Bürgerwissenschaft Webprojekt sucht den Himmel nach neuen Welten ab

Forscher suchen nach Planet Neun und müssen unzählige Bilder analysieren. Dafür brauchen sie viele Menschen mit Geduld.

Illustration einer Erde mit Gesicht, die mit einem Fernrohr ins Weltall Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Erde sucht ihren entfernten Cousin: den neunten Planeten unseres Sonnensystems. srf/Bildschirmaufnahme/NASA Goddard

Worum geht’s?

Die Astronomen dieser Welt suchen fieberhaft nach dem neunten Planeten unseres Sonnensystems. Anfang 2016 erst errechneten Forscher seine Existenz. Noch niemand hat Planet Neun gesehen.

Bild mit stark gepunktetem Muster und Himmelskoordinaten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei diesem Anblick sind Computer überfordert: zu viele visuelle Reize. screenshot/zooniverse.org

Ein Web-Projekt der NASA und diverser Forschungsinstitutionen soll das ändern: Mit dem Web-Projekt «Backyard Worlds» wollen die Forscher den ominösen Planeten auf Infrarot-Bildern entdecken. Dazu müssen jedoch mehrere Millionen Bilder des Weltraumteleskops WISE gesichtet werden.

Mitmachen kann jeder: Die Website zeigt jeweils vier Infrarotaufnahmen, die nacheinander abgespielt werden.

Die Aufgabe besteht darin, Bewegungen auf den Bildern zu erkennen. Diese Stellen werden markiert und von den Forschern genauer untersucht.

Warum ist’s interessant?

«Backyard Worlds» braucht Menschen. Automatisieren kann man die Analyse nicht. Computer wären überfordert, denn die Bilder sind voll mit visuellen Reizen.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Im Gegensatz zum Computer kann das menschliche Auge trotz der Reizüberflutung in den Infrarotaufnahmen Bewegungen erkennen. Es braucht jedoch viel Hingabe, um stundenlang unzählige Bilder voller Punkte zu betrachten.

Darum sind die Forscher auf möglichst viele Freiwillige angewiesen, die aus privatem Interesse einen kleinen Beitrag zur Forschung leisten wollen. Also ein klassisches Citizen-Science-Projekt, dem wir mit etwas Glück vielleicht bald wieder einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem verdanken.