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Bilanz des Winters 2018/2019 Zu warm und doch sehr viel Schnee in der Höhe

Der Winter 2018/2019 war im Norden gut 1,5 Grad, im Süden sogar mehr als 2 Grad zu warm. Dennoch gab es auf den Bergen Schnee in Hülle und Fülle, und speziell im Osten fiel massig Schnee auch in mittleren Lagen. Kein Wunder: Im Osten gab es auch mehr Niederschlag als in einem Durchschnittswinter.

Verschneite Winterlandschaft im Tössbergland.
Legende: Viel Schnee Grosse Schneemengen lagen am 4. Feburar in Fischingen/TG im Tannzapfenland. Irma Gisler

Am Donnerstagabend geht aus meteorologischer Sicht der Winter 2018/2019 zu Ende. Ein Winter der vor allem im Osten und in den Alpen seinem Ruf gerecht wurde. Mitte Januar lag in den östlichen Alpen und in Graubünden zum Teil so viel Schnee wie noch nie zu dieser Jahreszeit, so beispielsweise in Davos und in Samnaun. Aber auch St. Gallen erhielt weit mehr Schnee als in einem normalen Winter. So lagen am 12. Januar in St. Gallen 60 Zentimeter Schnee und vom 4. bis 6. Februar war die Schneedecke sogar 64 Zentimeter mächtig. Aber auch an den zentralen Voralpen und Alpen, im Berner Oberland und teilweise auch im Oberwallis fiel sehr viel Schnee. Generell waren die Niederschlagsmengen in diesen Gebieten weit über dem Durchschnitt. Im Osten waren es verbreitet 150 bis 200 Prozent des üblichen Winterniederschlages. Im Westen entsprachen die Niederschlagsmengen ungefähr dem Durchschnitt. Im Tessin war es dagegen deutlich zu trocken mit rund 30 Prozent der Winterniederschlagsmenge. Dies war bei den langanhaltenden Nordföhnphasen auch kein Wunder.

Blick von Osten auf die weissen Dächer von Bern.
Legende: Schnee auch in Bern Am 3. Feburar war es auch in der Hauptstadt weiss. Tobias Messerli

Rund 2 Grad zu warm

Über die ganze Schweiz gesehen war der Winter rund 2 Grad zu warm, im Norden gute 1,5 Grad, im Süden etwas mehr als 2 Grad, bezogen auf die klimatologisch relevante Norm der Jahre 1961 bis 1990. Am grössten war der Wärmeüberschuss im Dezember und in der zweiten Hälfte Februar, während der Januar stellenweise zu kalt war, speziell im Hochgebirge. Weil es aber vor allem während der feuchten Phasen kühl war, fiel stellenweise sehr viel Schnee. Die tiefste Temperatur des Winters wurde auf dem offiziellen Messnetz in La Brévine mit -28,4 Grad verzeichnet. Sehr kalt war es am Morgen des 25. Januars auch im Engadin mit Werten um -27 Grad. Lokal gab es auch im Mittelland zweistellige Minuswerte, so beispielsweise in Aadorf/TG mit -10,4 Grad, in Mathod/VD mit genau -10 Grad oder auch in Mosen/LU am Hallwilersee mit ebenfalls -10,0 Grad. Richtig warm war es in der zweiten Februarhälfte, und speziell im Tessin kam das Thermometer mit Nordföhn nahe an die absoluten Februar-Rekordwerte. So wurden in Stabio bei Chiasso 22.3 Grad gemessen. Dies liegt nur ein Zehntelgrad unter dem Februarrekord an dieser Station. Noch wärmer war es in Lugano mit 23,0 Grad am 22. Februar. Nördlich der Alpen wurde der Höchstwert schon am 17. Februar mit 17,5 Grad in Delsberg gemessen.

Wellen schlagen an die Ufer des Lago Maggiores.
Legende: Nordföhn Am 30. Dezember peitschte Nordföhn den Lago Maggiore. Marianne Roos

Sonne fühlte sich pudelwohl

Praktisch in der ganzen Schweiz fiel der Winter zu sonnig aus. Das hatte vor allem mit dem Sonnenschein Ende Februar zu tun, der lokal sogar noch zum sonnigsten Februar aufsteigen könnte. Wenn der Februar, als Monat mit der längst möglichen Sonnenscheindauer im Winter, sehr sonnig ist, schlägt sich dies schnell auch auf das Saisontotal um. Ausser im Süden war nämlich der Dezember meist zu grau, und auch im Januar bewegte sich die Sonnenscheindauer nördlich der Alpen im Bereich der Norm.

Blick über den blauen Broyekanal, am Horizont der Jura mit dem Chasseral.
Legende: Der Frühling naht Am Broyekanal kommt langsam der Frühling während der Chasseral immer noch verschneit ist. Verena Szopek

Wir wären im Frühlingsmodus

Nach den vielen sonnigen und milden Februartagen sind bei vielen Menschen schon Frühlingsgefühle aufgekommen. Dies ist wahrscheinlich noch etwas früh, sieht es doch ab Freitag eher wechselhaft aus, und die Temperaturen dürften wieder zurück gehen. Nach einer heftigen Rückkehr des Winters, wie beispielsweise anfangs März 2006, sieht es aber momentan nicht aus.