Website für eigene Fake-News Wie man Fake-News selber macht – oder verhindert

Auf einer Website kann man selber Fake-News erfinden. Wenn sich diese verbreiten, können sie viel Schaden anrichten.

Handy mit Foto von einem Restaurant. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Man nehme: ein Foto von einem echten Restaurant und eine gruselige Lügengeschichte. Fertig sind die Fake News. srf/Bilschirmaufnahme

Worum geht’s?

Ein kleines indisches Restaurant in London wurde Opfer eines Fake-News-Artikels. Auf einer Website namens «Channel 23 News» behauptete ein anonymer Verfasser, dass im Restaurant Menschenfleisch gekocht würde.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Was wie ein schlechter Scherz klingt, hatte für das Restaurant Konsequenzen: Wütende Anrufe gingen ein, Gäste blieben aus.

Journalisten von Buzzfeed machten den Betreiber der Website ausfindig. Es ist ein 25-jähriger US-Amerikaner, der insgesamt 19 solcher Fake-News-Sites betreibt.

Böse Absichten streitet er ab. Die Seite sei hauptsächlich für Scherze über die Schule oder Arbeitskollegen gedacht. Als Leser könne man das auf der Website erkennen. Und natürlich: Mit den Klicks verdiene er Geld.

Darum interessiert’s

Die Fake-News-Artikel sind tatsächlich so schlecht, dass sie kaum ernst genommen werden können. Die Website fordert die User sogar auf, eigene Geschichten zu erfinden. Sie gibt Tipps, wie man vorgehen soll: «Sei kreativ, es soll lustig sein» und «Wähle einen knackigen Titel, mach Deine Freunde neugierig».

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Aber: Auch im Jahr 2017 fallen Menschen im Internet noch auf die absurdesten Meldungen herein. Oft reicht eine Schlagzeile, die aufregt oder schockiert. Schon wird geklickt und geteilt. Häufig ohne zu lesen, hinterfragt wird später – wenn überhaupt.

Laut Buzzfeed publizierten die Websites des Channel-23-News-Betreibers seit Februar 2017 über 700 erfundene Geschichten. Auf Facebook generierten sie über 2,5 Millionen Shares, Reaktionen und Kommentare auf Facebook.

Das oberste Gebot lautet weiterhin: «Erst denken, dann klicken». Das gilt für den Klick auf den Link genauso wie für den Klick auf den Share-Button: Je reisserischer ein Titel, desto mehr Skepsis ist angebracht. Erst im Kontext (Quelle, Autor und verlinkte Artikel) wird klar, wie seriös eine Meldung wirklich ist.