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Keeling-Kurve Wie Vater und Sohn die Klimaforschung erfanden

Es gibt immer mehr Treibhausgase in der Luft. Die Menge an CO2 ist heute 30 Prozent höher als vor 60 Jahren. Dass wir das so genau wissen, verdanken wir einem Forscher mit viel Sitzfleisch – und seinem Sohn.

Ein alter und ein junger Mann halte eine Schrifttafel, die sie auf einem Rucksack abstützen.
Legende: Unterwegs zur Klimaforschung: Ralph und Charles Keeling auf einer undatierten Aufnahme in Kalifornien. Keystone

Als Geochemiker Charles Keeling 1958 mit seinen Messungen begann, war die Klima-Erwärmung noch lange kein Thema in der Öffentlichkeit.

Aber einige Wissenschaftler fragten sich bereits damals, ob sich das Treibhausgas CO2 in der Atmosphäre ansammelt, weil die Menschen Öl und Kohle verbrennen.

Keeling wollte diese Frage klären. Er baute sein Observatorium auf dem Gipfel des Mauna Loa im Archipel von Hawaii. Weit weg von störenden Einflüssen wie Abgase vom Autoverkehr. Darum erwartete er konstante Messwerte.

Keine konstanten Messungen

Bereits nach der ersten Messung brach der Stromgenerator zusammen. Als Charles Keeling nach einigen Tagen wieder messen konnte, war die CO2-Konzentration tiefer und sie sank weiter. War das Instrument vielleicht defekt? Keeling mass erst einmal weiter.

Nach einem Jahr verstand der Forscher, was die Messresultate bedeuteten. Der CO2-Wert stieg und sank mit den Jahreszeiten: Keeling schaute der Erde beim Atmen zu.

Auf der Nordhalbkugel liegt das meiste Land, in den Weiten Sibiriens und Kanadas stehen riesige Wälder, die im Sommer CO2 aufnehmen, weil die Bäume wachsen. Im Winter ruhen sie, Blätter verrotten, CO2 gelangt wieder in die Luft.

Die Messkurve stieg an

Nach ein, zwei weiteren Jahren entdeckte Charles Keeling, dass die Messkurve insgesamt anstieg. Es stimmte also: Der Mensch erhöhte die CO2-Konzentration in der Luft.

Das erregte Aufsehen. Zahlreiche Wissenschaftler richteten wegen Keelings Ergebnissen ihre Forschung neu aus und schufen so eine neue Disziplin: die Wissenschaft vom Klimawandel.

Finanzierung war schwierig

Die ursprüngliche Frage war beantwortet, aber Charles Keeling mass weiter. Er wollte die Entwicklung verfolgen. Dafür zahlte er einen hohen Preis, erzählt sein Sohn Ralph Keeling.

Von einem Forscher werde stets Neues erwartet, keine dröge Langzeitbeobachtung: «Viele sagten, er habe keine neuen Ideen oder Ansätze mehr. Die hatte er sehr wohl. Doch mein Vater hatte entschieden, dass es wichtig war, die Messungen fortzuführen.»

Die Lücke in der Kurve

Trotz der fundamentalen Bedeutung seiner CO2-Messung folgten für Charles Keeling schwierige Jahre. Die meisten Geldgeber für Forschung wollten die Langzeitmessung nicht finanzieren.

Keeling musste immer wieder für die Finanzierung kämpfen. Einmal ging ihm das Geld tatsächlich aus, erzählt Ralph Keeling: «Wer die Keeling-Kurve genau betrachtet, findet im Jahr 1964 eine Lücke.»

Wie der Vater so der Sohn

Als Charles Keeling 2005 starb, übernahm der Sohn. Ralph Keeling hatte seine eigene Forscherkarriere, er war Professor für Atmosphärenphysik. Aber die CO2-Messung war ihm so wichtig, dass er diese Aufgabe zusätzlich übernahm.

Das tut er immer noch – und er digitalisiert die alten Messdaten seines Vaters. Denn aus den alten Daten lassen sich heute neue Zusammenhänge herauslesen.

Klimaforschung in Zeiten von Trump

Trotzdem ist die Finanzierung der CO2-Messung auf dem Mauna Loa immer noch eine Zitterpartie. In anderthalb Jahren braucht Keeling wieder neues Geld – ob das in Zeiten der Regierung Trump klappt?

«Es wird einiges an Schweiss kosten», sagt Ralph Keeling. Aber mittlerweile sei die Messreihe so berühmt, dass es schwierig sei, sie einfach zu stoppen. Doch würden solche Messungen tatsächlich angehalten, würden wir blind in die Klimazukunft stolpern.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Wissenschaftsmagazin, 9.9.2017, 12.40 Uhr

