Lesehorizont erweitern Der «Guardian» lässt die Filterblase platzen

«Burst your bubble» erklärt, was konservative US-Medien schreiben. Eine geführte Horizonterweiterung für die Leser.

Szene in einer Stadt: Eine Hand bringt eine grosse Seifenblase zum Platzen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Filterblase versorgt uns netterweise mit Informationen und Meinungen, die unser Weltbild bestätigen. Colourbox

Worum geht’s

Seit November 2016 publiziert «The Guardian» wöchentlich eine Leseempfehlung mit Artikeln von konservativen Autoren, die über US-Politik schreiben. Die Rubrik heisst «Burst your bubble» («Bring Deine Blase zum Platzen»).

«The Guardian» preist die kuratierten Artikel mit «lesenswert, um Ihren Horizont zu erweitern an». Sie stammen von unterschiedlichen, konservativen Plattformen.

Die Themen reichen von «Darum hörte ich auf, an die Demokratie zu glauben» bis zu «Statistiken des US-Militärs über tödliche Luftangriffe. Tausende wurden nicht gemeldet».

Selbst für Leser, die nicht die vollständigen Artikel lesen wollen ist gesorgt: Jason Wilson, Journalist und Kenner der konservativen Medien in den USA, stellt kurz die jeweiligen Autoren vor und begründet, warum man den Text lesen sollte. In wenigen Sätzen trägt er die wichtigsten Informationen und Argumente zusammen.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Warum ist es wichtig?

Trumps Wahlsieg hat viele überrascht – auch die Medien. Ein Grund dafür war schnell gefunden: Die Filterblase.

Die Menschen würden sich meist in einer Filterblase bewegen und vor allem Nachrichten konsumieren, die die eigene Meinung bestätigen, hiess es. Gerade im Internet trügen Algorithmen, die News-Feeds sortieren, dazu bei.

Unliebsame Meinungen, zum Beispiel von Trump-Anhängern, würden nur am Rande wahrgenommen. Daher die Überraschung.

Wer seine Filterblase verlassen will, muss dafür Zeit investieren. «Burst your bubble» leistet wertvolle Vorarbeit: Wilson sucht gezielt Texte aus und fasst die wesentlichen Punkte zusammen.

Ausserdem wird zu jedem Artikel ein Abschnitt zitiert, der einen ersten Eindruck vom Original vermittelt. Als Leser ist man jederzeit eingeladen, selbst zu lesen und zu denken.