Einer Verleumdung auf Facebook auf der Spur

Unser Netzthema des Tages: Auf Facebook gibt es viele Posts, die jeglicher Wahrheit entbehren. Der Bayrische Rundfunk geht in einer Reportage der Geschichte eines so genannten Fakeposts gegen Flüchtlinge auf den Grund – und sucht Antworten auf die Frage: «Wie gefährlich sind Fakes im Netz?»

Mann mit Brill schaut ein Tablet an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bayrische Rundfunk hat die Geschichte eines Fakeposts in einer Reportage aufgearbeitet. SRF

Worum geht's?

Gerüchte sind beliebt: bei Freunden, Feinden, beim Frisör und natürlich auch auf Facebook. Manche sind lustig. Jan Böhmermann hat für seine Falschmeldung über Janis Varoufakis sogar den Grimmepreis erhalten. Doch viele Fakes tun weh und können Schaden anrichten.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Ein Reporter des Bayrischen Rundfunks ist der Geschichte eines Fakeposts nachgegangen. Ein Post, wie er zur Zeit des Öfteren zu lesen ist: Ein Mann in Traunstein in Deutschland behauptet in einem Post, ein Flüchtling habe ein Mädchen vergewaltigt. Die Richtigstellung interessiert dabei offensichtlich weniger Menschen als das Teilen der Behauptung. Dabei gäbe es verschiedene Möglichkeiten, solche Posts zu entlarven.

Warum ist es interessant?

Stellvertretend für viele Falschmeldungen dieser Art geht der Journalist der Reportage an den Ort des vermeintlichen Verbrechens: nach Traunstein. Er befragt die Bevölkerung, die Polizei und den Verfasser des Fakeposts. Die Antworten der Beteiligten zu hören ist spannend und wirft die Frage auf: Warum werden solche Verleumdungen geteilt, auch wenn sie viele Merkmale eines Fakes aufweisen? Sie nennen keine Quelle, es gibt inflationär viele Ausrufezeichen im Text und die mehrfache ausdrückliche Aufforderung in Grossbuchstaben, man solle den Post unbedingt teilen.

Dabei wäre es einfach, den Wahrheitsgehalt zu prüfen. In Deutschland versucht beispielsweise die Website Hoaxmap, solche Post aufzudecken. Ausserdem gibt es Suchmaschinen, mit denen man nach anderen Quellen suchen könnte. Doch das Fazit ist traurig: Statt nachzuprüfen, teilen viele Facebookleser lieber – egal wie abwegig die Meldung ist.

Reportage des Bayrischen Rundfunks «Wie gefährlich ist das Netz?»

Hoaxmap – Neues aus der Gerüchteküche