Web-Kommentare: Männer teilen aus, Frauen bekommen's ab

Unser Netzthema des Tages: Die englische Zeitung The Guardian hat die Kommentare auf seiner Website genauer angeschaut. Unter den zehn Guardian-Autoren, die die meisten belästigenden Kommentare bekommen, sind acht Frauen – obwohl beim Guardian deutlich mehr Männer Artikel schreiben.

Auf einem Tablet ist eine Website zu sehen mit Fotos von drei Menschen. Zwei von ihnen sind nicht erkennbar, die dritte ist eine Frau, die auf einem Stuhl sitzt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die meisten unzulässigen Kommentare werden beim Guardian bei Artikeln abgegeben, die von Frauen geschrieben wurden. iStock/Bildschirmfoto/Bildmontage

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Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Worum geht's?

Der Guardian befasst sich in einer grösseren Artikelserie mit der Problematik der Hasskommentare. In einer ersten Recherche wurden die 70 Millionen Kommentare, die seit 2006 auf der Website bei The Guardian publiziert wurden, genauer untersucht. 2 Prozent der abgegebenen Kommentare verstiessen gegen die Richtlinien des Guardians und wurden deshalb gelöscht. Diese problematischen Kommentare werden nun in einem Artikel genauer angeschaut.

Warum ist's interessant?

Der Guardian präsentiert seine Befunde in einem schön gemachten Artikel. In Videos kommen Autoren des Guardians zu Wort und in eleganten Grafiken werden die Befunde präsentiert. Was darin deutlich wird: unzulässige Kommentare werden vor allem bei Artikeln abgegeben, die von Frauen geschrieben wurden. Von den 10 Journalisten, die die meisten problematischen Kommentare erhielten, sind acht Frauen. Und das, obwohl beim Guardian vorwiegend Männer die Artikel schreiben. Die Frage, wie man mit diesem Problem umgehen soll, richtet der Guardian nun an die Leser – abschliessende Antworten hat man derzeit noch nicht.

«The dark side of Guardian comments»: Artikel beim Guardian