Zum Inhalt springen
Inhalt

Netzwelt Die Videos von «Napflix» sind zum Gähnen gut

Das Video-Portal Napflix ist zum Gähnen. Da wird nur Monotones gezeigt. Stinklangweiliges. Und das mit Absicht. Die Macher wollen Menschen zu einem schönen Mittagsschlaf verhelfen. Der sei entspannend und diene als Ausgleich zur täglichen Hektik und Reizüberflutung.

Mann ist vor Computerbildschirmen eingeschlafen
Legende: Ein Schläfchen in Ehren ... Napflix sei Dank. SRF

Worum geht’s?

Napflix, Link öffnet in einem neuen Fenster ist eine Anspielung auf Netflix, das amerikanische Video-Portal. Das zeigt weltweit Filme und Serien übers Internet. Auf Netflix gibt es auch Nervenzerreissendes. Napflix hingegen ist das krasse Gegenteil von Spannung.

Das «Net» hat Napflix kurzerhand durch «Nap» ersetzt – englisch für Nickerchen. Deshalb nennt sich Napflix auch «Siesta Video Platform».

Darum ist’s wichtig

Die Plattform, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt es seit einer Woche. Dahinter steckt eine Idee: Napflix soll als Ausgleich zur täglichen Hektik und Reizüberflutung dienen, soll entspannen, vorsätzlich langweilen. Die Idee liegt voll im Trend: Slow TV ist in. Entschleunigung ist das Zauberwort der Stunde.

«Kennen Sie das Gefühl von Schlaflosigkeit? Ihr Körper will schlafen, aber der Geist ist wach», schreiben die Macher auf der Seite. Mit ihren Filmen wollen sie Menschen zu genau diesem Mittagsschlaf verhelfen. Den könnten vermutlich viele im Büro brauchen.

Hinter Napflix steckt Viktor Gutierrez, 31 Jahre alt. Er arbeitet in Barcelona in einer Werbeagentur und hatte zusammen mit einem Freund die Idee. Die beiden haben Videos auf Youtube gesammelt und sie auf ihrem Portal gebündelt. Und sie haben eigene Videos produziert.

Man kann diese Videos in zwei Kategorien einteilen:

Auf den ersten Blick erscheint Napflix als Schnapsidee. Auf den zweiten ist Napflix ein Gegenentwurf: Zeit ist unser wichtigster Rohstoff. Zeit hat niemand zu viel.

Napflix regt zum Vergeuden an. Zum Einschlafen. Dazu sich kurz aus dem Lauf der Welt auszuschalten. Neudeutsch nennt man das: «anti-zyklisches Verhalten».

Je stressiger es wird, desto eher geht man mit Napflix kurz mal schlafen. Nach der Devise: Einige Probleme haben sich hinterher von selbst erledigt. Für die anderen ist dann immer noch Zeit.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.