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Unbekanntes Corona-Virus sorgt für Unruhe
Aus Echo der Zeit vom 21.01.2020.
abspielen. Laufzeit 06:39 Minuten.
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Coronavirus Was muss getan werden, dass sich das Virus nicht mehr verbreitet?

Fieber und Schwierigkeiten mit Atmen – über solche Symptome klagen Personen, die sich mit einer neuartigen Lungenkrankheit angesteckt haben. Die chinesischen Behörden melden mittlerweile 549 Fälle (weltweit 560 Fälle), in fünf anderen Ländern gibt es einzelne Erkrankte.

Die meisten Betroffenen leben in der Millionenstadt Wuhan. Die Befürchtung besteht, dass sich das Virus weiter ausbreitet, auch im Ausland. Damit das nicht passiert, müssen die verschiedenen Staaten aktiv zusammenarbeiten, sagt Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler.

Thomas Häusler

Thomas Häusler

Wissenschaftsredaktor

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Thomas Häusler ist Wissenschaftsredaktor bei SRF. Er hat in Biologie doktoriert und eine Weiterbildung in Wassermanagement an der Uni Genf absolviert.

SRF: Was muss passieren, damit eine Ausbreitung verhindert werden kann?

Thomas Häusler: Wichtige offene Fragen über das Virus müssen geklärt werden: Wie leicht verbreitet es sich von Mensch zu Mensch und über welche Wege? Die Antworten werden helfen, die geeigneten Massnahmen zu ergreifen, um den Ausbruch einzudämmen.

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Coronavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden
Aus Tagesschau vom 21.01.2020.
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Gleichzeitig müssen bereits jetzt Massnahmen getroffen werden, die im Allgemeinen wirken. Zum Beispiel müssen die Spitäler in den betroffenen Orten Verdachtsfälle sofort erkennen, isolieren und testen.

Noch ist unklar, was die Herkunft und die Wandelbarkeit des Virus betrifft.

Ja. Man weiss zum Beispiel noch nicht, von welchem Tier das Virus auf den Menschen übergesprungen ist. Unbekannt ist ebenfalls, wie lange das her ist und wie oft ihm der Sprung über die Artengrenze geglückt ist.

Die WHO liess verlauten, dass das Virus wohl leichter von Mensch zu Mensch springt, als gedacht – und das würde seine Eindämmung deutlich schwerer machen.

Angaben dazu würden Hinweise liefern, wie schnell sich das Virus an den Menschen anpasst – und das würde zeigen, ob es ansteckender geworden ist, seit es in Menschen zirkuliert. Die Forscher können aber täglich mehr Gensequenzen des Virus gewinnen. Der Vergleich hilft, diese wichtige Frage zu beantworten.

Lässt sich schon sagen, wie gefährlich dieser Erreger für die Menschen ist?

Die Experten sind zurückhaltend mit Antworten. Es hat bisher 17 Tote gegeben (Stand 22.1.2020; Anm. d. Red.). Davon waren einige aber bereits vor der Ansteckung sehr krank. Aber es ist sicher ein Virus, das man sehr ernst nehmen muss. Es gibt laufend neue Erkenntnisse, die eher Richtung «gefährlich» deuten.

Wichtig ist auch die internationale Zusammenarbeit. Vor allem Länder, die einen regen Austausch mit China haben, müssen aktiv werden.

Gestern liess die Weltgesundheitsorganisation verlauten, dass das Virus wohl leichter von Mensch zu Mensch springt, als gedacht – und das würde seine Eindämmung deutlich schwerer machen.

Damit sich das Virus nicht weiterverbreiten kann, müssen konkrete Massnahmen getroffen werden. Welche sind am dringendsten?

An den Orten, wo sich das Virus festgesetzt hat, müssen die Infizierten rasch identifiziert werden und man muss dafür sorgen, dass sie niemanden anstecken. Man muss die Menschen finden, mit denen sie in Kontakt waren und diese dazu anhalten, andere vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Und die Spitäler müssen verdächtige Fälle schnell erkennen können.

Wichtig ist auch die internationale Zusammenarbeit. Vor allem Länder, die einen regen Austausch mit China haben, müssen aktiv werden.

Wird das gemacht? Werden in China und den anderen betroffenen Ländern – Taiwan, Südkorea, Thailand, Japan und die USA – die richtigen Massnahmen getroffen?

