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Legende: Video Juli-Bilanz in der Meteosendung abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus Meteo vom 30.07.2019.
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Das Wetter im Juli 2019 Wirklich ein Hitzemonat?

Der Monat Juli war heiss. In Sitten gab es 38 Grad und zahlreiche Hitzerekorde wurden gebrochen. Im Juli 2019 lagen auch die Temperaturen meist 3 bis 3½ Grad über der Norm, Im Norden war der Juli 2019 sonniger als sonst, im Süden dagegen zu grau.

Vom 22. bis zum 26. Juli erlebte die Schweiz eine Hitzewelle wie selten zuvor. In Sitten zeigte das Thermometer am 24. Juli 38,0 Grad. Das war der höchste Wert des Jahres und auch der höchste Wert, der in Sitten je gemessen wurde. Damit wurde die Höchsttemperatur der ersten Hitzewelle von Ende Juni um genau 1 Grad übertroffen. Auch in Aarau, Koppigen/BE, Disentis/GR, Scuol/GR und auf dem Moléson in den Freiburger Alpen wurde es so warm wie noch nie seit Messbeginn.

Ausgeaperter Aletschgletscher
Legende: Gletscher mussten leiden Erneut gab es sehr hohe Temperaturen im Hochgebirge, was den Gletschern zusetzte. Adelheid Blum

Kein Rekordmonat

In der Nord- und Ostschweiz war der Monat rund 3 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Noch grösser war der Wärmeüberschuss in der Romandie und im Tessin, wo sich die Hitzewelle am stärksten bemerkbar machte. Dort lag der Wert rund 3,3 bis 3,8 Grad über der Referenz. Im Vergleich zu den Jahren 2006 und 2015 war der aktuelle Juli fast schon kühl. Je nach Standort war es damals 1 bis 2 Grad wärmer. An vielen Orten waren auch der Juli 1983 und der Juli des Vorjahres, also 2018, noch wärmer. Ausschlaggebend für die Differenz waren vor allem die eher kühle zweite Juliwoche und der letzte Julisonntag, als die Höchstwerte am Nachmittag verbreitet nur bei 18 Grad lagen.

Mähdrescher unterwegs.
Legende: Lange trocken Lange war der Juli sehr trocken und die Bauern hatten genügend Zeit die Ernte einzufahren. Fritz Ischer

Eine Statistik sagt nie alles!

Nach 2018 drohte auch der Sommer 2019 viel zu trocken zu werden. Nimmt man nur das Monatstotal des Julis stimmt die Aussage nur sehr bedingt. In der Nordwestschweiz, in der Zentralschweiz und stellenweise auch ganz im Osten war der Monat sogar zu nass. Aus einer Monatsstatistik ist jedoch nicht zu ersehen, dass es bis am letzten Juliwochenende viel zu trocken war. Dann kam aber noch der grosse Regen. In Altenrhein wurden beispielsweise in 48 Stunden rund 117 Millimeter Regen gemessen. Auch sonst beschönigte der ergiebige Niederschlag Ende Monat die Statistik. Anders sieht die Bilanz für das Mittel- und Südtessin aus, wo es am letzten Juliwochenende nur wenig Regen gab. Dort gab es insgesamt nur rund 40 Prozent des üblichen Juli-Niederschlages.

Hochgehende Kleine Emme.
Legende: Letztes Juliwochenende Vor allem am letzten Juliwochenende fiel viel Regen, und die Gewässer führten teilweise Hochwasser. Urs Gutfleisch

Sonniger als sonst

Bezüglich Sonnenschein war man nördlich der Alpen deutlich über der Referenz. Meist gab es 20 bis 30 Prozent mehr Sonnenstunden als üblich. Von Rekorden war man diesbezüglich aber weit entfernt. 2006, 2013, 2015 und auch 2018 hatten in der Regel deutlich mehr Sonnenschein. Ganz anders sieht die Bilanz südlich der Alpen aus. Dort liegen die Werte sogar markant unter der Referenz. Die Sonnenstube Tessin machte diesbezüglich eine Pause, und die Sonne zeigte sich beispielsweise in Lugano und Locarno 20 Prozent weniger oft als sonst.

Folgt eine dritte Hitzewelle?

Sowohl im Juni als auch im Juli drückten einwöchige Hitzewellen dem Wetter den Stempel auf. Nach einer dritten Hitzewelle sieht es zurzeit nicht aus. Einzelne heisse Tage sind aber weiterhin möglich, und zu Beginn des Jahrzehnts stellte sich grosse Hitze mehrfach erst Ende August ein.