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Ein Tablet, das ein Foto zeigt, auf der ein Mann Kopfhörer trägt.
Legende: So günstig, dass es weh tut: Streamripping macht der Musikindustrie den Garaus. luxuz::. / photocase.de
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Netzwelt Unerhört! Wie Streamripping die Musikindustrie gefährdet

Unser Netzthema des Tages: Zu günstigen Preisen bieten Streaming-Dienste wie Spotify und Deezer Abos an, um fast grenzenlos Musik zu hören. Viele Abo-Kunden wollen die Musik aber nicht nur hören, sie wollen sie auch besitzen – und beschaffen sie sich auf unerlaubte Weise: per Streamripping.

Worum geht’s?

Die Musikindustrie steht vor einem neuen Problem: Immer mehr Nutzer kopieren Songs von Streamingdiensten und speichern diese auf ihren Rechnern ab. Das Phänomen, das sich Streamripping nennt, ist weit verbreitet: Laut dem Musikverband Ifpi nutzen 30 Prozent der Internetnutzer Streamripping. Bei 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 49 Prozent.

Streamripping richtet laut dem Verband mehr Schaden an als illegale Musikdowwnloads. In den USA sei das Problem besonders akut: Über 900 Millionen Menschen sollen Streamripping-Seiten angelockt haben – allein im Monat Juli.

Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen, wie man Streamripping anwendet. Man braucht lediglich ein Abo bei einem Streaming-Dienst, das günstig oder mit Werbeschaltung zwischen den Songs gar gratis erhältlich ist. Dazu kommt noch das Streamripping-Programm, das die Musik kopiert. Ein leichtes Spiel für User – mit grossen Auswirkungen für die Musikindustrie.

Warum ist es interessant?

2015 wuchs der Musikmarkt erstmals seit langem wieder. Zu verdanken ist dies vor allem den Musikstreaming-Diensten, deren Erlöse im letzten Jahr weltweit um 45 Prozent anstiegen. Dass es nun ausgerechnet den Hoffnungsträgern an den Kragen geht, ist beunruhigend.

Für Streamingdienste wie Marktführer Spotify ist das Phänomen Streamripping «besorgniserregend». Auch, weil es dem Dienst technisch nicht möglich ist, Nutzer die illegale Handlung nachzuweisen – und sie somit rechtlich zu verfolgen.

Der Trend Streamripping deutet darauf hin: Günstig zu streamen reicht vielen Usern nicht. Sie wollen besitzen, ohne viel zu bezahlen. Hauptsache billig.

- Artikel in der «FAZ»: Streamripping bedroht Musikindustrie, Link öffnet in einem neuen Fenster

- Artikel im «Wall Street Journal»: Music Industry’s Latest Piracy Threat: Stream Ripping, Link öffnet in einem neuen Fenster

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Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Brodbeck  (StephanB)
    Früher hatten wir mit dem Kasettenrecorder die Radiosendungen aufgenommen, das war auch nicht anders. Die Aussage die Musikindustrie sei bedroht ist übertrieben, Kopieren ist sei Jahrzehnten übliche Praxis und die Musikindustrie gibt es immer noch.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Nur logisch, dass das kommen musste, ist aber nix neues. Der eigentliche Totengräber des Musiker-Einkommens, You Tube, wird schon seit eh und je von vielen Usern gerippt. Das Grab ist schon längst geschaufelt... von der Musik- (und Medien)industrie selbst... zum Leidwesen all der weniger bekannten Bands und Musiker, die Stars in der (Mainstream)Szene wirds nicht gross jucken...
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  • Kommentar von Sascha Freitag  (SF)
    Radio hören kann man sogar kostenlos, und früher hat jeder Musik auf Kassette aufgenommen. Da hat kein Hahn danach gekräht.Heute zahlen die Leute für ein Musikabo, und auf jedem Bauteil, dass irgendwie mit Medien zu tun hat, sind schon Urheberrechtsabgaben inkludiert. Der User könnte die Musik auch immer wieder online hören, somit verdient die Musikindustrie nicht mehr. Geht wohl eher um die teure Datenflatrate auf dem Handy. Also, was soll das Gejammere jetzt wieder?
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    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Wie ist das jetzt gleich mit Radio/Fernseh-Gebühren (Billag)? Radiohören war noch nie gratis, ausser für Zechpreller...
    2. Antwort von Kurt Fässler  (Kurt Fässler)
      @Beni Fuchs: Radiohören ist grundsätzlich gratis. Nur für unsere staatlichen Sender wird noch eine Steuer eingezogen und das erst noch auf eine sinnlos umständliche Weise mit einer eigens dafür zuständigen Bilag. Als könnte man das nicht auch gleich mit der Personalsteuer erledigen.
    3. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Hr Fässler: Stimmt nicht ganz. jeder Haushalt muss ja diese Gebühren bezahlen, egal welche Sender (oder ob überhaupt) Sie hören / schauen... Ausserdem gibts solche Gebühren wohl kaum nur in der Schweiz... Abgesehn davon, jede Rundfunkstation kostet im Betrieb (viel) Geld.