Es sieht danach aus. In Wuhan wurden zum Beispiel speziell Kliniken bezeichnet, die Corona-Fälle schnell abklären. Es wurden auch drastische Massnahmen ergriffen, etwa Verbote, Wuhan zu verlassen. China ist sichtlich bemüht, die Lage vor der kommenden Reisezeit in den Griff zu bekommen.

Heute Mittwoch entscheidet die WHO, ob sie einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen will. Welche Konsequenzen hätte das?

Es wäre vor allem ein Signal, dass die Welt diesen Ausbruch sehr ernst nehmen muss. Es würde die betroffenen Länder zum Austausch von Informationen verpflichten und zur Zusammenarbeit.

Aber dies kann man nicht erzwingen, auch nicht mit internationalen Abkommen. Letztlich ist die WHO auf die Kooperation der Staaten angewiesen.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

7 Kommentare

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  • Kommentar von David Steiner  (MLE)
    Vogelgrippe, Schweinegrippe, nun das Corona-Virus. Nebst Massnahmen zur Verhinderung einer Epidemie sollten wir uns auch grundsätzliche Gedanken über die industrielle Tierhaltung machen, die diese Erreger hervorbringt. 70% der Antibiotika landen in der Tierhaltung. Sollten wir dadurch das post-antibiotische Zeitalter erreichen, sind die bisherigen Erreger nichts dagegen. Dann kann wieder jede kleine Verletzung und jede kleine OP tödlich enden.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Tierhaltung, Einsatz von Pharmakas, Pestiziden ... Denn was selten thematisiert wird, weil lieber geimpft als komplex gedacht werden soll sind Zusammenhänge mit dem Umgang mit unserer Mitwelt, Sie haben da ganz recht, Herr Steiner. Polio und DDT, Zika und Agroindustrielle Chemie .... etc. ets. Ebola und Abholzung .... wichtige, unbequeme Zusammenhänge ...
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Also aufhören mit Schnellschüssen, warten bis Genaueres bekannt ist. Die Reisebewegungen gehören ob mit oder ohne Virus eingeschränkt. Das Tragen der Masken ist eine asiatische Ideefix auch wenn das keinen Schutz bietet, je nach Erregerart. Wahrschein versticken noch immer mehr Menschen am Staub und Dreckpartikel in der Luft. UND die virale Erkrankung ist eine opportuinsichte Zusatzkomponente? Sorgfältige UmgebungsAnamnesen. Die ganzen Noxen und Mitweltbelastungen im Blick haben.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Bringt doch mal die konkreten Symptome, die Erkrankungsfälle mit voller Symptomatik und voller Remission? Dann die, die daran gestorben sind mit einer erweiterten Anamnese, die auch sämtlich Künstliche und Mitweltbelastungen kartografieren? Dann heisst ein Virusbefall noch lange nicht Erkrankrung. Ich finde solche Bericherstattung höchst fragwürdig. Virale Infekte, gehören zum menschlichen Alltag. Die Epidemiologie dieser Infekte muss sorgfältig und mit erweitereten Anamnesen von statten gehen.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Da die meisten Verstorbenen bereits eine medizinische Vorgeschichte haben, ist es wohl nicht ganz einfach die Symptome und deren Ursachen 1:1 zu verbinden. In Medienberichten wurden Aehnlichkeiten mit SARS und MERS beschrieben.
      Virale Infekte gehoeren nicht zum Alltag. Dank dem Wahrnehmen meiner Impfverantwortung hatte ich schon jahrelang keine viralen Infekte mehr. Falls bei Ihnen virale Infekte zum Alltag gehoeren, sollte Ihnen das zu Denken geben, das ist nicht normal.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Es tänt fast so als seien menschlich Organismen nicht im kontinierlichen Austausch mit der Welt und den anderen. So vereinfachend, was da oft zusammen mit dem ganzen Impfverständnis kommt, Herr Odermatt. Die wunderbaren Komplexität von Mensch und Umwelt einsperrend in eine Phiole .... Jedem das Seine. Meins ist es nicht. Wir sind Austauch, Wandel, Interaktionen .... oder mit Heraklit Panta rheia world of magic and interaction.
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    3. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      ... panta rhei ...
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