Von Kravitz bis Beyoncé: Mit geballter Prominenz gegen Rassismus

Unser Netzthema des Tages: 23 Tote – 23 Wege, wie sie zu Opfer wurden. In einem Video zählen Stars die Nichtigkeiten auf, für die unschuldige Schwarze von der Polizei in den USA getötet wurden. So banal die Gründe – so beeindruckend das Video.

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«23 Ways You Could Be Killed If You Are Black in America»

2:43 min, vom 14.7.2016
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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Worum geht’s?

Im Video «23 Ways You Could Be Killed If You Are Black in America» zählen Stars wie Pharrell Williams, Bono oder Rihanna ganz alltägliches Verhalten von realen Opfern auf, die in Amerika reichen, um als Schwarzer von der Polizei getötet zu werden.

Darunter sind banale, und vor allem unverfängliche Dinge wie: Augenkontakt aufnehmen, einen Kapuzenpulli tragen oder mit der Freundin im Auto fahren, während ein Kind auf dem Rücksitz sitzt.

Das Video wurde von Alicia Keys und ihrer Bewegung «We are Here» initiiert, die sich seit 2014 für die Rechte von Kindern, Homosexuellen, aber auch von Schwarzen stark macht. Mit dem Video will Keys Amerikaner dazu bewegen, eine Petition zu unterschrieben.

Diese fordert von Obama und der amerikanischen Regierung 150 Milliarden Dollar, die in die Ernährung, Bildung, Gesundheit von Schwarzen investiert werden sollen. Ziel der Petition sei es, dass «alle Amerikaner die gleiche Chance haben, glücklich zu sein».

Warum ist es interessant?

Das Video, das mittlerweile schon über sieben Millionen Klicks zählt (Stand 14. Juli, 16:30 Uhr), ist eine Reaktion auf die jüngsten tödlichen Fälle von Polizeigewalt in den USA.

Dass sich Stars zum Thema Rassismus zu Wort melden, ist kein neues Phänomen. In den letzten Jahren haben sich zunehmend Künstler – vor allem aus der Black-Musik-Szene – öffentlich für den Kampf gegen Rassismus stark gemacht. Mit seiner geballten Prominenz ist dieses Video ein besonderer Coup. Und – als Nebeneffekt – auch keine schlechte PR für die Stars.