Bedeutet Wonne Regen?

Der Wonnemonat Mai zeichnete sich 2016 durch viel Regen aus. In der Nord- und Nordostschweiz war es zum Teil der nasseste Mai seit mehr als 10 Jahren. Die Temperaturen blieben bescheiden und lagen nur knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Der Höchstwert wurde mit 28,7 Grad in Sitten gemessen.

In Muttenz kam es am Pfingstsamstag zu Überschwemmungen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Land unter In Muttenz kam es am Pfingstsamstag zu Überschwemmungen. Peter Wehrli

Der Mai trägt den Übernamen Wonnemonat: Wieso eigentlich? Zusammen mit dem Juni ist der Mai der nasseste Monat des Jahres, und in diesem Jahr war es eine besonders feuchte Angelegenheit. In Zürich, Luzern und St. Gallen fiel seit mehr als zehn Jahren im Mai nie mehr so viel Regen. In der Nordostschweiz gingen zwischen 150 und 200 Prozent der im Mai üblichen Regensumme nieder. In Luzern waren es gar 215 Prozent und in Aigle (VD) gab es fast 230 Prozent des im Mai durchschnittlichen Niederschlages. Der stärkste Niederschlag fiel während den Eisheiligen zwischen dem 11. und 14. Mai. Im Glarnerland forderte ein Erdrutsch während des Starkregens ein Todesopfer. In Muttenz führte am Pfingstsamstag ein Unwetter zu Überschwemmungen, und auch am vergangenen Freitag und Samstag kam es im Kanton Zürich und Richtung Alpstein, in den westlichen Voralpen und im Nordtessin lokal zu kleineren Überschwemmungen. Generell war der Mai im ganzen Land zu nass.

Am 23. Mai war es in Saanen auf rund 1000 Meter über Meer weiss. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wintermärchen Am 23. Mai war es in Saanen auf rund 1000 Meter über Meer weiss. Hansruedi Griessen

Die Temperaturen dümpelten vor sich hin

Der Mai war auf der Alpennordseite etwa ein halbes bis ein ganzes Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Im Süden war es etwa 1 Grad zu warm. Nimmt man aber als Referenz den Erwartungswert der Jahre 1981 bis 2010, dann war es im Norden sogar etwa ein halbes Grad zu kühl. Richtig warm wurde es erst in der letzten Maiwoche. Am vergangenen Freitag gab es in Sitten einen Höchstwert von 28,7 Grad. Viel häufiger waren aber länger anhaltende kühle Phasen mit Schnee zeitweise bis gegen 1000 Meter herunter. Am 23. Mai schneite es in den westlichen Alpen sogar bis gegen 900 Meter herunter. Beidseits der Alpen gab es aber auch ein Wetter-Highlight: Im Norden war das verlängerte Auffahrtswochenende sehr sonnig, im Süden gab es über Pfingsten viel Sonnenschein und hohe Temperaturen.

Biederer Durchschnitt

Die Sonnenscheinstunden im Mai lagen meist im langjährigen Durchschnitt. Im Westen und Süden gab es tendenzmässig eher etwas mehr Sonne als gewöhnlich, in den Bergen und im Osten eher etwas weniger.

Der Auffahrtstag war wolkenlos, nicht nur in Grindelwald. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wolkenlos Der Auffahrtstag war wolkenlos, nicht nur in Grindelwald. Esther Boren

Es wird wärmer, aber…

In den kommenden Tagen bleibt uns das unbeständige Wetter mit täglichen Regenschauern erhalten. Ein kräftiges Hoch und damit ideales Heuwetter für die Landwirtschaft ist momentan nicht in Sicht. Immerhin: Die Temperaturen steigen stetig an. Am kommenden Wochenende und in der nächsten Woche dürften die Tageshöchsttemperaturen jeweils oberhalb der 20 Gradmarke liegen. Dabei sind allerdings auch lokale, heftige Gewitter nicht auszuschliessen.