Zum Inhalt springen
Inhalt

Hauptenergiequelle Erdöl Am Tropf des Erdöls

Der Grossteil der Energie, die wir täglich verbrauchen, stammt aus fossilen Brennstoffen. Wie kam es zu dieser Abhängigkeit?

Legende: Audio Warum wurde Erdöl derart dominant? abspielen. Laufzeit 17:41 Minuten.
17:41 min, aus Kontext vom 05.02.2019.

Weltweit stammen 80 Prozent der Energie aus fossilen Brennstoffen – aus Erdöl, Gas und Kohle. Damit produzieren wir Strom, treiben Autos, Lastwagen, Schiffe und Flugzeuge an, heizen Häuser und versorgen die Industrie.

In der Schweiz braucht es wegen der heimischen Wasserkraft ein bisschen weniger. Auch hierzulande decken wir aber knapp zwei Drittel unserer Energie mit Gas und Erdöl.

Die Welt ohne Erdöl wäre eine andere

Die Abhängigkeit, insbesondere vom Erdöl, hat sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. «Ohne Erdöl sähe unsere Welt wohl ganz anders aus», sagt die Historikerin Monika Gisler.

Eine Bohrplattform auf der Nordsee.
Legende: Kleider, Treibstoff, Medikamente: Erdöl wird vielseitig eingesetzt. (im Bild: Bohrplattform in der Nordsee). Getty Images / WPA Pool

Denn Erdöl wird nicht nur für Autos und Heizungen gebraucht, sondern ist auch in unseren Kleidern drin, in Kunststoffen und in Medikamenten – in unzähligen Alltagsprodukten.

Seit Jahrtausenden genutzt

An einigen Stellen tritt Erdöl natürlicherweise an der Erdoberfläche aus. «Seit Jahrtausenden benutzen die Menschen schon Öl, als Mörtel und Schmiermittel, zum Teil sogar schon als Arzneimittel», sagt Monika Gisler.

Eine Frau liest. Auf dem Tisch steht eine Kerosinlampe.
Legende: Brachte mehr Licht ins Dunkel: Zu Beginn der Erdölförderung wurde das Erdöl vor allem in Kerosinlampen eingesetzt. Getty Images / Keystone-France

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts konnte man es auch aus dem Erdinnern hervorholen. Langsam begann der Siegeszug des Schwarzen Goldes. «Zu Beginn der Erdölförderung wurde es vor allem in Kerosinlampen eingesetzt. Dieses Licht wurde von den Menschen sehr geschätzt und so hat sich das Erdöl im Leben der Leute eingenistet», so Gisler.

Gefunden durch Zufall

Es sei ein Zufall gewesen, dass man überhaupt Erdöl gefunden habe, das tief unten in der Erde lagert, erzählt Monika Gisler: «Eigentlich hat man nach Salz gebohrt, dafür gab es die Technologie. Dabei ist man auf Erdöl gestossen.»

Plötzlich war dieser potente, energiereiche Stoff in grösseren Mengen verfügbar. Diese Funde kamen gerade recht und konnten den Anspruch der Gesellschaft erfüllen, neue Lebensweisen zu entwickeln, es sich bequemer einzurichten.

Das Automobil als Treiber

Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Verbrennungsmotoren entwickelt, die mit flüssigen Treibstoffen liefen. Diese Motoren waren für die Industrie gedacht, um Geräte anzutreiben und dort die Dampfmaschinen zu ersetzen.

Legende: Video Der Fingerabdruck des Erdöls abspielen. Laufzeit 07:21 Minuten.
Aus Einstein vom 03.04.2014.

Der Einbau ins Automobil erfolgte erst später – doch umso erfolgreicher. «Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aber auch Elektroautos entwickelt, es gab eine Konkurrenzsituation. Doch die Elektrofahrzeuge waren beschränkt in ihrer Reichweite, der Benziner war dort klar überlegen», so Gisler.

Günstige Erdölpreise und günstige Benzinautos wie der Ford Model T taten ihr Übriges. Immer mehr wurden auch die Kohleheizungen durch Ölheizungen ersetzt. Erdöl wurde nach dem Zweiten Weltkrieg schliesslich zum weltweit dominanten Energieträger.

Ein altes Ford-Auto: das Modell T.
Legende: Benzinfahrzeuge wie der Ford Model T kurbelten den Erdölkonsum an. Getty Images / UniversalImagesGroup

«Hat man mal einen bestimmten Weg eingeschlagen, ist es schwierig, wieder davon wegzukommen. Das ist der sogenannte ‹technologische Pfad›», erklärt Monika Gisler.

Klimaforscher mahnen zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen bis im Jahr 2050. Doch die Diskussionen darüber zeigen: Einfach wird das nicht.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.