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Abenteurer im Dienst der Solarforschung
Aus SRF Kultur vom 19.12.2019.
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Westschweizer Solarpionier Mit dem Solarflugzeug zur Stratosphäre

Raphaël Domjan will in zwei Jahren nur mit Solarenergie auf 25'000 Meter über der Erde fliegen. Das wäre Weltrekord. Damit will der Romand beweisen, dass die Kraft der Sonne unsere Energie- und CO2-Probleme lösen kann.

Auch Abenteurer müssen manchmal klein beigeben. Raphaël Domjan sitzt hustend im Simulator seines Solarflugzeugs, mit dem er den Höhenweltrekord brechen will. Dabei wäre er jetzt eigentlich gar nicht hier in Payerne, in seinem Hangar. Dort steht der Prototyp seines Solarflugzeugs «Solarstratos» – und auch der Flugsimulator.

Auf dem Weg Richtung Sonne

Eigentlich sollte Raphaël Domjan jetzt in seinem solarbetriebenen Kajak sitzen, in der Arktis. Nur: Noch vor wenigen Tagen lag er mit einer Lungenentzündung im Bett. Der Arzt hat ihm die Reise verwehrt. Sie hätte einen weiteren Meilenstein setzen sollen auf Domjans Weg. Dem Weg, der ihn immer weiter in Richtung Sonne führt.

Der Forscher hat eine Mission. Er will zeigen, wie weit man mit Solarenergie kommen kann. Ganz profan mit Solarschiff, Solarkajak oder Solarflugzeug. Aber auch, wie weit man bei der Energiewende dank Solarenergie kommen könnte. Zum Beispiel beim Passagierflug.

Mit dem Solarschiff um die Welt

Vor neun Jahren navigierte er mit einem Solarschiff rund um die Welt, jetzt soll ihn das Solarflugzeug «Solarstratos» in die Stratosphäre bringen, auf 25'000 Meter über der Erde.

Ein Mann steht an einem steinigen Strand, er hat eine rote Wetterschutzjacke an.
Legende: Abenteurer Raphaël Domjan umsegelte bereits mit einem Solarschiff die Welt. Nun will er zur Stratosphäre fliegen – ebenfalls mit Solarkraft. Raphaël Domjan

Wegen der dünnen Luft und der Kälte muss Domjan einen eine Million Franken teuren Raumanzug tragen. Der macht das Fliegen mit dem eh schon sensiblen Leichtflugzeug noch schwieriger.

Den Rekordversuch mit «Solarstratos» musste er um fast zwei Jahre aufs Jahr 2022 verschieben, nachdem bei einem Belastungstest am Boden ein Flügel gebrochen ist. Sein Flugzeug ist extremer Leichtbau. 450 Kilogramm leicht, die Hälfte eines vergleichbaren normalen Flugzeugs. Es ist eine Konstruktion an der Grenze des Machbaren.

Leistungsfähige Extraanfertigungen

Auch die Elektronik ist eine Extraanfertigung. Sie muss weniger Strom verbrauchen als vergleichbare Steuersysteme und Instrumente. Auch die Solarpanels auf den Flügeln sind Sonderanfertigungen aus dem Schweizer Solarforschungszenter CSEM in Neuenburg: Sie haben hohe Leistungsfähigkeit und eine enorme Temperatur- und UV-Resistenz. Aber auch sie können noch keine solaren Wunder vollbringen.

Wenigstens darf Domjan beim energie-intensiven Start Strom aus der mitgeführten Batterie brauchen. Den muss er während des Rekordfluges aber über die Solarpanels wieder einspeisen. Nur so gilt der Weltrekord als hundertprozentiger Solarflug.

Ein Flugzeug mit Solarpanels auf den Flügeln beim Start auf einem ländlichen Schweizer Flughafen.
Legende: Die Solarstratos soll das erste bemannte Solarflugzeug werden, das in die Stratosphäre vordringt. Das Flugzeug wiegt nur 450 Kilogramm und hat eine Flügelspannweite von 24 Metern. Solarstratos

Inspiration für die zivile Luftfahrt

All die Sonderentwicklungen für sein Solarflugzeug sollen nicht nur bei seinem Rekord helfen, sondern auch in die zivile Luftfahrt einfliessen. Das zumindest hofft Domjan. Er glaubt, dass in 20 Jahren erste solarelektrische Linienflüge auf Kurzstrecken möglich sein werden. Mit Flugzeugen mit bis zu 40 Sitzplätzen.

Bis dahin braucht es aber noch einige Entwicklungsschritte. Noch ist der Solarflug ein riskantes Abenteuer. Domjan wird, weil er auf jedes Gramm achten muss, ohne Fallschirm auf 25'000 Meter steigen.

Lapidar meint er: «Es wäre eh zu kompliziert, mit Raumanzug und Fallschirm abzuspringen.» Kein Wunder bei einem, den nur der Arzt davor bewahren konnte, mit einer Lungenentzündung in die Arktis Kajak fahren zu gehen.

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Sonnenenergie statt Atomkraft – Kann die Schweiz das schaffen?
Aus Einstein vom 19.12.2019.
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