Anthologie für Netzkunst Rettung für alte Werke einer jungen Kunst

Netzkunst ist eine junge Kunst, dennoch ist vieles bereits nicht mehr online. Eine Anthologie des New Museums arbeitet die Geschichte der Netzkunst auf und stellt die Projekte vor.

Ein Bild eines alten Computers, gezeigt auf einem Smartphone. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kunst von 1985 – ein Gedicht als Animation: «Reabracadabra» von Eduardo Kac. SRF

Worum geht's?

Die Netzkunst-Plattform Rhizome stellt zusammen mit dem New Museum in New York eine Anthologie der Netzkunst zusammen. Es soll jede Woche ein Kunstwerk vorgestellt werden. Ziel ist es, 100 Projekte in zwei Jahren vorzustellen.

Warum ist's interessant?

Netzkunst ist zwar eine sehr junge Kunstrichtung. Doch aufgrund der technischen Entwicklung und der Flüchtigkeit mancher Projekte sind einige nicht mehr online.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Eine Aufgabe dieser Anthologie ist daher auch, die Netzkunst zu bewahren und zugänglich zu machen. Den Anfang machen Werke von 1984 bis 1998.

Ein Beispiel von 1985 zeigt die Visualisierung eines Gedichts auf einem Gerät, das im Vor-Internetzeitalter benutzt wurde. Ein anderes Beispiel zeigt eine interaktive Geschichte aus dem Jahr 1996, in der der User den Ausgang der selbst Geschichte bestimmen kann. Das Projekt heisst «My Boyfriend Came Back From The War».

Darin geht es um das Gespräch eines Paares, in dem sie versuchen, über einen vergangenen Krieg zu sprechen. Die Entwicklung des Dialogs kann der User steuern. Die Künstlerin Olia Lialina hatte als Erste den Webbrowser als künstlerisches Ausdrucksmittel erkannt.

Auch wenn die technische Umsetzung aus heutiger Sicht altbacken wirkt, verhandelt das Werk Themen für die Ewigkeit: Liebe, Treue und Vergebung in Zeiten des Kriegs.