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Die neue Super-Batterie
Aus SRF Kultur vom 02.01.2020.
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Neue Super-Batterie Kann dieser Turm unsere Energiezukunft sichern?

Von Bill Gates bewundert, von einem japanischen Telekom-Giganten finanziert: Die Idee des Schweizer Ingenieurs Andrea Pedretti wird im Tessin gebaut.

In der Nähe von Bellinzona wird zurzeit eine Art «Super-Batterie» gebaut. Sie könnte einst unsere Energiezukunft sichern. Der Schweizer Andrea Pedretti will damit das Hauptproblem von Solar- und Windenergie lösen: Bei den erneuerbaren Energien fällt der Strom unregelmässig an. Es braucht daher effiziente Energiespeicher.

Der Tweet von Bill Gates

Ein japanischer Telekom-Gigant finanziert Pedrettis Idee mit 110 Millionen. Die Firma ist unter anderem dank eines Tweets von Bill Gates auf den Schweizer Ingenieur aufmerksam geworden. «Der Tweet von Bill Gates hat es uns ermöglicht, ganz schnell in der ganzen Welt bekannt zu werden», sagt Pedretti.

Türme als Energiespeicher

Der sogenannte «Energy Vault», Link öffnet in einem neuen Fenster ist keine herkömmliche Batterie, sondern ein bis zu 120 Meter hoher Turm aus tonnenschweren Betonklötzen und riesigen Kränen. Mit überschüssiger Energie aus Solar- und Windkraft werden die Klötze angehoben. Bei Energiebedarf werden die Klötze wieder abgesenkt, und die Energie wird so wieder zurückgewonnen.

Das Prinzip ist ähnlich dem der Pumpspeicherkraftwerke. Nur soll die Energiespeicherung mit dem «Energy Vault» billiger werden, ist sein Erfinder Andrea Pedretti überzeugt.

Ferner braucht es für die Türme keine Wasservorkommen und keine teuren Staudämme. Man könne sie irgendwo hinstellen, zum Beispiel neben eine Solaranlage in der Wüste.

Ein Bild des Schweizer Ingenieurs Andrea Pedretti.
Legende: Andrea Pedretti ist dankbar über die Gratiswerbung des Microsoft-Milliardärs Bill Gates. SRF

Der ideale Ort

Und bei uns? Wo sollen diese monumental wirkenden Türme zu stehen kommen? In der Schweiz könnten sie an den Platz der abgeschalteten Atomkraftwerke kommen, sagt der Ingenieur.

«Da hat man schon die ganze Netzanbindung und Strom-Produktion.» Das sei ein idealer Ort. Die grösste Herausforderung ist die Steuerung der Kräne. «Die Betonklötze dürfen nicht in Schwingung geraten.» Sonst sei alles seit Jahren etablierte Technik.

Und der Turm im Tessin? Dieser soll nach einer ersten Testphase wieder abgebaut und zum ersten Kunden nach Indien geliefert werden.

