Gläserne Nutzer Erkennt Facebook bald unsere Emotionen?

Facebook hat zwei Patente zur Gefühlserkennung eingereicht. Auch andere Firmen sind an unseren Emotions-Daten interessiert.

Ein IPad, darauf ein Bild von zwei Menschen, die sich ein Karton mit einem Smiley drauf vors Gesicht halten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schon bald Realität? Facebook will aus unseren Gesichtern auf unsere Gefühlslage schliessen. Getty Images / Bildmontage

Worum geht's?

Facebook hat zwei Patente zur Gefühlserkennung eingereicht, wie kürzlich bekannt wurde. Facebook schlägt im Patent zwei Methoden vor: Einerseits soll unsere Tippgeschwindigkeit und -frequenz zusammen mit Ortsdaten Hinweise auf unser Befinden geben. Je nach Gefühlslage wird dann unser Post angepasst, der Text eventuell fett geschrieben und ein passendes Emoji verwendet.

Das zweite Patent sieht vor, via Handy-Kamera unser Gesicht zu analysieren, daraus Gefühle zu ermitteln und entsprechende Emojis zu posten. Ausserdem soll unser Gefühl auch beeinflussen, was im Newsfeed zu sehen ist – bei Trauer werden dann zum Beispiel mehr fröhliche Videos gezeigt.

Unser Handy erkennt unsere Gefühle: Zeichnung aus dem Patentantrag von Facebook. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unser Handy erkennt unsere Gefühle: Zeichnung aus dem Patentantrag von Facebook. CBInsights

Warum ist's interessant?

Nutzerdaten sind der Rohstoff, von dem Facebook und viele andere Online-Grössen wie Google oder Apple profitieren. Je besser man die User kennt, je «gläserner» wir sind, desto gezielter können Werbung oder Inhalte geschaltet werden.

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Es kann auch Vorteile haben, wenn Maschinen unsere Gefühle lesen können. Kürzlich wurde ein Armband vorgestellt, das psychisch kranken Menschen hilft, die Gefühle des Gegenübers besser zu erkennen.

Auch gesunde Menschen haben manchmal Mühe, Gefühle zu lesen. Zum Beispiel entstehen in Chats oder beim SMS-Schreiben oft Missverständnisse.

Ohne das Gesicht zu sehen oder die Stimme zu hören, ist man unsicher, wie die andere Person einen Satz genau meint. Hier könnte eine Gefühlserkennung per Software unterstützend wirken – vorausgesetzt, sie funktioniert.