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Das Orchester, die Musik und die Emotion - eine Analyse.
Aus Kultur Extras vom 15.08.2014.
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Weltklasse – Sommerkonzerte Andenken an Abbado verbindet: Eröffnungskonzert in Luzern

Blanke Emotion. Das gemeinsame Konzert zu Ehren Claudio Abbados im letzten April hat tief berührt. Dirigent Andris Nelsons und das Lucerne Festival Orchestra begegnen sich nun wieder. Diese Kombination garantiert am Eröffnungskonzert des Lucerne Festivals grosse Gefühle auf der Bühne.

Zum ersten Mal eröffnet das Lucerne Festival heute ohne seinen Gründer Claudio Abbado. Andris Nelsons, der junge lettische Dirigent und Stellvertreter Abbados, erinnert sich gut an das Gedenkkonzert für Claudio Abbado: «Es war für mich das emotionalste Konzert meines Lebens», sagt er im Interview mit Nicole Salathé. Man spürt seine Hochachtung für den verstorbenen Maestro. Dirigieren sei eine mystische Sache und er selber als Person unwichtig. Er handle ganz im Sinne und Geiste der Komponisten und der Musik. Dass das Programm für den heutigen Abend noch von Claudio Abbado selber geplant war, erfreut alle Beteiligten, den Dirigenten und die Musiker des «Orchesters der Freunde».

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Nicole Salathé im Gespräch mit Dirigent Andris Nelsons
Aus Kultur Extras vom 15.08.2014.
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Das erste Mal ohne Claudio Abbado

Auch der Konzertmeister, der Geiger Sebastian Breuninger hat das Gedenkkonzert noch in klarer Erinnerung. Für ihn war es ein einmaliges Erlebnis des kollektiven Trauerns. «Der Ort, die Musiker und diese Bühne, das war zehn Jahre lang für uns untrennbar mit Claudio Abbado verbunden. Dann wieder da zu sein und zum ersten Mal ohne ihn zu spielen – da kamen so viele Gefühle zusammen.» Er ringt um Worte und legt die Hände auf die Brust. Seine Frau, die Kontrabassistin Christine Felsch fügt an: «Es war nicht einfach, aber irgendwann haben wir alle Gefühle zugelassen und trotzdem weitergespielt.» Das sei bestimmt in Claudios Sinne gewesen.

Während des Singens bloss nicht emotional werden

Die italienische Altistin Sara Mingardo hat bei sich zu Hause eine Bilderwand mit allen wichtigen Momenten ihres Lebens eingerichtet und mittendrin hängt eine Widmung von Claudio Abbado, mit dem sie zum letzten Mal vor zwei Jahren zusammenarbeitete. «Als ich hörte, dass der Maestro gestorben war, dachte ich als erstes: Jetzt lohnt es sich nicht mehr irgendwohin zu fahren.» Erst nach einer Weile, als sich die schlimmste Trauer etwas gelegt hatte, habe sie gemerkt, dass sie jetzt erst recht wieder nach Luzern fahren wolle – auch um das Vermächtnis von Claudio Abbado zu ehren.

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Altistin Sara Mingardo über ihre Anfänge, Abbado und das KKL.
Aus Kultur Extras vom 15.08.2014.
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Für sie ist es ein besonders schwieriger Moment, zum ersten Mal wieder die Bühne des KKL Luzern zu betreten. Als Sängerin sei es gefährlich, sich von Gefühlen überwältigen zu lassen, denn dann müsse man sofort aufhören zu singen – sonst hätte man einen Kloss im Hals. Damit ihr das nicht passiere, will sie sich am Eröffnungskonzert auf keinen Fall daran erinnern, dass sie in Luzern sei.

Sara Mingardo freut sich auf Andris Nelsons, für sie ist es die erste Zusammenarbeit. Von den anderen Musikern des Orchesters habe sie gehört, er sei ganz wunderbar. «Ich werde nach Luzern fahren und mich darauf freuen, mit einer neuen Person Musik zu machen, wie es herauskommt, kann ich erst danach sagen.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von andreas furrer , prilly
    in afrika ist das so, dass es kein wort gibt für musik. musik ist dann, wenn das dorf musik ist (also alle zusammenkommen um die musik zu spielen, tanzen und singen). im grunde ist das lucerne festival ein europäischer ableger dieser afrikanischen idee, einfach angepasst ans bruttosozialprodukt, oder: je mehr geld desto grösser die gefühle.
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  • Kommentar von Katharina Gohl Moser , Allschwil
    Danke für Ihre gute Übertragung. Leider wurde der Anfang der 2. Symphonie von Brahms nicht gesendet. Was ist da passiert? Und warum hat sich niemand dafür entschuldigt? Muss angenommen werden, dass dies Absicht war? Das wäre herzzerreissend. Ab jetzt Mona Lisa ohne Augen? Oder vielleicht Rodins Denker ohne Kopf? Oder Goethes Faust erst ab Seite 35? Bitte beruhigen Sie uns.
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    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      Sehr geehrte Frau Gohl Moser. Danke für Ihren Hinweis. Wir werden das abklären und Ihnen Bescheid geben.
    2. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      Sehr geehrte Frau Gohl Moser. Es gab technische Schwierigkeiten bei der Aufzeichnung, die nun behoben sind.