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Die Jäger der ultimativen Energiequelle
Aus Einstein vom 02.01.2020.
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173 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Jost  (Uschi)
    @ Arno Zingg
    Sorry, ich heiße Jost - nicht Kost
    Und da ich von Technik nicht viel verstehe, bin ich trotzdem beeindruckt davon, dass es Menschen gibt, die sich Gedanken machen und umzusetzen versuchen.
    Aber man kann, wie schon mal gesagt, alles zerreden
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Liebe Frau Jost, verzeihen Sie den Verschreiber. Und ich wollte Sie in keinster Weise angreifen, sondern lediglich zum besseren Verständnis beitragen. Grundsätzlich stimme ich mit Ihnen durchaus überein. :-)
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Lustig, ganz großes Spielzeug. Ist keine Erfindung Energie mittels Gewicht zu speichern. Meine große
    Alte Wanduhr tut das seit 200 Jahre. Mit diesen Türmen wird mittels der Abspuhlenergie ueber
    Getriebe ein Generator
    angetrieben und in Strom entnommen
    Strom ueber Seilwinde
    In Gewichtsenergie Laden lt. Beschreibung ca 20% Energieverlust
    Durch Reibung 5x laden
    = 0
    Resultat Pumpspeicherwerke sind sicher effizienter auch kostenmaessig
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    1. Antwort von Jean-Pierre Seuret  (Yeti)
      Das Berechnen der Abspu h lenergie darf man ruhig den Ingenieuren überlassen. Die Effizienz des Systems wird wohl nach Fertigstellung bekannt werden.
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    2. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Niemand behauptet, das Prinzip sei eine neue Erfindung. Neu ist der Massstab und der Einsatzzweck. Und im Gegensatz zu Pumpspeicherkraftwerken sind die Kosten und die Eingriffe in die Landschaft extrem klein. Der Wirkungsgrad bei Pumpspeicherkraftwerken liegt übrigens bei 75% bis 80%.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. König wenn Ihre Annahme stimmen würde, dann täte Ihre Wanduhr längst nicht mehr laufen!
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  • Kommentar von Elias Meier-Vogt  (Elias Meier-Vogt)
    Ich lache mich kaputt. 20 MWh sollen damit gespeichert werden. Das Unispital Zürich wäre nach wenigen Stunden ohne Strom, wenn man einen solchen Turm daneben hätte. Und wie soll damit der Strom aus dem Sommer (Solar?) in den Winter übertragen werden? Das sind gute Ideen für eine dezentrale Stromversorgung, aber das Problem der Bandenergie ist damit nicht gelöst. Es braucht Geothermie.
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Sie scheinen nicht verstanden zu haben, um was es geht. Dieser Turm ist einerseits ein erster Test im grösseren Massstab und zweitens gar nicht dazu gedacht, den Sommersonnenstrom in den Winter zu bringen.
      Der Turm kann genau das, wozu er gedacht ist und das sehr einfach, effizient und kostengünstig.
      Geothermie ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige.
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    2. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      'Bandenergie' gibt und braucht es nicht. Mit Bandenergie ist übrigens nicht Energie sondern konstante Leistung gemeint und das wird nicht gebraucht, da der Verbrauch nicht konstant ist und wird nicht geliefert, da kein einziges Kraftwerk ständig Strom liefert - siehe Leibstadt, welches gerade während 3 Tagen plötzlich und ungeplant ausgefallen ist. Im Winter wird immer mehr Windstrom produziert. D.h. anstatt in ausländische Kohlekraftwerke können die Schweizer Stromkonzerne in WKA investieren.
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    3. Antwort von Martin Müller  (Nonaeol)
      Herr Schmid, wie sieht denn der nicht konstante Verbrauch aus? Geht der von Null bis 30 oder so GW? Und was ist, wenn der Wind nicht gerade dann weht, wenn viele Strom brauchen wollen? Werden unsere elektrischen Geräte künftig nur noch dann eingeschaltet werden können, wenn gerade die Sonne scheint oder genügend Wind weht?
      Windenergie ist in der Schweiz eine schlechte Idee, da wir kein Windland sind, abgesehen von einigen Tälern im Jura.
      Es ist gut, dass wir nicht nur 1, sondern 4 KKWs haben.
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    4. Antwort von Martin Müller  (Nonaeol)
      Herr Schmid, wie sieht denn der nicht konstante Verbrauch aus? Geht der von Null bis 30 oder so GW? Und was ist, wenn der Wind nicht gerade dann weht, wenn viele Strom brauchen wollen? Werden unsere elektrischen Geräte künftig nur noch dann eingeschaltet werden können, wenn gerade die Sonne scheint oder genügend Wind weht?
      Windenergie ist in der Schweiz eine schlechte Idee, da wir kein Windland sind, abgesehen von einigen Tälern im Jura.
      Es ist gut, dass wir nicht nur 1, sondern 4 KKWs haben.
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    5. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      @Müller. Um einen höheren Verbrauch während der Nacht zu erreichen wurde schon vor Jahrzehnten der Niedertarif eingeführt. Würde dieser Niedertarif abgeschafft, wäre der Strombedarf während der Nacht wesentlich tiefer. Wenn ein Grosskraftwerk wie Leibstadt plötzlich ausfällt, springen andere flexible Kraftwerke ein, welche sofort hochfahren können. Bei der Windenergie kann glücklicherweise geplanter reagiert werden, da ein Sturm voraussgesagt werden kann und zudem nicht sofort beginnt/stoppt.
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    6. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Meier-Vogt: Wie Hr. Zingg korrekt schreibt ist dies kein Saisonspeicher. Es ist extrem schwierig, den saisonalen Ausgleich gut hinzukriegen. Vorläufig ist alles was wir haben: Die gewöhnlichen Speicherseen in den Alpen, also NICHT die Pumpspeicher. Die gewöhnlichen Speicher können im Prinzip im Sommer bei Schneeschmelze im Hochgebirge gefüllt und im Winter geleert werden. Das hat den Nachteil dass die Turbinen einen Gutteil des Jahres Stillstehen (finanzielles Problem). Sonst wäre alles gut.
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