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Netzwelt Netz-Hetzer Yiannopoulos muss draussen bleiben

Unser Netzthema des Tages: Wenn sich der Hass im Netz gegen eine Person wendet, dann braut sich gern ein Shitstorm zusammen. Das musste Ghostbusters-Schauspielerin Leslie Jones erfahren. Milo Yiannopoulos, einer der angeblichen Rädelsführer dieser Hassfluten, wurde nun bei Twitter gesperrt.

Grauer Stoff, darauf ein Smartphone mit einem Männergesicht darauf.
Legende: Milo Yiannopoulos empfindet seine Sperrung als «feigen» Schritt von Twitter. SRF

Worum geht's?

Milo Yiannopoulos polarisiert gern: Der Redakteur der konservativen amerikanischen Online Zeitung «Breitbart» gilt als einer der Köpfe der ultrarechten «alt-right»-Bewegung in den USA und twitterte als @Nero sehr aktiv. Auf Twitter hatte er über 350'000 Anhänger. Im aktuellen Fall soll Yiannopoulos andere Nutzer gezielt gegen die Komikerin und Schauspielerin Leslie Jones, Link öffnet in einem neuen Fenster aufgehetzt haben.

Leslie Jones ist die schwarze Hauptdarstellerin des aktuellen Ghostbusters-Film. Sie wurde Anfang dieser Woche auf Twitter Opfer von sexistischen und rassistischen Kommentaren von massivem Umfang – im Anschluss an eine abschätzige Kritik des Films von Yiannopoulos. Jetzt hat sie ihren Abschied von Twitter, Link öffnet in einem neuen Fenster angekündigt.

Twitter hat mittlerweile Yiannopoulos' Account endgültig gesperrt, was in Vergangenheit zwar auch schon passiert ist, aber nur temporär.

Warum ist's interessant?

Twitter möchte sich aufgrund des Shitstorms gegen Leslie Jones mehr für Opfer von Hasskommentaren einsetzen. Die Sperrung von Milo Yiannopoulos soll einer der ersten Schritte sein. Wie genau das Vorhaben umgesetzt werden soll ist jedoch offen. Twitter und auch andere Social Media-Plattformen haben keine inhaltliche Netiquette, die sie konsequent durchsetzen.

Viele Social Media-Plattformen tun sich schwer, die redaktionelle Verantwortung für die Inhalte auf ihrer Plattform zu tragen. Sie möchten die Plattform nur zu Verfügung stellen.

Ausserdem profitieren die sozialen Netzwerke auch von den Debatten, denn sie führen zu mehr Interaktion. Im Fall von Yiannopolis hat die Sperrung eine Kehrseite: Zur Zeit wird er von seinen Anhängern regelrecht zum Märtyrer hochstilisiert.

NPR über Twitters Sperr-Politik, Link öffnet in einem neuen Fenster

«The Guardian» über die Attacken auf Twitter gegen Leslie Jones, Link öffnet in einem neuen Fenster

Der Account von Leslie Jones auf Twitter, Link öffnet in einem neuen Fenster

«Buzzfeed» über die Sperrung von Milo Yiannopoulos bei Twitter , Link öffnet in einem neuen Fenster

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Der Herr kommt aus London. Und diese 'gefährliche Schwuchtel' als Rechter Hetzer zu beschreiben ist wirklich daneben und zeugt von unkritischem denken. Der Typ ist schwul, selbstironisch (bezeichnet sich selbst als gefährliche Schwuchtel) und vertritt mehr oder weniger als konservativer den Lebensstil und die Lenensfreude der 1990er Jahre. Schwule werden im Islam getötet. Und dieses Thema anzusprechen macht einen nicht zum 'rechten Hetzer'. Oder Kritik am Feminismus...
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