Blackout Strommangellage – das Katastrophen-Risiko, das keiner kennt

Laut einer aktuellen Risikoanalyse des Bundesamts für Bevölkerungsschutz gilt eine lang andauernde, schwere Strommangellage als grösstes Risiko für die Schweiz.

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Blackout: Strommangellage

1:10 min, vom 2.1.2017
  • Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Strommangellage schätzt der Bund auf einmal in 30 bis 100 Jahren.
  • Dabei wird mit einem Schaden von über 100 Milliarden Franken gerechnet.
  • Während einer Strommangellage wird der Strom rationiert – jede Region erhält nur eine bregrenzte Anzahl Stunden pro Tag Strom.
  • Es lohnt sich, sich auf ein solches Ereignis vorzubereiten.

Ein Blackout kann das Stromnetz nachhaltig schädigen. So schwer, dass deutlich weniger Strom zur Verfügung steht – und das für mehrere Wochen. Bekanntes Beispiel für eine Strommangellage ist die Tsunami-Katastrophe in Japan im Jahr 2011. Durch die Schäden der Flutwelle fielen Teile der Eigenproduktion und Netzinfrastruktur aus. Gleichzeitig konnte Japan als Insel keinen Strom importieren. Es gab zu wenig Strom.

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Thementag Blackout

Thementag Blackout

Was geschieht, wenn in der Schweiz der Strom tagelang ausfällt? Hintergründe, Videos, ergänzende Informationen und Experten-Chats zum Thema:

www.srf.ch/blackout

Grosse Personenschäden wahrscheinlich

Würde in der Schweiz eine solche Mangellage eintreten (zum Beispiel eine Stromunterversorgung von nur noch 30 Prozent des Gesamtstroms während mehrerer Monate im Winter), bedeutete das: grosse Personenschäden und immense ökonomische und immaterielle Schäden für die Wirtschaft und für die Gesellschaft. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rechnet in seiner Risikoanalyse mit einem wirtschaftlichen Schaden von über 100 Milliarden Franken.

Keine Klimaanlagen und Saunas

Die Häufigkeit des Auftretens eines derartigen Ereignisses wird auf einmal in 30 bis 100 Jahren geschätzt. Der Bund hat darum vorgesorgt. Bei einer Strommangellage ordnet er Bewirtschaftungsmassnahmen an, welche das Gleichgewicht zwischen Stromproduktion und -verbrauch auf reduziertem Niveau sicherstellen sollen. Zuständig dafür ist die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen (OSTRAL). Sie lenkt das Stromangebot und den Stromverbrauch.

Wie drastisch die Massnahmen sind, hängt vom Ausmass der Mangellage ab. Bei weniger schlimmen Situationen wird lediglich überwacht und die Bevölkerung zum freiwilligen Stromsparen aufgefordert. Bei einer grossen Mangellage werden die Nutzung bestimmter Geräte (zum Beispiel Klimaanlagen, Schneekanonen, Saunas etc.) verboten und die Stromnetze zyklisch abgeschaltet.

Beispiel Kanton Baselland

Konkret bedeutet das: Einzelne Zonen der Schweiz haben jeweils nur 8 Stunden Strom – und müssen dann 4 Stunden komplett ohne Strom auskommen. Im Kanton Baselland würde das im Detail so aussehen:

  • Von 0 Uhr bis 4 Uhr haben vor allem die Gemeinden im Umkreis der Stadt Basel keinen Strom: Zone 1.
  • Dann folgt Zone 2: Von 4 bis 8 Uhr bleibt es in Liestal dunkel – sowie im westlichen Birsigtal.
  • Und schliesslich dreht der Krisenstab der Zone 3 mit dem Oberbaselbiet im Osten des Kantons den Strom ab.
  • Dann kommt wieder Zone 1 an die Reihe. An jedem Ort fällt also 12 Stunden für vier Stunden der Strom aus.

Der Alltag ohne Strom

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was in Ihrem Alltag passiert, wenn das Stromnetz regelmässig abgeschaltet werden müsste? Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat in einem Merkblatt wichtige Tipps zusammengestellt, wie man sich am besten auf eine solche Notlage vorbereitet und wie man sich bei einer Mangellage verhalten sollte.

Welche Auswirkungen hat ein Stromausfall auf unseren Alltag? Diese Infografik zeigt, mit welchen Einschränkungen wir rechnen müssen.