

Jarre leistete Pionierarbeit in der elektronischen Musik und hat diese bis heute mitgeprägt. Doch nun hat der Star die Rechte an seinem Gesamtwerk an den Musikverlag BMG verkauft. In Zukunft entscheidet also BMG, wo Jarres Musik gespielt wird – und streicht die Einnahmen selbst ein.

Jarre ist nicht der Erste, der auf diesen Einfall kommt. Immer mehr Musikerinnen und Musiker veräussern ihr gesamtes Schaffen an Investmentfirmen oder -fonds. So haben etwa Stars wie Bob Dylan, Shakira oder die Red Hot Chili Peppers ihre Rechte ebenfalls verkauft, zum Teil für dreistellige Millionenbeträge.

Was bewegt eine Musikerin oder einen Musiker zu einem solchen Schritt?

«Ältere Superstars haben alles erreicht: Sie verfügen über ein Millionenvermögen und zahlreiche Villen», erklärt Musikanwalt Marco Neeser. «Das Einzige, was sie noch interessieren kann, ist die Frage nach ihrem Andenken. Da fahren sie gar nicht schlecht, wenn sie die Rechte an ein Unternehmen verkaufen, das mit den Songs weiterarbeiten will.»

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Sounds! Story: Wieso verkaufen alternde Popstars ihre Songrechte?
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Neben der Verwaltung und Vermarktung des eigenen Vermächtnisses geht es aber auch um viel Geld. Musik ist eine sichere Investition. Denn Bob Dylan, Bruce Springsteen oder Jean-Michel Jarre wird man auch in Zukunft hören.

Auch für weniger bekannte Namen attraktiv

Von einem solchen Arrangement profitieren schliesslich beide Seiten – die Unternehmen und die Musikschaffenden. Besonders lukrativ sind laut Musikanwalt Neeser zeitlose Hits, zu denen auch «Oxygène» zählen dürfte.

Auch wenn momentan vor allem grosse Stars ihre Songrechte verkaufen, könnte das Modell laut dem Musikanwalt auch für weniger bekannte Namen attraktiv sein. Ob es sich allerdings für alle Arten von Musikerinnen durchsetzen wird, muss sich erst noch zeigen. Die Luft im Musikbusiness ist bekanntlich dünn.

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Das Recht auf die eigene Musik
aus Kontext vom 10.06.2021.
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Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 22.07.2022, 17:40 Uhr;

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