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Wenn das Wasser zu sauber ist
Aus Kultur Webvideos vom 13.09.2019.
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Bedrohter Berufsstand Warum die Berufsfischer verschwinden

In der Schweiz gibt es immer weniger Berufsfischer. Schuld daran sind unter anderem der Klimawandel – und die zu gute Wasserqualität.

Klares Wasser in Trinkwasserqualität – dafür sind die Schweizer Flüsse und Seen bekannt. Das war nicht immer so: Noch in den 1950er- und 1960er-Jahren waren die Gewässer so mit Abwasser verschmutzt, dass das Baden zum Teil verboten werden musste.

Nicht nur der Mensch, auch die Tiere litten: In den Seen hatte es zu viele Algen und zu wenig Sauerstoff. Die Folge: Der Bestand an Speisefischen reduzierte sich massiv.

Weniger Fische, weniger Fischer

Das bekamen auch die Schweizer Fischer zu spüren. Während im Jahr 1948 noch 1100 Berufsfischer gezählt wurden, waren es im Jahr 1975 mit 599 Fischer nur noch gut die Hälfte.

Ein Fischer auf seinem Boot.
Legende: Ein Letzter seiner Art: In der Schweiz gibt es noch 270 Berufsfischer – Tendenz abnehmend. Keystone/Alexandra Wey

Das Wasserproblem war erkannt. Doch bis es behoben war, sollte es Jahrzehnte dauern. 1965 waren erst 14 Prozent der Bevölkerung an eine Kläranlage angeschlossen. Heute wird praktisch das gesamte Abwasser geklärt.

Wasser nun zu sauber?

Diese Massnahmen griffen so gut, dass sich das Problem der Fischer – das zu dreckige Wasser – allmählich in sein Gegenteil verkehrte.

Heute ist das saubere Wasser zwar eine Wonne für alle Badefreudigen. Doch viele Fischer beklagen, dass die Fische heute zu wenig Nährstoffe finden. Kommt hinzu, dass der Fischbestand von verschiedenen Seiten unter Druck ist:

  • Mit dem Klimawandel steigen auch die Wassertemperaturen, was vielen Fischen zusetzt.
  • Die Zahl der Insekten nimmt drastisch ab – und damit auch das Futterangebot für die Fische.
  • Chemikalien im Wasser oder Verbauungen setzen den Fischen ebenfalls zu.

Das Problem ist komplex, die Gründe nicht immer eindeutig. Doch in der Statistik schlägt es sich eindeutig nieder: Die Fangerträge nehmen tendenziell ab. Der Berufsstand des Fischers wird dabei immer seltener: Bei der letzten Zählung aus dem Jahr 2017 wurden noch 270 Berufsfischer gezählt.

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Welcher Schweizer Fisch darf auf den Teller?
Aus Einstein vom 12.09.2019.
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17 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Camenisch  (Horatio)
    Gibt es nun sauberes Wasser oder Chemikalien im Wasser? Oder ist beides dasselbe? Dann, Erwärmung des Wasser und weniger Insekten sind Faktoren, welche trotz 'sauberem' Wasser grossen Einfluss auf den Fischbestand haben.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das Problem der meisten "gesunden Fliessgewässer und Seen" welche nicht unter Sauerstoffmangel infolge Überdüngung leiden sind zu "sauber und es fehlt den Fischen an Nährstoffen"!
    Dafür haben wir Pestizid, Medikamenten und Drogenrückständen im Wasser, welche von den heutigen Kläranlagen "nicht herausgefiltert werden können" weil es an den technischen Möglichkeiten fehlt!
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  • Kommentar von Hä Su  (Hä Su)
    Zu sauberes Wasser? Bitte nicht alles glauben was geschrieben und erzählt wird. Der wahre Grund ist, dass Nahrung in Form von Insekten fehlt, Laichgebiete verschwinden, der natürliche Nährstoffeintrag durch Versiegelung, Drainage, Kanalisierung oder Begradigung der Fliessgewässer blockiert ist und Pestizid, Hormone und Schadstoffeintrag in die Gewässer die Haupttreiber sind für den Rückgang der Fische. Nun einfach Stickstoff oder Phosphor in die Seen streuen... sehr kurzfristiges Denken!
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