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Zürcher Rock-Pionier gestorben «Hardy Hepp war extrem eigenwillig»

Der Zürcher Progrock-Musiker, Chorleiter und Maler Hardy Hepp ist mit 81 Jahren gestorben. Michael Lütscher, der ein Buch über Hepp schrieb, bestätigte gegenüber SRF Meldungen über den Tod des Musikers. Hepp sei demnach am Montag gestorben.

Michael Lütscher

Sachbuchautor und Journalist

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Der Journalist und Buchautor Michael Lütscher hat Hardy Hepps Erinnerungen im Buch «Hardy Hepp. Mein Leben als Musiker und Maler» aufgeschrieben. Darin hält er das umfassende Gedächtnis des scharfen Beobachters und vielseitig talentierten Künstlers fest.

SRF: Wenn man auf Hardy Hepps Leben zurückschaut: Was ist das Wichtigste, das er hinterlässt?

Michael Lütscher: Ich glaube ganz grundsätzlich seine Kreativität. Er war ein kreativer Mensch, der vieles ausprobiert hat, sei es in der Musik oder in der Malerei. Er war ein Mensch, der keine Grenzen kannte und vor nichts zurückschreckte.

Er hat mit Leuten wie Bruno Spoerri zusammengespielt, mit Dodo Hug, Corin Curschellas oder auch mit Andreas Vollenweider. Wie erklären Sie sich diese enorme Vielseitigkeit?

Hardy Hepp war grundsätzlich ein extrem kommunikativer Mensch, der mit allen sofort ins Gespräch gekommen ist. Somit war er eine zentrale Figur in der Musikszene, insbesondere in den 1960er- und 70er-Jahren. Er hat wirklich alle gekannt, auch die jungen Talente. Er hat sie aufgespürt oder gesehen, dass sie gut und interessant sind und hat sie eingeladen, um mit ihm Musik zu machen.

Was würden Sie sagen, war Hardy Hepps besondere Qualität als Musiker und Produzent?

Er war ein grosser Sänger. Ich glaube, das kann man sagen. Er hatte eine sehr starke Stimme, kräftig aber auch variabel. Und als Produzent: Er war ein sehr musikalischer Mensch, der viele Arten von Musik gehört hat. Er konnte auch aus dem Stand etwas vorsingen, das überzeugte. Zum Beispiel, um den Leuten zu sagen, wie es sein sollte, oder um einen Input zu geben. Da war er stark.

Es gibt die Anekdote, dass Warner ihm einen Millionendeal angeboten habe, und zwar unter der Bedingung, dass er fremde Musik singt. Aber das lehnte Hardy Hepp ab. Ist eine Weltkarriere zu Ende gegangen, bevor sie losging?

Das ist sehr schwierig zu sagen. Er hatte wirklich eine grosse Stimme. Das war auch das, was den Chef von Warner Deutschland, bei dem er damals unter Vertrag war, am meisten interessierte. Er wollte mit Hardy einen Hit produzieren. Und die Songs, die Hardy selbst schrieb, waren nicht «hitfähig» genug.

Hardy Hepp hat immer das Spiel gesucht.

Ob er das geschafft hätte? Vielleicht. Aber Hardy war extrem eigenwillig und es hat ihn auch rasch mal gelangweilt, wenn etwas immer gleich lief. Endlose Promotiontouren oder auch endlose Konzerttouren – damit hätte er Mühe gehabt. Er hat von sich selbst gesagt: «Ich bin nicht erfolgsfähig.»

Sie haben Hardy Hepp persönlich gekannt. Was bleibt Ihnen am allermeisten in Erinnerung vom Menschen Hardy Hepp?

Er war ein sehr herzlicher Mensch, wenn auch mit einer rauen Schale. Er konnte in seinem Drang zu sprechen oder jemanden herauszufordern, mitunter auch etwas grob sein. Er hat auch einige Leute vor den Kopf gestossen. Aber er hat eigentlich immer das Spiel gesucht, den mündlichen Schlagabtausch. Man muss ihm einfach zurückgeben. Dann war's gut, dann nahm er einen ernst.

Das Gespräch führte Irene Grüter.

Der vielseitige Hardy Hepp

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Hardy Hepp gründete 1969 die Band «Krokodil» – eine der ersten Schweizer Rockbands – und trat mit einer Band vor den Rolling Stones im Hallenstadion auf. Später erhielt Hepp einen Vertrag als Solo-Künstler bei Warner, wie er in einer Dokumentation erzählte:

«Das war für damals ein sensationeller Vertrag. Ich bekam jeden Monat tausend Franken Vorschuss auf zu erwartende Autorenrechte und konnte jedes Jahr ein Album produzieren. Als es um das dritte Album ging, wollten sie mit mir einen neuen Vertrag machen. Sie haben mir im Laufe von zwei Jahren eine sichere Million versprochen. Aber sie haben es an die Bedingung geknüpft: dass ich die Lieder singen müsste, die sie wollen. Da habe ich gesagt, dass ich das nicht mache. Ich singe nur, was ich singen will.»

Als Produzent verantwortete Hardy Hepp unter anderem die Debüt-Langspielpatte von Toni Vescolis «Les Sauterelles». Zudem war er Mit-Produzent der «Minstrels», die mit «Grüezi wohl, Frau Stirnimaa!» bekannt wurden.

Hepp war auch kurz Moderator beim Schweizer Fernsehen und moderierte dort die erste Sendung in Farbe. (SRF/SDA)

SRF 4 News, 28.01.2026, 09:00 Uhr ; 

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