Klimawandel

16 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Uiii - eine gefährliche Schlagzeile! Ein Donald Trump oder seine hiesigen Brüder und Schwestern im Geiste könnten leicht lesen "wie Vater und Sohn den KlimaWANDEL erfanden" und triumphierend ausrufen: "Haben wir ja immer gesagt - alles nur erfunden!"
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  • Kommentar von Theodor Kugler (Handeln!)
    Der Begriff Klima steht für die Gesamtheit aller meteorologischen Vorgänge, Klimawandel also für deren Wandel. Schon diese einfache Erklärung macht deutlich, dass der Begriff "Klimawandel" ganz schwer zu fassen ist. Nun soll diese Unklarheit durch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre gemessen werden können. Und als Massnahme betreibt man CO2-Handel. Man rechne zB aus, wie viel CO2 6 Milliarden Menschen in den letzten 120 Jahren produziert haben und das CO2-Märchen ist gestorben!
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    1. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      Bringen Sie doch bitte echte Argumente, oder dann lieber gar nichts. 'Schwer zu fassen' ist kein Argument dafür, dass etwas nicht stimmt. Und rechnen Sie ruhig mal aus, wie viel CO2 die Menschheit freisetzt (oder lesen Sie die Berechnungen der Experten nach). Seit 100 Jahren pumpen wir die CO2 Speicher der Erde leer und verbrennen das Zeug. Gleichzeitig zeigen die Messungen, dass die CO2 Konz. in der Athmosphäre ansteigt. CO2 absorbiert Infrarotstrahlung. Das wurde berechnet und gemessen.
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    2. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      wo ist denn hier bitte das Märchen?
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    3. Antwort von Theodor Kugler (Handeln!)
      An Pünt: Die Erwärmung der Erde wesentlich auf die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre zurückzuführen ist deshalb schon Unsinn, weil die Zunahme von CO2 Wirkung ist und nicht Ursache (hier ist das Märchen). Seit wann korrigiert man Ursachen durch Wirkungen? Wenn Sie aus 100 Wechselwirkungen im Klima 1 herausgreifen und die andern weglassen, besitzen Sie kein echtes Argument.
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    4. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      Wälder roden + fossile Brennstoffe verbrennen -> mehr CO2 in der Athmosphäre. Mehr CO2 in der Athmospähre -> Mehr Absorbtion von Infrarotstrahlung. Mehr IR absorbtion -> Erwärmung Die Auswirkung von etwas kann die Ursache von etwas anderem sein. Und niemand sagt, dass CO2 das einzige Treibhausgas ist. Und natürlich spielen auch andere Faktoren rein (Intensität der Sonnenstrahlung usw.) Aber es geht ja darum, was unsere Zivilisation verursacht. (apropos Hochfrequente Energie-Aliens) xD
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    5. Antwort von Theodor Kugler (Handeln!)
      An Pünt: Prima, beim Wälder roden und fossile Brennstoffe verbrennen müssen wir etwas ändern, nicht eine CO2-Diskussion führen. Wenn Sie nun noch möglichst viele Gründe finden, welche das CO2 in der Luft auch erhöhen, dann kann es Ihnen dämmern, dass das Messen der CO2-Konzentration doch nicht so überzeugend ist für die Erwärmung, auch wenn Ihre Ursachen-Wirkungskette richtig ist.
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    6. Antwort von Theodor Kugler (Handeln!)
      An Pünt: Woher CO2 zB auch noch kommen kann. Interessante Forschung siehe hier: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14624-2012-04-02.html
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    7. Antwort von Theodor Kugler (Handeln!)
      An Pünt: Bezüglich hochfrequente Energie als Quelle für die Erwärmung der Erde: Wenn Sie von einem anderen Menschen tief in Ihrem Herzen berührt werden, dann kommunizieren zwei Seelen miteinander, von Zentrum zu Zentrum, auf einer höherfrequenten Ebene. Solche Wechselwirkungen von Zentrum zu Zentrum können überall im Universum passieren.
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    8. Antwort von Mike Pünt (Scientist)
      Bei Seelen und Geistern kann ich nicht mitreden. Das soetwas existiert ist konnte bislang nicht nachgewiesen werden, geschweige denn die Kommunikation von Geistern. Dabei sind wir so gut im Messen winziger Energien... zB. das Higgs-Boson, einzelne Proteine in Zellen, sogar Gravitationswellen (weiss nicht was da der neuste Stand ist). Was das CO2 betrifft, kann ich Ihren Aussagen nicht folgen. CO2 ist also ein Treibhausgas, und wir setzen viel davon frei, aber wir sollen nicht darüber sprechen?
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    9. Antwort von Max Blatter (maxblatter)
      @Theodor Kugler: Was soll ich jetzt genau berechnen - das CO2, das 6 Mia Menschen in 120 Jahren produziert haben ... durch ihre Atmung? Oder durch die Nutzung fossiler Brennstoffe? Oder durch beides zusammen? Und dann - welche Schlussfolgerung kann ich daraus ziehen und warum? Ich mag Zahlen und bin gespannt auf Ihre Argumentationskette - braucht wahrscheinlich mehr als nur 500 Zeichen - aber nur zu, Sie können ja mehrere Kommentarfelder füllen!
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Seit den 60er Jahren 30% mehr CO2. Wie viel beträgt in dieser Zeit das Wachstum der Weltbevölkerung? Auch etwa 30%. Der Mensch produziert ebenfalls CO2 alleine schon dadurch dass er lebt (auch wenn er nicht Auto fährt oder Heizöl verbrennt). Wann kommen wohl die Forscher vom Weltklimarat auf die Idee, die Weltbevölkerung zu reduzieren um damit das Klima 'zu retten'?
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